Bald wird wieder blaugemacht

By   /  March 11, 2017  /  Comments Off on Bald wird wieder blaugemacht

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: Bald wird wieder blaugemacht

Erste Moorfrösche sind unterwegs / Nächte werden kühler

Wenn die Moorfrösche losziehen, steigt die Vorfreude auf eines der schönsten heimischen Naturschauspiele: die Blaufärbung der balzenden Moorfroschmännchen. Zumindest in der Elbtalaue sind die ersten Moorfrösche nun unterwegs, bald wird also blaugemacht.

Aktuelle Vorhersage: Bei tagsüber verbreitet schönem Frühlingswetter in den Nächten starke Abkühlung. Nennenswerte Wanderungen daher nur bei günstigem Kleinklima. Erst ab dem dritten März-Wochenende (18./19.) deutlich mildere Nächte, dann wohl Wanderhöhepunkt der Erdkröten.

Moorfrösche – Foto: Waldemar Golnik

10. März 2017 – Moorfrösche, Knoblauchkröten, Kreuzkröten – so langsam nimmt die Vielfalt an den Amphibienzäunen zu. „An den beiden letzten Abenden herrschten dank Regen gute Wanderbedingungen, die hier insbesondere Moorfrösche auch gleich genutzt haben“, berichtet Christian Fischer aus der niedersächsischen Elbtalaue. „An unserem kurzen Zäunchen bei Kapern im Kreis Lüchow-Dannenberg, das gerade erst seit Mittwoch steht, kamen schon mehr als 200 Exemplare zusammen. Ein paar wenige Knoblauchkröten waren auch bereits auf den Beinen.“Auch in Märkisch-Oderland, kurz vor der Grenze zu Polen, nehmen die Wanderungen Fahrt auf. „Bei Waldsieversdorf, etwa 300 Meter vor der stationären Amphibienschutzanlage, haben wir um die 30 überfahrene Erdkröten gefunden. Gut zu wissen, dass wenigstens der Rest der Population durch die Anlage geschützt ist. Hier werden übrigens noch Helfer zur Reinigung gesucht“, so Thorsten Schönbrodt vom NABU Müncheberg. „Gestern Abend war es dann auch am Rohrpfuhl in Müncheberg soweit. Nachdem die ersten Kammmolche und Teichmolche schon vor zwei Wochen sporadisch wanderten, sind nun Erdkröten und Knoblauchkröten unterwegs.“

„Am Mittwoch haben wir zu unserer großen Überraschung erstmals eine Kreuzkröte an der B3 gefunden“, schreibt hierzu Regine Carl vom Verein für Umwelt- und Naturschutz Untergrombach (bei Bruchsal am Oberrhein).

Die Entwicklung der nächsten Tage ist unsicher und kann regional stark schwanken. „In den nächsten Tagen soll es trocken bleiben, da wird die Wanderung wohl pausieren“, meint Christian Fischer für die Elbtalaue. „Am Wochenende wird es bei gleichbleibender Witterung wohl richtig losgehen“, hofft dagegen Thorsten Schönbrodt für das Oderland. Möglicherweise haben beide recht. Dort wo es trocken bleibt, ist nach milden Tagen nachts ohne schützende Wolkendecke mit starkem Auskühlen bis in Frostnähe oder sogar in den Minusbereich zu rechnen. Dies wird für große Teile Deutschlands gelten, wobei in geschützten Flusslagen bei günstigem Kleinklima trotzdem Wanderungen möglich sind. Deutlich mildere Nächte sagt der Deutsche Wetterdienst erst für das dritte März-Wochenende (18./19.) voraus. Dann dürfte es zumindest bei den Erdkröten zum Wanderhöhepunkt kommen.

Tagesaktuelle Meldungen aus Sachsen

Alles klar für den großen Ansturm

Die meisten Schutzzäune sind jetzt aufgestellt

07. März 2017 – Die Wanderungen von Fröschen, Kröten und Molchen zu den Laichgewässern laufen derzeit nur schleppend. Es ist zwar feucht genug, aber die Nächte sind vielerorts zu kühl. Daran wird sich die nächsten Tage nichts grundlegend ändern.

Zaunaufbau – Foto: Uwe Baumert

Bei nur sehr mäßigen Wanderbedingungen nutzten die Amphibienschutzgruppen die letzten Tage, um weitere Zäune aufzustellen. Teil wurden über Hunderte Meter die Zaunfurchen per Spaten ausgehoben und auch die Löcher für die Sammeleimer per Hand ausgehoben, oft waren aber auch Maschinen im Einsatz. Immer öfter werden Zäune von den Straßenbaubehörden eingerichtet. Das tägliche Ablaufen der Zäune, Einsammeln und Registrieren der Tiere macht ja ehrenamtlich schon genug Arbeit.Nur bei günstigem Kleinklima kam es zu nennenswerten Wanderungen. So wurden laut Irene und Kurt Gellweiler am Alten Steinbruch in Monzingen an der Nahe am Samstag 87 Erdkröten – darunter nur zwei Weibchen – und ein Grasfroschweibchen von der Straße gesammelt. Der „Landesbetrieb Mobilität“ (LBM) hatte dort zwar bereits Warnschilder aufgestellt, doch der Zaun fehlte noch. Dementsprechend waren auch 15 überfahrene Tiere zu beklagen. Immerhin waren „die Autofahrer während unserer Sammlung sehr achtsam. Zwei Kinder halfen spontan beim Sammeln und Aussetzen.“ Andere Erfahrungen machten Sabine und Matthias Brauckmann in Herne. Dort waren „wieder viele Autofahrer unterwegs, die die Straße als Rennstrecke ansehen und mit 80 oder 90 Stundenkilometern am Zaun entlang kacheln.“Der ganz große Ansturm zeichnet sich zunächst nicht ab. Die bundesweit besten Bedingungen wird es voraussichtlich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geben. Danach gehen die Temperaturen wieder nach unten, wohl erst um den 20. März wird es wieder besser.

Tagsüber frühlingshaft, nachts dagegen frostig

Die nächsten Tage kommen die Laichwanderungen nur schleppend voran

01. März 2017 – Eine vergleichsweise stabile Westwetterlage brachte in der zweiten Februarhälfte bereits ungewöhnlich gute Wanderbedingungen für unsere Amphibien. In nahezu ganz Deutschland machten sich im Flachland Kröten, Frösche und Molche auf den Weg. Ganz so glatt geht es im März nicht weiter.

Kammmolch im Winterquartier (Kreis Märkisch Oderland) – Foto: Thorsten Schönbrodt

Mit klirrender Kälte haben wir im Rest-Winter wohl nicht mehr zu rechnen. „Eine nachhaltige Einwinterung (…) kann man mit recht hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen“, heißt es dazu in der Monatsprognose von www.Ornithowetter.de. Die Vorschau des Deutschen Wetterdienstes für die erste Monatshälfte zeigt aber, dass die Nachttemperaturen zunächst einmal überall sinken. Die Bedingungen werden für die Amphibien also schwieriger und spätestens in der zweiten Märzwoche geht es im Süden und Osten nachts an oder leicht unter die Frostgrenze. Im Westen, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bleibt es etwas milder. Von idealen Wanderbedingungen ist man aber auch dort weit entfernt.

Ausführlicher Rückblick auf den Februar

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