50 Jahre nach dem großen Sieg: Rauno Aaltonen startet im classic Mini bei der Rallye Monte Carlo Historique 2017.

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: 50 Jahre nach dem großen Sieg: Rauno Aaltonen startet im classic Mini bei der Rallye Monte Carlo Historique 2017.

Bildmaterial der Veranstaltung finden Sie ab dem 28.01.2017 auf dem BMW Group Classic Medienserver: http://www.bmwgroupclassic-downloads.com/ Login: bmwgroup Passwort: classic

München/Monte Carlo. Das Siegerauto wirkte winzig,
der Jubel war riesengroß. Erleichterung, Stolz und auch ein Stück
Genugtuung mischten sich in die Begeisterung, als der Finne Rauno
Aaltonen am 20. Januar 1967 einem BMC Competition Departement Mini
Cooper S als Gesamtsieger der 36. Rallye Monte Carlo über die
Ziellinie lenkte. Für den classic Mini war dies nach 1964 und 1965
bereits der dritte Triumph in Monaco. Doch er hatte besondere
Symbolkraft. Im Jahr zuvor war dem britischen Kleinwagen der schon
sicher geglaubte dritte Sieg in Folge aufgrund einer für Fahrer und
Fans bis heute nur schwer nachvollziehbaren Entscheidung der
Rennleitung wieder aberkannt worden. Die Sympathie des Publikums für
den David im Feld der hochmotorisierten Goliaths war dadurch aber
sogar noch gewachsen. Und dank der Fahrkünste Aaltonens hatte der
classic Mini nun die passende Antwort geliefert.
Bis heute sind die drei Titelgewinne bei der Rallye Monte Carlo die
Quintessenz für das sportliche Renommee der Marke. Beim
Produktionsjubiläum im MINI Werk Oxford wird ebenso an sie erinnert
wie beim Debüt des neuen MINI John Cooper Works Countryman. Und selbst
der für die Rallye Dakar, dem ultimativen Härtetest heutiger Zeit,
entwickelte MINI John Cooper Works Rallye steht in der Tradition des
dreifachen „Monte“-Gewinners. Die Faszination ist ungebrochen – das
gilt auch noch am 50. Jahrestag jenes Siegs, der den classic Mini
endgültig zur Motorsport-Legende werden ließ.
Rauno Aaltonen hat sich entschieden, das Jubiläum auf eine besondere,
ihm eigene Weise zu feiern. Er setzt sich ins Cockpit eines classic
Mini, nimmt die Strapazen einer knapp 1 250 Kilometer langen Anreise
nach Monaco auf sich, steuert den britischen Kleinwagen auf steilen
Bergstraßen durch die französischen Seealpen und sucht auf vereisten
Pisten selbst dort den perfekten Bremspunkt, wo Durchschnittsfahrer in
modernen Autos nicht einmal den zweit- oder drittbesten finden.
Kurzum: Wenige Wochen nach seinem 79. Geburtstag fährt Aaltonen die
Rallye Monte Carlo Historique 2017. Und er denkt laut darüber nach,
wie es wohl wäre, 50 Jahre nach dem großen Triumph noch einmal auf dem
Siegerpodest am Port Hercule von Monaco zu stehen.

Der classic Mini ist startklar, das Team bereit und der
„Aufschrieb“ komplett.
Aaltonens sportlicher Ehrgeiz hat auch die BMW Group Classic erfasst.
Zur 20. Auflage der Traditionswettfahrt, mit der an die Glanzzeiten
der „Monte“ in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren erinnert wird,
schickt sie das MINI CLASSIC Rallye Team an den Start, das für den
Finnen das ideale Auto parat hat: einen Mini Cooper S, der bereits im
Jahr 1965 die Rallye Monte Carlo absolvierte und jetzt von der
schwedischen Firma Söderqvist Engineering komplett neu aufgebaut und
wettbewerbstauglich gemacht wurde. Unternehmenschef Hans-Åke
Söderqvist und sein Sohn Jesper gehören ebenso zum Serviceteam wie der
Schwede Stig Blomqvist, Rallye-Weltmeister des Jahres 1984, und Phil
Anning von der britischen Firma Swiftune Engineering, die schon seit
mehr als 50 Jahren in der Entwicklung und Produktion von Motoren für
den Rennsporteinsatz des classic Mini aktiv ist. Mit im Gepäck: Zehn
Sätze Spike-Reifen, die als Spezialanfertigung in Finnland für die
10 Zoll großen Räder des classic Mini produziert und anschließend in
sorgsamer Handarbeit präpariert wurden.
Ebenso wie das Team und der classic Mini ist auch Aaltonen bestens
vorbereitet. Schon im Dezember fuhr der Finne in einem nagelneuen
MINI Cooper S Clubman die komplette Strecke ab, um den „Aufschrieb“
vorzunehmen. Kurve um Kurve und Steigung um Steigung kehrten die
Erinnerungen an die Siegesfahrt von 1967 zurück, doch darauf allein
mochte sich der Routinier nicht verlassen. Mit jener Akribie, die ihm
schon vor Jahrzehnten den Beinamen „Rallye-Professor“ einbrachte,
notierte er alle wichtigen Details der Strecke. Zudem weiß Aaltonen
einen erfahrenen Copiloten an seiner Seite. Der Schwede Hans Sylvan
(72), ebenfalls mehrfacher „Monte“-Teilnehmer und über viele Jahre
gemeinsam mit Stig Blomqvist erfolgreich, übernimmt die Aufgabe, als
Beifahrer für Navigation und Zeitmessung zu sorgen.

Von Bad Homburg nach Monaco – und das ist nur der Auftakt.
Die „Monte“ gilt seit Jahrzehnten als spektakulärste und
anspruchsvollste Wettfahrt ihrer Art. Unzählige Geschichten ranken
sich um die Marathon-Etappen zum Auftakt, vereiste Passstraßen,
plötzlich aufkommende Schneestürme und die „Nacht der langen Messer“
am Col de Turini. Um den Legenden-Status zu untermauern, riefen die
Veranstalter vom Automobile Club de Monaco 1998 die Neuauflage für
historische Automobile ins Leben. Sie wird stets rund zwei Wochen nach
dem Original ausgetragen und beginnt analog zu den einst üblichen
Auftaktetappen mit einer Sternfahrt. In diesem Jahr dienen sieben
europäische Städte als Startpunkte. Aaltonen und Sylvan machen sich am
Freitag, 27. Januar 2017, in Bad Homburg auf den Weg gen Monaco. Dort
führt sie die erste Etappe zunächst nach Valence. Einer Rundtour und
der anschließenden Rückkehr nach Monte Carlo folgt die finale
Nachtfahrt am 31. Januar.
Zur Teilnahme zugelassen sind ausschließlich Fahrzeuge jener Typen,
die zwischen 1955 und 1980 bei der Rallye Monte Carlo am Start waren.
Für die Fahrer gelten derartige Beschränkungen nicht. Von Nachteil
dürften einschlägige Erfahrungen jedoch nicht sein. Allerdings dürfte
niemand im aktuellen Starterfeld eine so intensive, vielfältige und
letztlich auch erfolgreiche Bekanntschaft mit der „Monte“ geschlossen
haben wie Rauno Aaltonen.

Dem feurigen Auftakt folgte ein Klassensieg.
Der Finne war Ende 1961 gerade nationaler Rallye-Champion seines
Heimatlandes geworden und nun auf der Suche nach einem Fahrzeug, mit
dem er sich der Herausforderung „Monte“ stellen konnte. Fündig wurde
er beim Werksteam der British Motor Corporation. Aaltonen debütierte
gemeinsam mit dem Mini Cooper, der sich im Gegensatz zum
leistungsschwächeren Vorgängermodell auf Anhieb als wettbewerbsfähig
erwies. Die vielversprechende Liaison hätte allerdings beinahe ein
tragisches Ende genommen. Drei Kilometer vor dem Ziel kam das zu
diesem Zeitpunkt auf Rang zwei liegende Auto von der Strecke ab,
überschlug sich und stand kurz darauf in Flammen. Aaltonen und sein
Copilot Geoff Mabbs konnten sich in letzter Sekunde aus dem Fahrzeug
retten. Trotz des dramatischen Auftakts war Aaltonen auch im Januar
1963 im Mini Cooper am Start. Diesmal beendete er die Rallye Monte
Carlo als Klassensieger und Dritter der Gesamtwertung.
Im Jahr darauf war es der Ire Paddy Hopkirk, der für den ersten
Gesamtsieg mit dem classic Mini sorgte. Aaltonen erreichte Rang
sieben. Bei der „Monte“ des Jahres 1964 begann auch die Ära der „drei
Musketiere“, zu denen neben Aaltonen und Hopkirk der Finne Timo
Mäkinen gehörte. Mäkinen gelang 1965 mit einer strafpunktfreien Fahrt
der zweite Gesamterfolg im classic Mini, während sein Landsmann
aufgrund von Zeitüberschreitung aus der Wertung fiel. Für Aaltonen war
dies ein unerfreulicher Start in ein Jahr, das ihm im weiteren Verlauf
jedoch erneut den Titel des nationalen Champions in Finnland und den
Gesamtsieg in der Rallye-Europameisterschaft bescheren sollte.

Erfolgreiches Trio: Die „drei Musketiere“.
Ihren stärksten Auftritt bei der Rallye Monte Carlo hatten die „drei
Musketiere“ im Jahr 1966. Timo Mäkinen, Rauno Aaltonen und Paddy
Hopkirk dominierten die Wettfahrt von Beginn an, am Ende belegten sie
in eben dieser Reihenfolge die Plätze eins bis drei des
Gesamtklassements. Doch die Freude über den Hattrick für den classic
Mini währte nur kurz. Aufgrund einer angeblich nicht den offiziellen
Bestimmungen entsprechenden Lichtanlage wurde das Trio von den
französischen Rennkommissaren nachträglich disqualifiziert.
Ein Jahr später war der Zorn darüber längst wilder Entschlossenheit
gewichen. Bei der Rallye Monte Carlo 1967 schlug die Stunde des
dritten „Musketiers“. Als schnellstes Duo des BMC Teams lagen Aaltonen
und sein Copilot Henry Liddon, der schon 1964 an der Seite von Hopkirk
siegreich gewesen war, zum Auftakt der „Nacht der langen Messer“ in
aussichtsreicher Position. Die Entscheidung fiel im Schneetreiben am
Col de Turini. Und dort hätte die Kurvenhatz, wie Aaltonen erst Jahre
später berichtete, beinahe einen ähnlichen Ausgang genommen wie sein
„Monte“-Debüt fünf Jahre zuvor. Denn bei der allzu rasanten
Bergabfahrt legte der Mini Cooper S eine ungeplante Flugeinlage ein,
um anschließend quer durchs Unterholz zu rauschen und kurz darauf zur
Überraschung seiner Besatzung zurück auf die Strecke zu finden.
Aaltonen und Liddon atmeten tief durch und brachten die Fahrt zu ihrem
erfolgreichen Ende.
Bei der Neuauflage 50 Jahre danach will es Rauno Aaltonen
gemächlicher angehen. Die Rallye Monte Carlo Historique wird als
Gleichmäßigkeitsprüfung ausgetragen. Das bedeutet, dass neben zu
geringem auch zu hohes Tempo zu Strafpunkten führen kann. Aaltonen und
Sylvan starten zudem in der Wertungsklasse „Low Average Speed“. Sie
setzen also ganz auf Routine und Präzision. Und auf Sieg, wie ein
besonderes Detail andeutet: Ihr classic Mini trägt die Startnummer 177
und damit exakt jene Ziffernfolge, die für das Gewinnerauto des Jahres
1967 zur Glückszahl wurde.

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