Die Agrarmärkte zum Jahreswechsel 2016/2017

By   /  December 28, 2016  /  Comments Off on Die Agrarmärkte zum Jahreswechsel 2016/2017

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Die Agrarmärkte zum Jahreswechsel 2016/2017

Nach den sehr schwierigen Jahren 2015 und 2016
blicken die deutschen Landwirte etwas hoffnungsvoller auf das Jahr 2017. Die
aktuellen Marktentwicklungen in wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugungsbereichen
lassen erkennen, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten sein knnte,
wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte. Diese Entwicklung drfte in den
Milchvieh- und Veredlungsbetrieben etwas strker ausfallen als in den
Ackerbaubetrieben. Die Hoffnungen liegen auf wieder stabileren internationalen
Agrarmrkten in der ersten Jahreshlfte 2017.
 
Die Situation der einzelnen Agrarmrkte zum
Jahreswechsel schtzt der DBV wie folgt ein:
 
Getreidemrkte
Die Erzeugerpreise fr Getreide verzeichnen
ausgehend von dem unbefriedigenden Preisniveau in der Ernte 2016 wieder einen
positiven Trend, knnen das Vorjahresniveau jedoch noch nicht wieder erreichen.
Whrend die Erzeugerpreise zum Jahreswechsel im Vorjahr bei 156 Euro pro Tonne
Brotweizen und 144 Euro pro Tonne Futtergerste lagen, erzielen Erzeuger derzeit
im Bundesdurchschnitt nur 148 Euro pro Tonne Brotweizen und knapp 130 Euro pro
Tonne Futtergerste. Verbesserungen der Erzeugerpreise drften sich in Grenzen
halten. Zwar ist die Getreideerzeugung der EU-28 im Wirtschaftsjahr 2016/17 mit
293 Millionen Tonnen Getreide davon 134 Millionen Tonnen Weizen deutlich
hinter die Vorjahreserzeugung in Hhe von 312 Millionen Tonnen Getreide (151
Millionen Tonnen Weizen) zurckgefallen. Doch die durch die Rekordernten in den
USA und Russland reichliche weltweite Versorgungslage drckt die
Getreidepreise.
 
Nach den jngsten Schtzungen des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums
wird die globale Weizenerzeugung 751 Millionen Tonnen erreichen. Damit wird
nicht nur die Nachfrage in Hhe von 740 Millionen Tonnen gedeckt, sondern die
Lagerbestnde werden auf einen neuen Rekordwert von 252 Millionen Tonnen
ansteigen. Die Produktion des weltweit wichtigsten Getreides Mais wird sogar
1,04 Milliarden Tonnen erreichen und bei einer Nachfrage von 1,026 Milliarden
Tonnen ebenfalls zu einem erneuten Aufbau der Lagerbestnde beitragen.
 
Rapsmarkt

Die Preisaussichten fr Raps sind fr die Saison
2016/17 positiv. Denn die weltweite Versorgungslage bleibt angespannt. Trotz
weltweiter Rekordproduktion der wichtigsten lsaaten wird die hhere Nachfrage
im Wirtschaftsjahr 2016/17 nicht befriedigt werden knnen. Ein Abbau der Lagerbestnde
ist wahrscheinlich. Die Rapsernte fiel 2016 weltweit wie in der EU deutlich geringer
aus als im Vorjahr, vor allem als Folge witterungsbedingter Ertragseinbuen.
Auch Deutschland hatte aufgrund widriger Witterungsbedingungen eine um 7
Prozent kleinere Ernte von Winterraps zu verzeichnen. Die Rapspreise sind daher
seit Beginn der Ernte 2016 stetig gestiegen. Bis zur Jahresmitte 2017 wird die
Rapsversorgung knapp und die positive Preisstimmung erhalten bleiben. Dazu
trgt bei, dass die EU-Winterrapsflche nicht ausgedehnt wurde. Auerdem werden
die Pflanzenlpreise wegen hoher Palmlnotierungen auf hohem Niveau bleiben.
 
Schweine-
und Rindfleischmrkte
Die Entwicklung des Schweinefleischmarktes ist sehr
schwierig einzuschtzen, da der Markt zu volatil ist. Erst vergangene Woche
strzte der Erzeugerpreis von einem auf den anderen Tag um ber 8 Prozent auf
1,48 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Der DBV appelliert an die
Schlachtbranche, das aktuelle Preisdumping einschlielich der Hauspreise zu
beenden und den Kampf um Margen nicht zu Lasten der Schweinehalter auszutragen.
Denn die Schweinehalter hatten von Herbst 2014 bis Mai 2016 schon eine
existenzgefhrdend lange Durststrecke mit niedrigen Erzeugerpreise
durchzustehen, die vielfach nicht kostendeckend waren. Die vorbergehende
Preisspitze von 1,72 Euro je Kilogramm war im September 2016. Untersttzt und
verstetigt wurde die Preisverbesserung durch das anspringende Exportgeschft
nach Asien, vor allem China. Von der positiven Entwicklung am Schweinemarkt
profitierten auch die Ferkelpreise. Doch im letzten Quartal 2016 erlebten die
Schweinemster eine regelrechte Achterbahn mit dem berraschenden Preissturz von
vergangener Woche.
 
Etwas hhere Rindfleischpreise werden fr 2017
erwartet. Es bleibt aber abzuwarten, inwiefern das Hilfspaket fr den
Milchmarkt im Frhjahr 2017 zu vorbergehend hheren Kuhschlachtungen und damit
fr zeitweisen Preisdruck fhren wird. Im Jahr 2016 fiel der Jungbullenpreis
im Juli relativ stark auf seinen Jahrestiefpunkt von 3,30 Euro je Kilogramm
Schlachtgewicht. Immerhin folgte ab August ein deutlicher und stetiger Anstieg
auf mittlerweile rund 3,80 Euro je Kilogramm. Diese Entwicklung insbesondere
der starke Rckgang der Preise in der ersten Jahreshlfte – war nicht
unerheblich vom Geschehen am Milchmarkt beeinflusst. Bedingt durch die
Milchkrise kamen in den ersten Monaten des Jahres relativ viele Schlachtkhe an
den Markt. Insofern blieb der sonst bliche Anstieg der Schlachtkuhpreise im
Frhjahr vllig aus.
 
Milchmarkt

Erstmals seit zehn Jahren lagen 2015 und 2016 die
Milcherzeugerpreise fr zwei aufeinander folgende Kalenderjahre im Schnitt
unter 30 Cent je Kilogramm. Eine Markterholung ist deshalb dringend ntig und
zeichnet sich fr das erste Halbjahr 2017 ab. Der Hhepunkt der Krise war im
Juni 2016, als der Erzeugerpreis fr Milch im Bundesschnitt nur noch 22,8 Cent je
Kilogramm betrug. Seitdem steigen die Erzeugerpreise wieder, so dass sie zum Jahreswechsel
wieder ber 30 Cent je Kilogramm liegen. An den Warenterminbrsen knnen
derzeit Molkereien wie Landwirte Milchpreise fr das Gesamtjahr 2017 in Hhe
von umgerechnet 35 Cent je Kilogramm absichern.
 
Urschlich fr die Preisverbesserungen sind
insbesondere die weltweite Reduktion der Milchproduktion sowie eine wieder
verstrkte Nachfrage nach Milchprodukten zum Beispiel aus Ostasien.
 
Whrend fr Butter derzeit gute Preise erzielt
werden knnen, erholt sich der Markt fr Milchpulver nur langsam. Insbesondere
die Preise fr Magermilchpulver liegen zum Jahreswechsel weiterhin nur 20
Prozent ber dem Interventionspreisniveau. In den Jahren 2015 und 2016 wurden
insgesamt mehr als 375.000 Tonnen Magermilchpulver durch die Interventionsstellen
angekauft, die die EU in 2017/18 sukzessiv auslagern wird.
 
Kartoffelmarkt
Im Dezember 2016 lagen die Verbraucherpreise der
Kartoffeln bei durchschnittlich 50 bis 80 Cent je Kilogramm, vergleichbar mit dem
Vorjahr. Die Anbauflche in Deutschland lag mit rund 236.000 Hektar erneut auf
niedrigem Niveau, die Erntemenge mit knapp ber 10 Millionen Tonnen unter der
der vergangenen Jahre. Die groen Anbaulnder in Deutschland sind Niedersachsen
und Bayern. Eine Ausdehnung des Anbaus wird fr 2017 nicht erwartet. Da der
Rohstoffbedarf im Speisebereich gedeckt ist, private Haushalte immer weniger
frische Kartoffeln kaufen und die Nachfrage nach Verarbeitungsware zunimmt wird
sich das Sorten- und Anbauspektrum weiter verndern – weniger Speisekartoffeln,
dafr mehr Veredelungskartoffeln fr Chips, Pommes Frites und Co.
 
Obst
und Gemse
Obwohl
die deutsche Apfelernte 2016 mit gut einer Million Tonnen um acht Prozent hher
ausfiel als im Vorjahr, waren die Apfelpreise fr den Frischmarkt bis Dezember
stabil bis leicht steigend. Sorgen bereitet nach wie vor der Markt fr
Apfelmost, wo die Preise mit 5 Cent pro Kilogramm pfel weiterhin am Boden liegen.
Die Lagermengen bei Tafelpfeln liegen leicht unter dem Vorjahr, der Abverkauf
luft gut und die Aussichten fr 2017 gehen von einem weiterhin stabilen
Verlauf der diesjhrigen Apfelsaison aus.
 
Die
Erzeugerpreise beim heimischen Gemse wie Weikohl, Rotkohl, Mhren, Zwiebeln,
Sellerie oder Wirsing sind derzeit stabil. Es wird insgesamt ein positiver
Saisonverlauf erwartet.
 

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