Berliner Milchforum: Den Wandel selbst gestalten

By   /  March 17, 2017  /  Comments Off on Berliner Milchforum: Den Wandel selbst gestalten

    Print       Email

MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Berliner Milchforum: Den Wandel selbst gestalten

„Es ist
an der Zeit, die richtigen Schlüsse aus den vergangenen Milchkrisen zu ziehen“,
resümierte der Milchbauernpräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten
Schmal, zum Abschluss des 8. Berliner Milchforums. „Die Diskussionen auf dem
Forum haben nur allzu deutlich den Handlungsbedarf innerhalb der Milchbranche
gezeigt. Die Politik kann den offenen Milchmarkt nur flankieren.“
 
So
gehören nach Ansicht von Schmal vor allem eine starke erste Säule der GAP, ein
wirksames und in Teilen noch ausbaufähiges Sicherheitsnetz sowie steuerliche
Regelungen zur betrieblichen Risikovorsorge in den Instrumentenkasten der
Politiker. Dagegen können staatliche und allgemeinverbindliche
Mengenregulierungen den Absatz- und Verwertungsmöglichkeiten einzelner
Molkereiunternehmen nicht gerecht werden. Dieser Punkt gehört ausschließlich in
die Hände der Wirtschaft und ist durch die Lieferbeziehungen zwischen
Molkereien und Milcherzeuger unternehmensindividuell zu regeln. Hier seien vor
allem die Geschäftsführungen und ehrenamtlichen Aufsichtsräte der
genossenschaftlichen Molkereien gefordert, sich mit ihren Lieferanten über
marktkonforme Lieferbeziehungen, krisenrobuste Preisabsicherungen und
zukünftige Qualitätsanforderungen an die Rohmilch auszutauschen.
 
„Wir
brauchen keinen Strukturbruch, sondern einen Strukturaufbruch“, forderte Schmal
die gesamte Milchbranche und insbesondere die Molkereien auf, Reserven in der
Wertschöpfung zu heben. Dazu gehöre, die strukturellen Herausforderungen in der
Vermarktung und das Nutzen von kartellrechtlichen Spielräumen für Verhandlungen
auf Augenhöhe mit dem Lebensmitteleinzelhandel aufzugreifen. Genauso sieht der
Milchbauernpräsident den Handel in der Pflicht, seine Forderungen nach höheren
Produktionsstandards finanziell auszugleichen. Die bisherigen Billigstrategien
stehen im deutlichen Widerspruch zu den regelmäßigen Bekenntnissen zu
Nachhaltigkeit und Regionalität. Der Handel muss zeigen, dass er mit seinen
Milchpreisen und Standardforderungen nicht die Existenz der Bauern zerstört,
sondern an einer „nachhaltigen“ Existenz seiner Rohstofflieferanten
interessiert ist.

    Print       Email

You might also like...

Vor 50 Jahren: Der erste Mensch auf dem Mond

Read More →