Wer kommt in den Garten?

By   /  January 5, 2017  /  Comments Off on Wer kommt in den Garten?

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

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Vorschau auf die Stunde der Wintervögel

Tannenmeise – Foto: Frank Derer

04. Januar 2016 – Vom 6. bis 8. Januar findet die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. Zum siebten Mal rufen der NABU und sein bayerischer Partner LBV rufen Naturfreundinnen und Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. In den vergangenen Monaten erreichten den NABU aus ganz Deutschland Meldungen, dass die zu dieser Jahreszeit üblichen Vögel am Futterhäuschen oder im Garten vermisst werden. Vermutet wird dabei oft ein Zusammenhang mit der Vogelgrippe, den der NABU aber nicht bestätigen kann, da Singvögel nicht von der Geflügelpest befallen werden.

Bilderbuchwinter in Sicht: Vogelzählung mit Schnee und Frost

Es ist „Stunde der Wintervögel“, aber der Winter lässt sich nicht so richtig blicken. In den letzten Jahren war das der Normalfall, denn Anfang Januar steht auch der Winter noch in den Startschuhen. Dieses Mal aber sind pünktlich zur Aktion am Wochenende Frost und Schnee im Anmarsch. Nördlich der Mittelgebirge wird es im Laufe des Samstag schon wieder milder und es ist mit Schneeregen und Glätte zu rechnen. In den höheren Lagen und im Süden wird die weiße Pracht laut Deutschem Wetterdienst das ganze Wochenende über anhalten.

Handelt es sich beim vermuteten Fehlen der Gartenvögel lediglich um einen psychologischen Effekt, hervorgerufen durch zahlreiche Medienberichte über verschiedene Vogelkrankheiten? Tatsächlich zeigen erste Auswertungen von gesammelten Beobachtungen aber, dass einige Arten wie Kohl- und Blaumeisen, aber auch Eichelhäher und Amseln in diesem Jahr deutlich weniger häufig beobachtet werden.Die Stunde der Wintervögel wird nun zeigen, ob es momentan wirklich außergewöhnlich wenige Gartenvögel gibt. Die gesammelten Meldungen werden auch verraten können, welche Vogelarten und welche Regionen besonders betroffen sind und damit wertvolle Hinweise auf mögliche Ursachen liefern. Denkbar wäre ein geringerer Zuzug von Vögeln aus dem Norden und Osten oder dass die Vögel aufgrund des bisher milden Winters und der reich mit Früchten bestückten Waldbäume auch außerhalb der Gärten noch viel Nahrung finden. Genauso ist es aber auch möglich, dass heimische Gartenvögel im Frühjahr nur wenige Jungvögel aufgezogen haben.

Sächsischer Schneevogel – Foto: Philipp Ebert

Bei Amseln und Grünfinken rechnen Experten mit Auswirkungen diverser Krankheiten. So kam es im Herbst erneut zu einem Amselsterben durch das Usutu-Virus, über 1300 Verdachtsfälle wurden dem NABU gemeldet. Ein Vergleich der Amselzahlen in den betroffenen Regionen mit denen Usutu-freier Gebieten wird zeigen, welche Auswirkungen diese neue Vogelkrankheit hatte. Das sogenannte Grünfinkensterben (Trichomoniasis) wird dagegen durch einen einzelligen Parasiten ausgelöst, der die Art vor allem im Umfeld sommerlicher Vogelfütterungen befällt. Seit einigen Jahren tritt es gehäuft in Deutschland auf, seit 2014 haben Forscher einen deutlichen Rückgang der Grünfinkbestände festgestellt.

An der „Stunde der Wintervögel“ 2016 beteiligten sich über 93.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 63.000 Gärten und Parks mit über 2,5 Millionen gezählten Vögeln ein. Gemessen an der Einwohnerzahl waren die Vogelfreunde in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein am fleißigsten. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Kohlmeise Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Blaumeise, Feldsperling und Amsel.

Mancher Vogelfreund wird am Zählwochenende vielleicht auch eine freudige Entdeckung machen: Die nur unregelmäßig aus dem hohen Norden nach Deutschland wandernden und exotisch anmutenden Seidenschwänze sind in diesem Jahr vermehrt unterwegs. Das Ausmaß dieses Einflugs wird sich aus den Zählergebnissen ablesen lassen. Nach bisherigem Kenntnisstand konzentrieren sich die Seidenschwänze vor allem auf den Norden und Nordosten.

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