Grüner Fisher: “Der Kampf um die Wahrheit ist voll entbrannt”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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24. Februar 2017. FRANKFURT (Grüner Fischer). Wenn sich Donald Trump unbequemen Fragen gegenübersieht, hat er oftmals eine einfache und wirksame Antwort parat: Alles Fake! Damit trifft er den Nerv vieler Menschen, die im Laufe der Jahre eine gehörige Portion Misstrauen gegenüber Politik, Medien und auch der Wirtschaft entwickelt haben. Sicherlich gibt es auch Politiker, die die Bezeichnung “Volksvertreter” nicht verdient haben. Medien, die in der digitalisierten und immer hektischer werdenden Nachrichtenwelt unter Quoten- und Preisdruck geraten und eine faktenorientierte Berichterstattung vermissen lassen – Meinungsjournalismus liegt im Trend. Schwarze Schafe in der Finanzwelt, deren Aktivitäten die gesamte Branche in ein schlechtes Licht rücken. Aber ist die Welt wirklich so schlecht und verkommen, wie sie oftmals dargestellt wird?
Fehlendes Grundvertrauen
Wir leben aktuell in einer Welt mit steigenden Lebensstandards, robustem Wirtschaftswachstum und niedriger Arbeitslosigkeit. Dies entspricht nicht gerade der üblichen Darstellung der Medien, vor allem nicht der sozialen Medien. Wer sich aus Frust oder Langeweile auf die negative Seite ziehen lassen will, der wird keine Probleme haben, an digitalen Stammtischen Gleichgesinnte zu treffen. Mittlerweile ist eine erhebliche Diskrepanz zwischen der Darstellung der Welt in den sozialen Medien und der tatsächlichen Realität zu beobachten. Aus Anlegersicht eine nicht zu unterschätzende Falle: Wenn das Grundvertrauen in eine intakte Welt fehlt, gestalten sich erfolgreiche Investitionen schwieriger. Wer sich zuerst auf die Suche nach der Wahrheit machen muss, verliert Zeit, Geduld und bringt schädliche Emotionen ins Spiel.
Die üblichen Probleme
Mit Sicherheit ist die Welt nicht frei von Problemen. Die Brexit-Verhandlungen werden Jahre andauern und immer wieder eine Belastungsprobe für Europa darstellen. Donald Trump wird immer wieder Fassungslosigkeit bei Politikern, Medien und Anlegern rund um den Globus hervorrufen. In einigen Teilen der Welt werden immer wieder konjunkturelle Schwächephasen auftreten. Plötzlich auftretende Korrekturen und regionale Bärenmärkte werden Anleger immer wieder dazu veranlassen, an der Sinnhaftigkeit einer Aktienanlage zu zweifeln.
Dabei ist es eigentlich wie immer: Märkte brauchen kein “grünes Licht”, um sich nach oben zu bewegen. Wichtig ist nur, dass die Welt besser ist, als sie von der Mehrheit der Marktteilnehmer wahrgenommen wird. Wenn das robuste Wirtschaftswachstum argwöhnisch betrachtet wird, der Crash hinter jeder Ecke zu lauern scheint und sogar das Grundvertrauen in etablierte Medien schrittweise verlorengeht, dann sollten Sie sich nicht sorgen. Wirklich gefährliche Euphorie ist dann weit entfernt.
2017 – das Jahr der Rekorde
Heimlich, still und leise hat sich auch der DAX wieder an sein Allzeithoch aus dem April 2015 herangepirscht. Das Vertrauen in die Stärke der Wirtschaftsleistung deutscher Unternehmen ist dennoch auf keinem hohen Niveau. Eher stellen sich kritische Beobachter in diesen Tagen die Frage, wann die “Trump-induzierte Rallye” von der harten Realität eingeholt wird. Gut so!
Fazit
Wem kann man in der heutigen Welt überhaupt noch trauen? Was ist Wahrheit, was ist Fake? Anleger, die sich in diesen Fragestellungen verlieren, verschaffen sich eine denkbar schlechte Ausgangsposition. Der globale Bullenmarkt ist intakt, die relative Attraktivität der Aktienmärkte ungebrochen und üppige Dividenden belohnen geduldige und qualitätsbewusste Anleger. Das ist kein Fake, sondern Fakt.
24. Februar 2017, © Grüner Fisher

Über den Autor
Thomas Grüner ist Gründer und Chief Investment Officer von der Vermögensverwaltung Grüner Fisher Investments. Sein Partner Ken Fisher ist seit über 30 Jahren „Forbes“-Kolumnist und warnte im März 2000 rechtzeitig vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Ken Fisher zählt zu den 400 reichsten US-Amerikanern und belegt auf der aktuellen „Forbes“-Rangliste Platz 211. Fisher Investments verwaltet momentan mehr als 65 Milliarden US-Dollar.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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