4,4 Millionen Euro für Erforschung mittelalterlicher Urkunden und Briefe

By   /  February 16, 2017  /  Comments Off on 4,4 Millionen Euro für Erforschung mittelalterlicher Urkunden und Briefe

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MIL OSI – Source: Universitat Hamburg –

Headline: 4,4 Millionen Euro für Erforschung mittelalterlicher Urkunden und Briefe

Ziel des geisteswissenschaftlichen Projekts ist die systematische Aufarbeitung und Edition frühmittelalterlicher Musterurkunden und -briefe (Formulae) sowie die Erforschung des formelhaften Schreibens in Westeuropa vor dem 11. Jahrhundert.
Verankert ist das Langzeitvorhaben „Formulae – Litterae – Chartae. Neuedition der frühmittelalterlichen Formulae inklusive der Erschließung von frühmittelalterlichen Briefen und Urkunden im Abendland (ca. 500 – ca. 1000 n.Chr.)“ an der Schnittstelle von Geschichte, lateinischer Philologie und Rechtsgeschichte.
Zeugnisse des sprachlichen Wandels
Das Projekt untersucht Quellenmaterial, das für die Erforschung der frühmittelalterlichen Gesellschaft wichtig ist: „Die Formulae enthalten unentbehrliche Informationen der Sozial-, Wirtschafts-, Kultur-, Rechts- und Mentalitätsgeschichte und sind ein Zeugnis des sprachlichen Wandels von der Spätantike zum Mittelalter“, sagt der Projektleiter, Mittelalter-Historiker Prof. Dr. Philippe Depreux. „Die Formulae dokumentieren die Vielfalt des gelehrten Schreibens und sollen im Rahmen des Projekts „Monumenta Germaniae Historica“ kritisch ediert, kommentiert und mit Übersetzungen publiziert werden.“

Als Datenbank und e-Lexikon zugänglich
Die frühmittelalterlichen Formulae sind meistens in Sammlungen überliefert, die jetzt in einer digitalen Edition zugänglich gemacht werden sollen. Erstmalig soll eine Datenbank samt e-Lexikon erstellt werden, die Informationen über den Inhalt und das semantische Spektrum der Termini enthalten soll und die Erforschung des formelhaften Schreibens im lateinischen Früh- und Hochmittelalter und den Vergleich mit anderen Briefen und Urkunden aus derselben Zeit ermöglichen.

„Meilenstein für die Forschung in Hamburg und Norddeutschland“
Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit der Universität Hamburg durchgeführt. Die Förderung wird zur Hälfte vom Bund und von der Freien und Hansestadt Hamburg getragen. Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Ich freue mich, dass ein weiteres Forschungsprojekt der Akademie der Wissenschaften in Hamburg in das bundesweite Akademienprogramm aufgenommen wurde und nun in Kooperation mit der Universität Hamburg startet. Die Akademie der Wissenschaften ist eine verlässliche Partnerin bei unseren Bemühungen, Hamburgs Wissenschaft zu stärken. Sie bringt Forscherinnen und Forscher aus den verschiedenen Fachrichtungen zusammen und ist ein wichtiges Forum für den wissenschaftlichen Austausch in unserer Stadt.“
„Wir freuen uns sehr, dass der Kooperationsvertrag mit der Universität Hamburg unterzeichnet ist und unser neues geisteswissenschaftliches Langzeitvorhaben seine Arbeit aufnehmen kann. Dieses Langzeitvorhaben ist ein wichtiger Meilenstein für die Forschung in Hamburg und Norddeutschland und zeigt, dass die Akademie der Wissenschaften in Hamburg wächst“, so Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg.
Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung des kulturellen Erbes
Der Präsident der Universität Hamburg, Univ.-Prof. Dr. Dieter Lenzen: „Ich freue mich sehr über dieses schöne Kooperationsprojekt der Universität Hamburg mit der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und wünsche Prof. Dr. Philippe Depreux, seinem Team und natürlich dem gesamten Projekt einen erfolgreichen Start.“
Das Projekt ist im Rahmen des von Bund und Ländern finanzierten Akademienprogramms bewilligt worden. Dieses Programm dient der Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung des kulturellen Erbes. Es ist eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland und wird von der Union der deutschen Akademien koordiniert.
PM/Red.

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