Snap geht an die Börse – und wird in dem Moment hier handelbar

By   /  March 2, 2017  /  Comments Off on Snap geht an die Börse – und wird in dem Moment hier handelbar

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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 2. März 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Snap, die Muttergesellschaft des Messenger-Dienstes Snapchat, geht am heutigen Donnerstag an die New Yorker Börse. Damit findet dort erneut ein vielbeachteter Börsengang statt, den Kommentatoren in einer Reihe mit Facebook und Twitter sehen. Es gilt als der größte Tech-IPO seit 2014. Snap gibt die Aktien für 17 US-Dollar aus und will mit dem IPO 3,4 Milliarden US-Dollar aufnehmen. Auch hierzulande findet die Transaktion viel Aufmerksamkeit.
Unabhängig davon, wie man die Renditechancen eines Investments in Snap einschätzt, ob man an die Wachstumsgeschichte glaubt, dass Snapchat Twitter und auch Facebook überholt hat, oder den Dienst bereits über seinem Zenit sieht, eines ist auf jeden Fall bemerkenswert: Deutsche Anleger können direkt im Anschluss an den IPO an der Nasdaq die Aktien an der Frankfurter Börse handeln, denn die Aktie wird direkt am Tag der Erstnotierung auf Xetra und auf dem Parkett handelbar gemacht.

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Börse Frankfurt begleitet IPO und Einbeziehung auf Xetra und dem Frankfurter Parkett natürlich auch auf Snapchat.
Vorausgesetzt natürlich, dass der IPO klappt und es in den USA zu einer Preisfeststellung kommt. Das kann deutlich länger dauern als hierzulande. Zum Beispiel dauerte es beim chinesischen Internetunternehmen im Alibaba im Juli 2015 über zwei Stunden, bis der erste Preis gefunden war.
Viele ausländische Aktien im Angebot

Von den 10.650 Unternehmen, deren Anteile an der Frankfurter Börse gehandelt werden, haben nur knapp 1.000 in Frankfurt ihren Heimatmarkt, die übrigen sind ausländische Werte. Als Heimatmarkt bezeichnet man die Börse, an der ein Unternehmen das Erstlisting hat. Dort ist es an die Börse gegangen und deren Transparenzregeln erfüllt es. In der Regel ist das gehandelte Volumen einer Aktie am Heimatmarkt am größten, dort wird also der Referenzpreis gestellt, an dem sich die anderen Börsen orientieren.

Die anderen knapp 10.000 Werte an der Börse Frankfurt haben ihre Erstnotiz an einer anderen Börse und sind von Spezialisten und Designated Sponsors in den Frankfurter Handel einbezogen worden. Diese Aktien werden im Quotation Board geführt, das keine weiteren Transparenzpflichten mit sich bringt.

Die Bandbreite der einbezogenen Unternehmen ist groß und reicht von US-Bluechips wie General Motors hin zu kleinen taiwanesischen Technologiewerten. Können die Originalaktien nicht im Ausland gehandelt werden, wie das zum Beispiel bei russischen Aktien der Fall ist, dann werden stattdessen häufig Austauschscheine, so genannte DRs für Depository Receipts, angeboten, die für eine hinterlegte Aktie stehen. Einige wenige Unternehmen haben ein duales Listing, wie z.B. Fiat.

Geld- und Brief-Quotes nach dem Heimatmarktprinzip

Bei großen internationalen Standardaktien, etwa den Unternehmen im Euro Stoxx 50 oder im S&P 100, bieten die Spezialisten auf dem Frankfurter Parkett das Heimatmarktprinzip an und geben darauf sogar eine Qualitätsgarantie. Sie kaufen und verkaufen Aktien mindestens zum Preis an der Heimatbörse mit einem kleinen Aufschlag für ihren Service.

Für kleinere Werte, außerhalb der Handelszeiten am Heimatmarkt oder für größere Orders kommt noch ein nachvollziehbarer Risikoaufschlag hinzu, da sich die Spezialisten bei ihrer Preisstellung nicht an einem liquiden Referenzmarkt orientieren können. Deshalb ist es sinnvoll, ausländische Aktien zu kaufen oder zu verkaufen, wenn deren Hauptbörse geöffnet ist.

Auf die Plätze, fertig, Snap

Wenn am Donnerstag Snap seinen Gang an die New Yorker Börse hinlegt, dann können auch deutsche Anleger sofort die Aktien handeln.

Und das geht so: Punkt 9.30 Uhr Ortszeit startet der Handel an der US-Börse. Danach wird für die PayPal-Aktie der erste Preis im Handel festgestellt.
Bei einem Aktienpreis von 17 US-Dollar liegt die Marktkapitalisierung von Snap bei knapp 20 Milliarden US-Dollar mit einer Kapitalerhöhung von 3,4 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Facebook hat 2012 Aktien für 16 Milliarden US-Dollar platziert.
Sobald an der Nasdaq nach 15:30 Uhr hiesiger Zeit der erste Preis auf Basis von aktueller Angebot und Nachfrage feststeht, kann die Aktie auf Xetra und dem Frankfurter Parkett Frankfurt gehandelt werden.
Oddo Seydler betreut den Wert als Spezialist im Frankfurter Parketthandel und im klassischen Xetra-Handel stellen Designated Sponsors fortlaufend Geld- und Briefpreise.
Ob Sie die Aktie überhaupt kaufen oder verkaufen wollen, ist natürlich eine ganz andere Frage und hängt von Ihrer persönlichen Einschätzung zu dem Unternehmen und seiner Perspektive ab. Die Börse Frankfurt ermöglicht es Ihnen immerhin.
von Edda Vogt2. März 2017, © Deutsche Börse AG

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