Anleihen: Renditen zeigen nach oben

By   /  March 11, 2017  /  Comments Off on Anleihen: Renditen zeigen nach oben

    Print       Email

MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Anleihen: Renditen zeigen nach oben

10. März 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Diese Woche steht der Anleihe-Markt ganz im Zeichen der Notenbanken. So zumindest fasst Arthur Brunner von der ICF Bank das Geschehen zusammen. Nachdem die Europäische Zentralbank einen unveränderten Kurs ihrer Politik des ultralockeren Geldes verkündet habe, stehe in der kommenden Woche aller Voraussicht nach ein Zinsschritt in den Vereinigten Staaten auf der Agenda.
Im Euroraum bleibe es vorerst bei einem Zinssatz von 0 Prozent, für Übernachteinlagen der Banken sind nach wie vor minus 0,4 Prozent fällig. Auch am Anleihen-Kaufprogramm hielten die Währungshüter unverändert fest. Das Erreichen der Inflationszielmarke von 2 Prozent im Euroraum führt EZB-Präsident Mario Draghi zum Teil auf gestiegene Öl- und Energiepreise zurück, wie Gregor Daniel anmerkt. Aktuell befinde sich der Rohölpreis im Rückwärtsgang. Anleger wetteten derzeit gar darauf, dass die Inflation im Euroraum in fünf Jahren unter dem 2,0-Prozent-Ziel liegt, wie der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank beobachtet.
Renditen zeigen nach oben
“Die höhere EZB-Erwartung für die Kerninflation von 1,3 auf 1,7 Prozent für 2017 ließ die Renditen von langlaufenden Staatsanleihen gestern im Euroraum steigen”, bemerkt Brunner. Der Euro-Bund-Future verlor deutlich an Gewicht und büßte auf Wochensicht von 164,72 auf 159,49 Prozent ein. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen kommen damit auf eine Rendite von 0,41 Prozent. Der Aufwärtstrend wird sich nach Ansicht der DekaBank voraussichtlich zaghaft fortsetzen. Das wahrscheinliche Zurückfahren des Anleihen-Kaufprogramms Ende des Jahres erzeuge mittelfristig zusätzlichen Rückenwind für Anleihe-Erträge.
Keine Banklizenzen ohne echte EU-Präsenz
Trotz gerichtlich verordneter Zustimmungspflicht beider Parlamentskammern zum Brexit-Gesetz scheint Premierministerin May an ihrem Zeitplan festzuhalten, die Scheidungspapiere für den Austritt aus der EU Ende März einreichen zu wollen. Dass das ganze Unterfangen nicht ganz billig werden dürfte, macht Klaus Stopp an den Aussagen des britischen Finanzministers Philip Hammond fest. Großbritannien braucht demnach ein ausreichendes Finanzpolster, um den anstehenden Austritt zu schultern.
Derweil unterstreicht die Europäische Zentralbank bereits vor Beginn der Verhandlungen, dass sie Banklizenzen in einem Euro-Land nur dann erteilen will, wenn tatsächlich auch ein Teil der Geschäfte in die EU verlagert wird, wie der Händler der Baader Bank beobachtet. “Die Notenbank warnte die britischen Banken davor zu tricksen.” Briefkastenfirmen, bei denen das Bankgeschäft effektiv weiterhin aus London heraus betrieben würde, seien nicht akzeptabel. “Natürlich wird London auch im Falle eines Brexits ein starker Finanzplatz bleiben, dennoch kommen diese Warnungen der EZB an die Londoner City einem deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl gleich.”
Anleihen kleinerer Unternehmen gefragt Im Handel mit Unternehmensanleihen verbucht Brunner lebhaftes Kaufinteresse an einer 40 Millionen Euro schweren, fünfjährigen Anleihe von Karlsberg (WKN A2AATX) mit einem Kupon von 5,25 Prozent und einer Laufzeit bis April 2021 sowie einer Kündigungsoption des Emittenten am 28. April 2019 zu einem Rückzahlungskurs von 101,5 Prozent. Der Wert hat im Wochenverlauf von 110 auf 112 Prozent hinzugewonnen. Die Gründe für den Anlegerzuspruch erschließen sich dem Händler kaum. “Hier scheint der Herdentrieb eine Rolle zu spielen.” Brunner Nach soliden vorläufigen Geschäftszahlen interessierten sich Anleger zudem verstärkt für ein Ferratum-Bond (WKN A2AAR2) mit einem Kupon von 4,875 Prozent, wie Brunner registriert. Der finnische Finanzdienstleister habe seine Einnahmen von 111 auf 154 Millionen Euro und seinen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 16,5 auf 21,1 Millionen Euro steigern können.
Die Anfang des Monats emittierte fünfjährige Anleihe der Eterna Mode Holding (WKN A2E4XE) mit einem Kupon von 7,75 Prozent kam Brunner zufolge bei den Kunden der ICF ebenfalls gut an. Aktuell ist das Papier des europäischen Hemden- und Blusenherstellers für über 103 Prozent zu haben.
In der zweiten Wochenhälfte etwas unter Druck geraten ist laut Brunner indes eine VW-Hybridanleihe (WKN A1ZE21) mit einem Volumen von 1,75 Milliarden Euro und einer jährlichen Verzinsung von 4,625 Prozent. Seit Mittwoch verlor der Wert von106 auf aktuell 104,77 Prozent.
Eine im Februar neu aufgelegte und mit jährlich 1,125 Prozent verzinste Anleihe von Sixt (WKN A2DADR) stößt bei Daniels Kunden auf reges Interesse auf beiden Seiten. Im Wochenverlauf steht ein Plus zu Buche, aktuell kostet die Anleihe 100,1 Prozent.
Mehr Transparenz für Anleger

Die Karlsberg- und Ferratum-Werte notieren übrigens beide im neuen Scale-Segment der Börse Frankfurt für Anleihen und Aktien, das den Entry Standard abgelöst hat. von: Iris Merker
10. März 2017, © Deutsche Börse AG

    Print       Email

You might also like...

Bundesumweltministerium fördert Radverkehr in Regensburg mit 1,1 Millionen Euro

Read More →