Wochenausblick: US-Rallye steckt nicht an

By   /  February 13, 2017  /  Comments Off on Wochenausblick: US-Rallye steckt nicht an

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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13. Februar 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Rekordjagd in den USA geht weiter, in Europa agiert man hingegen vorsichtig. Der DAX schloss am Freitag bei knapp 11.667 Punkten, auf Wochensicht war das nur ein kleines Plus. Lediglich der MDAX glänzte: Der Nebenwerteindex stieg am Freitag erstmals in seiner Geschichte über 23.000 Punkte.
Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 hatten zum Wochenschluss neue Bestmarken erreicht, Auslöser waren Ankündigungen von US-Präsident Trump über eine umfassende Steuerreform. Zudem gab es versöhnliche Töne gegenüber Japan und China. Der DAX liegt am Montagmorgen bei 11.709 Punkten ein Drittel Prozent im Plus.
Südeuropäische Länder unter Druck
Christian Apelt von der Helaba spricht von einem “kleinen Revival” der Euro-Schuldenkrise. “In Griechenland wird darüber gestritten, ob das Land eine weitere Hilfstranche erhält. Spekulationen über Neuwahlen in Italien bringen Unsicherheiten mit sich. Und in Frankreich erhöht die kriselnde Bewerbung des konservativen Präsidentschaftsanwärters Fillon die Nervosität.” Apelt geht davon aus, dass sich diese Sorgen nicht so schnell in Wohlgefallen auflösen und zumindest zeitweise die Märkte beeinflussen werden.
“Investoren reagieren mittlerweile relativ sorglos auf politische Risiken”, kommentiert Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Schließlich sei es
in den vergangenen zwei Jahren regelmäßig ein Fehler gewesen, in einem Umfeld politischer Unsicherheit Aktien zu verkaufen. “Wir bleiben dennoch bei unserer Strategie, dass wir nach acht Jahren Bullenmarkt an den globalen Aktienmärkten nur noch in nervösen Marktphasen mit einem VDAX von 25 und einem VIX von 20 Aktienpositionen aufstocken würden.”
Gute Unternehmenszahlen
“Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für den deutschen Aktienmarkt unverändert positiv”, erklärt derweil die DekaBank. Der globale Wachstumsausblick und auch die Inflationsaussichten hätten sich nachhaltig stabilisiert und bereiteten den Unternehmen eine gute operative Basis. Dies lasse sich auch an den Unternehmensberichten ablesen, die bislang die hohen Erwartungen der Analysten getroffen hätten. “Die Perspektive auf deutlich ansteigende Unternehmensgewinne für das Gesamtjahr 2017 sollte in den kommenden Monaten zu steigenden Aktienkursen führen.” Die Bank sieht den DAX in sechs Monaten bei 12.500 Punkten, in zwölf Monaten aber wieder nur bei 11.800 Zählern.
Kein charttechnischer Befreiungsschlag Aus technischer Sicht könnten die kommenden Tage laut Christian Schmidt von der Helaba recht interessant werden – insbesondere wegen des Endes einer Struktur-Zeitprojektion, die auf den 14. Februar falle. “Der zentrale Kreuzungspunkt der Strukturlinien findet sich bei 11.420 Zählern. Weitere beachtenswerte Levels lassen sich bei 11.561, 11.614, 11.629, 11.653, 11.697 sowie bei 11.745 Zählern definieren”, erläutert der Charttechniker. Er sieht Chancen für einen neuerlichen Ausbruchsversuch nach oben. “Mittlerweile kann der tertiäre Trend wieder positiv beurteilt werden, auch die Oszillatoren unterstützen das Szenario.” Allerdings müsse das Momentum deutlich zunehmen. Relevante Supports auf der Unterseite fänden sich bei 11.591 und 11.550 Punkten. Schmidt 
“Zumindest mit dem Handelsgeschehen zum Wochenausklang gelang trotz günstiger Vorgaben und ansprechender Eröffnung kein charttechnischer Befreiungsschlag”, stellt die DZ Bank fest. Aktuell wirkte immer noch die negative Candlestick-Formation nach, die vom 25. bis 30. Januar herausgebildet worden sei. Zusammen mit dem gegenwärtig vorherrschenden zyklischen Gegenwind sei dies ein Belastungsfaktor für die Perspektiven. “Ein weitergehendes Korrekturszenario ist damit nicht vom Tisch.”
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Dienstag, 14. Februar
Potentiell marktbewegende Konjunkturdaten kommen in den nächsten Tagen vor allem aus den USA. Unterdessen geht die Berichtssaison in Deutschland weiter: Am Dienstag legt unter anderem HeidelbergCement die Bücher offen, am Mittwoch folgt die Deutsche Börse, am Freitag die Allianz.
Dienstag, 14. Februar
8.00 Uhr. Deutschland: BIP 4. Quartal. Die DekaBank geht davon aus, dass das BIP im Schlussquartal um 0,5 Prozent gewachsen ist, für das Gesamtjahr 2016 wird mit 1,9 Prozent gerechnet. Wieder einmal habe der Konsum – staatlich wie auch privat – positive Wachstumsbeiträge geliefert, wenn auch leicht schwächer als zuvor.
16.00 Uhr. USA: Halbjährliche Anhörung von Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats. Nach Ansicht der Helaba wird sich Fed-Chefin Yellen bei der Anhörung nicht aus der Deckung wagen – auch vor dem Hintergrund der Unsicherheit über die künftige US-Wirtschaftspolitik.
Mittwoch, 15. Februar
14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze Januar. Die Commerzbank erwartet ein Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Dezember, wobei der kleine Anstieg noch durch den Benzinpreisanstieg aufgebläht sei. Zudem habe das relativ milde Wetter den Umsatz mit Baumaterial angekurbelt, während der Autoumsatz gesunken sei.
14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Januar. Nach dem Plus von 2 Prozent im Dezember rechnet die DekaBank für den Januar sogar mit 2,5 Prozent – das sei die höchste Inflationsrate seit März 2012. Hintergrund sei eine deutliche Zunahme der Energiepreise. Doch auch die Kernrate – also ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise – habe bei 2,2 Prozent gelegen.
15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Januar. Bei der Industrieproduktion zeichnet sich laut Commerzbank ein Rückgang um 0,3 Prozent ab. Allerdings wirkten sich hier die relativ milden Temperaturen negativ aus, weil sie die Nachfrage nach Energie und damit den Output der Versorger gedrückt hätten. Dagegen hätten das verarbeitende Gewerbe als Kernbereich der Industrie und der Bergbau wahrscheinlich zugelegt.
von: Anna-Maria Borse
13. Februar 2017, © Deutsche Börse AG

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