Grüner Fisher: “Europas Jahr der Wahlen”

By   /  February 3, 2017  /  Comments Off on Grüner Fisher: “Europas Jahr der Wahlen”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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3. Februar 2017. FRANKFURT (Grüner Fischer). Für Europa wird aktuell befürchtet, dass das Brexit-Beispiel Schule macht, eurokritische Parteien bei den anstehenden Wahlen den Siegeszug antreten und das drohende Auseinanderbrechen der Eurozone wieder zum akuten Problem wird.
Im Hinblick auf die Entwicklung der Aktienmärkte in 2017 schafft diese niedrige Erwartungshaltung allerdings auch jede Menge positives Überraschungspotential. Das Thema Bundestagswahl 2017 – wie auch die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden – können zum “Jahr der nachlassenden Unsicherheit in Europa” beitragen. Gleichgültig wie die Wahlergebnisse letztendlich ausfallen werden, mit Feststehen der Resultate wird die Unsicherheit aus den Märkten entweichen. Dabei können die Diskussionen rund um “Brexit” und “Trump” durchaus als Blaupause dienen: Auch hier sorgte die pure Gewissheit – trotz vermeintlich negativer Ergebnisse – in der Folge für einen Anstieg der Märkte.
Frischer Wind in der SPD als Gefahr für Merkel
Die aktuellsten Umfragewerte legen nahe, dass eine Regierungsbildung auch 2017 nur über die CDU laufen wird. Aktuell entfallen 36 Prozent auf die CDU/CSU, als zweitstärkste Kraft bringt es die SPD auf 23 Prozent. Der “neue” Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, punktet definitiv als Sympathieträger. Dennoch ist es mehr als fraglich, ob die Umsetzung der ambitionierten Ziele in naher Zukunft realistisch ist. Um die SPD wieder zur stärksten Kraft in Deutschland zu machen, genügt es nicht, im linken Lager auf Stimmenfang zu gehen. Dazu müsste die SPD eine kräftige Portion der Stimmen zurückerobern, die sie über Jahre hinweg an die CDU verloren hat. Ein schwieriges Unterfangen: Der CDU ist es unter Angela Merkel in den letzten Jahren gelungen, sich in der politischen Mitte breitzumachen und sich in vielen Kernfragen einfach vor die SPD zu stellen.
Durch die Positionierung in der politischen Mitte hat die CDU am “rechten Rand” sicherlich einiges an Wählergunst eingebüßt, aber in der Summe kann die CDU wohl die Stimmen verschmerzen, die sie an die AfD verliert – oder an den möglichen Koalitionspartner FDP – solange die rot-rot-grüne Regierungsbildung verhindert werden kann. Man vergisst gerne, dass eine mögliche Koalition aus SPD, GRÜNE und LINKE derzeit eine Mehrheit im deutschen Bundestag hätte. Diese strukturelle Mehrheit zu brechen, ist das aktuelle Ziel von Angela Merkel.
Auch wenn die Diskussionen derzeit hoch kochen: Märkte verarbeiten Wahrscheinlichkeiten und sorgen dafür, dass aufgeblähte politische Diskussionen auf den marktrelevanten Anteil reduziert werden.
Fazit
2017 hat die Chance, das “Jahr der verschwindenden Unsicherheit für Europa” zu werden. Nicht nur die Fehlannahme, dass die EZB mit ihrer expansiven Geldpolitik den Aufschwung “künstlich am Leben hält”, sondern vor allem auch die Gewissheit auf der politischen Ebene wird in Europa für Erleichterung sorgen und den Blick auf robuste Fundamentaldaten nicht weiter trüben. Achten Sie vor allem darauf, dass politische Voreingenommenheit nicht ihre strategischen Anlageentscheidungen beeinflusst!
Die Kapitalmarktprognose für 2017 von Grüner Fisher Investments ist fertiggestellt. Sie können sich diese detaillierte Studie unter www.gruener-fisher.de kostenlos anfordern.
3. Februar 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor
Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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