Rede und Präsentation von Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Bilanzpressekonferenz 2017

By   /  March 21, 2017  /  Comments Off on Rede und Präsentation von Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Bilanzpressekonferenz 2017

    Print       Email

MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Rede und Präsentation von Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Bilanzpressekonferenz 2017

Guten Morgen meine Damen und Herren,

herzlich willkommen auch von meiner Seite. Bevor ich beginne, ein
paar kurze Worte zu meiner Person: Wie Sie wissen, habe ich zum 1.
Januar von Friedrich Eichiner das Finanzressort übernommen.

In meinen insgesamt 26 Jahren bei der BMW Group war ich unter anderem
Leiter der Vertriebssteuerung, des Konzerncontrollings und der
Vertriebsregion Europa. Während dieser Zeit habe ich sowohl die
Strategie Number ONE als auch die Strategie NUMBER ONE>NEXT aktiv
mitgestaltet. Ich bin davon überzeugt: Damit haben wir den richtigen
Weg eingeschlagen.

Ich freue mich sehr, heute als Mitglied des Vorstands, verantwortlich
für das Finanzressort, hier zu sein. Ich bin davon überzeugt, dass wir
die gute und konstruktive Zusammenarbeit der letzten Jahre
weiterführen werden.

Lassen Sie mich nun zum offiziellen Teil kommen. Ich gehe jetzt im
Detail auf die wichtigsten Entwicklungen im Geschäftsjahr 2016 sowie
die Chancen und Herausforderungen im laufenden Jahr ein.

Profitabilität, Stabilität, Nachhaltigkeit – dafür steht die BMW
Group seit vielen Jahren. Auch im Geschäftsjahr 2016 hat das
Unternehmen geliefert, was es versprochen hat. Absatz, Umsatz und
Konzernergebnis sind die jeweils höchsten der Unternehmensgeschichte.
Das ist Ausdruck von Konstanz und Leistungskraft.

In ihrem Jubiläumsjahr hat die BMW Group erneut gezeigt:
Innovationsstärke und Profitabilität gehen Hand in Hand. Das
Unternehmen hat ein weiteres Mal alle angestrebten Ziele erreicht. Das
siebte Jahr in Folge liegt die EBIT-Marge im Automobilsegment im
Zielkorridor von 8-10%.

Wir denken langfristig – und richten den Konzern strategisch auf die
Zukunft aus. Dafür nehmen wir Geld in die Hand und investieren in
alternative Antriebe, das autonome Fahren, die Weiterentwicklung der
Mobilitätsdienstleistungen und die Digitalisierung. Schritt für
Schritt setzen wir um, was wir uns mit der Strategie NUMBER ONE >
NEXT vorgenommen haben. Neue und innovative Produkte wie der BMW 5er
belegen die Fortschritte in wichtigen Innovationsfeldern. Gleichzeitig
wird die konsequente Ausrichtung auf Profitabilität beibehalten. Die
letzten Jahre haben gezeigt: Mut zur Innovation und hohe Renditen
schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Die heutige finanzielle Stärke
ermöglicht die Vorleistungen für unseren zukünftigen Erfolg.

Die BMW Group ist in allen ihren Geschäftsfeldern erfolgreich
unterwegs. Hier sehen Sie die Entwicklung der EBT-Marge im Konzern
über die letzten Jahre. Seit 2011 konnte die 10%-Marke durchgehend
übertroffen werden. Im Geschäftsjahr 2016 liegt die Umsatzrendite bei 10,3%.

2016 ist der Konzernumsatz auf 94,16 Mrd. Euro gewachsen. Das
entspricht einem Plus von 2,2% im Vergleich zum Vorjahr. Unter anderem
haben sich Währungseinflüsse dämpfend ausgewirkt. Bereinigt um diese
Umrechnungseffekte sind die Umsatzerlöse um 4,3% angestiegen.

Das Vorsteuerergebnis im Konzern beträgt 9,67 Mrd. Euro. Damit ist es
– entsprechend unserer Prognosen – leicht um 4,8% auf einen neuen
Höchstwert angestiegen. Im Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum
Vorjahr vor allem die positive Marktwertveränderung von
Rohstoffderivaten ausgewirkt.

Der Ergebnisbeitrag aus dem chinesischen Joint Venture BMW Brilliance
Automotive beträgt trotz hoher Vorleistungen für den Anlauf des neuen
Motorenwerks und für neue Modelle 507 Mio. Euro. Der leichte Rückgang
im Vergleich zum Vorjahr ist lediglich auf Effekte aus der
Währungsumrechnung zurückzuführen.

Die Steuerquote lag unter anderem aufgrund von
Verrechnungspreisthemen sowie der Neubewertung von Steuerpositionen
bei 28,5%. Entsprechend konnte beim Jahresüberschuss ein neuer
Bestwert erreicht werden. Er liegt im Jahr 2016 bei über 6,9 Mrd. Euro
und somit um 8,0% über Vorjahr.

Im vierten Quartal betragen die Umsatzerlöse des Konzerns nahezu 25
Mrd. Euro und liegen damit auf Vorjahresniveau. Entsprechend unserer
Erwartungen ist das Vorsteuerergebnis im Konzern – unter anderem
aufgrund von Vorleistungen für die Umsetzung der neuen Strategie – im
vierten Quartal moderat zurückgegangen.

Wie saisonal üblich haben höhere IT- und Marketingkosten sowie höhere
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung das Ergebnis belastet. Es
beträgt rund 1,92 Mrd. Euro. Trotz der beschriebenen Aufwendungen hat
die BMW Group im Automobilsegment eine operative Marge von 8,3% erzielt.

Meine Damen und Herren,

die BMW Group investiert konsequent in die Zukunft. Wir sind davon
überzeugt: Innovationsstärke ist der Schlüssel zu langfristiger
Profitabilität. Insgesamt hat das Unternehmen im Jahr 2016 3,73 Mrd.
Euro in Produkte und Anlagen investiert. Die aktivierten
Entwicklungskosten sind hier nicht enthalten.

Im Fokus standen vor allem Vorleistungen für den Anlauf wichtiger
Volumenmodelle sowie Investitionen in die Zukunftsfähigkeit unserer
Werke weltweit. Die Investitionsquote liegt mit 4,0% auf dem Niveau
des Vorjahres und wie geplant bei unter 5% vom Umsatz. Für 2017 gehen
unsere Erwartungen von einer etwas höheren Quote aus, die aber
weiterhin unterhalb der Zielmarke von 5% bleiben wird.

Auf der Produktseite sind im vergangenen Jahr vor allem Vorleistungen
für den Launch des neuen 5er angefallen, dessen Produktion Ende 2016
gestartet ist. Zudem bauen wir unser internationales
Produktionsnetzwerk gezielt aus. Investitionen sind 2016 sowohl in den
Bau neuer Fertigungsstätten als auch in den Aus- und Umbau bestehender
Werke geflossen. Zudem investieren wir kontinuierlich in die
Modernisierung und Flexibilisierung unserer Produktionsstandorte. Um
der weltweit starken Nachfrage nach den BMW X Modellen gerecht zu
werden, wird derzeit das Werk Spartanburg in den USA erweitert. Damit
wird die Kapazität von 410.000 Einheiten pro Jahr auf 450.000
Fahrzeuge erhöht.

Der Bau des Werkes im mexikanischen San Luis Potosí schreitet
planmäßig voran. 2019 sollen hier die ersten Modelle der 3er Reihe für
den weltweiten Export vom Band rollen. Mit dem neuen Werk kompensieren
wir unter anderem Produktionskapazitäten des Werks in Südafrika, in
dem künftig anstelle der BMW 3er Limousine der neue BMW X3 produziert wird.

In China hat das Joint Venture BBA 2016 ein neues Motorenwerk zur
Versorgung der lokalen Fahrzeugwerke eröffnet. Das Werk Dadong, in dem
die Langversion der 5er Limousine vom Band läuft, wird derzeit erweitert.

Ich komme nun zu den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Sie
betragen im Geschäftsjahr 2016 insgesamt 5,16 Mrd. Euro und bewegen
sich damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die Aktivierungsquote beträgt 40,5%.

Die F&E-Quote liegt mit 5,5% im Rahmen unseres angestrebten
Zielkorridors von 5-5,5%. Im Mittelpunkt stand 2016 die Vorbereitung
für den Anlauf neuer Modelle. In den nächsten Jahren werden wir unser
Produktportfolio weiter verjüngen.

Neben der Weiterentwicklung der konventionellen Motoren treiben wir
auch die Entwicklung einer neuen Generation von Elektromotoren voran
und forschen intensiv an der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie.
Zudem entwickeln wir unsere Heck- und Frontantriebsarchitekturen
weiter, um sie gleichermaßen für konventionelle Antriebe wie auch für
die Elektrifizierung zu befähigen. Damit erhöhen wir unsere Flexibilität.

Mit zusätzlichen Assistenzsystemen im neuen 5er gehen wir einen
weiteren wichtigen Schritt in Richtung autonomes Fahren. Wir bringen
technologische Innovationen in Serie, ausgereift und sicher.

Auch 2017 werden wir uns weiter auf die Umsetzung unserer Strategie
konzentrieren. Um das Unternehmen für die kommenden Herausforderungen
optimal aufzustellen, investieren wir in die Entwicklung neuer und die
Optimierung bestehender Technologien. Aufgrund der nötigen
Zukunftsvorleistungen wird die F&E-Quote in den kommenden beiden
Jahren voraussichtlich leicht über dem Zielkorridor von 5-5,5% liegen.

Das Geschäftsjahr 2016 war das bisher erfolgreichste für die BMW
Group. Das Unternehmen hat seine gesetzten Ziele erneut erreicht. Es
entspricht unserem Selbstverständnis, unsere Aktionäre angemessen am
Geschäftserfolg des Unternehmens zu beteiligen. Vorstand und
Aufsichtsrat schlagen daher für 2016 eine Dividende von 3,50 Euro je
Stammaktie und 3,52 Euro je Vorzugsaktie vor. Gegenüber dem Vorjahr
erhöht sich die Dividende um 30 Cent. Es ist die höchste Dividende,
die die BMW Group jemals gezahlt hat.

Die Dividendensumme beläuft sich auf insgesamt 2,3 Mrd. Euro. Damit
geht ein Drittel des Jahresüberschusses an unsere Anleger. Die
Ausschüttungsquote liegt somit innerhalb unseres Zielkorridors von 30-40%.

Lassen Sie mich nun auf die Ertragslage in den einzelnen Segmenten
eingehen. Zunächst zum Automobilsegment. Die Automobilauslieferungen
haben 2016 um 5,3% auf nahezu 2,37 Mio. Fahrzeuge zugelegt. Mit diesem
soliden Anstieg konnte die zu Jahresanfang gegebene Prognose sogar
leicht übertroffen werden.

Die Umsatzerlöse im Segment Automobile sind 2016 auf 86,42 Mrd. Euro
gestiegen. Das entspricht wie prognostiziert einem leichten Zuwachs um
1,0% im Vergleich zum Vorjahr. Währungsbereinigt ist der Umsatz um
3,1% gewachsen.

Das EBIT im Segment beträgt 7,7 Mrd. Euro. Damit ist es das
zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte und liegt nur leicht
unter dem Vorjahresergebnis. Die EBIT-Marge befindet sich trotz
umfangreicher Vorleistungen für Zukunftsprojekte mit 8,9% wie geplant
im Zielkorridor von 8-10%.

Sie sehen hier die Überleitung auf das operative Ergebnis im
Automobilsegment. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen und der
politischen Volatilität konnte 2016 erneut ein starkes EBIT erzielt
werden. Positiv haben sich Effekte aus Währungen und Rohstoffen in
Höhe von 200 Mio. Euro ausgewirkt. Das Ergebnis hat auch von den
Volumensteigerungen, Mix- und Markteffekten profitiert. Vom neuen 5er
erwarten wir hier im laufenden Jahr positive Impulse.

In einem wettbewerbsintensiven Umfeld arbeiten wir kontinuierlich
daran, unsere Vertriebsleistung weiter zu optimieren. Dazu gehört
auch, die Angebotsstruktur noch gezielter auf die Bedürfnisse unserer
Kunden in unterschiedlichen Weltregionen auszurichten. Über
intelligente Ausstattungs- und Preismaßnahmen werden wir unsere
Position im Markt weiter stärken.

Auf das EBIT haben sich Abschreibungen in Höhe von 143 Mio. Euro
negativ ausgewirkt. In den sonstigen Veränderungen ist der Saldo aus
Effizienzverbesserungen sowie Vorleistungen und Personalkosten
erfasst. Diese Position beläuft sich auf -217 Mio. Euro. Hohe
Aufwendungen für Strategieprojekte sowie ein gestiegener Personalstand
haben das Ergebnis belastet. Die BMW Group investiert heute in ihren
zukünftigen Geschäftserfolg. Dabei behalten wir unsere langfristige
strategische Ausrichtung konsequent bei.

Ich komme nun zur Kapitalflussrechnung. Der Free Cashflow im Segment
Automobile beträgt im Jahr 2016 5,79 Mrd. Euro. Damit liegt er um 388
Mio. Euro über dem Wert des Jahres 2015. Zu diesem starken Free
Cashflow haben unter anderem der gestiegene Jahresüberschuss sowie die
gute Steuerung des Working Capital beigetragen. Für das laufende Jahr
erwarten wir erneut einen starken Free Cashflow. Unser Zielwert liegt
weiterhin bei über 3 Mrd. Euro.

Die BMW Group verfügte auch 2016 über eine starke
Liquiditätsposition. Zum 31. Dezember betrug die Gesamtliquidität des
Konzerns 13,17 Mrd. Euro. Das zeigt einmal mehr: Das Unternehmen ist
finanziell sehr solide aufgestellt.

In einem volatilen Umfeld verfügt der Konzern über hohe Flexibilität
und Finanzkraft. Weiterhin hält die BMW Group ausreichend hohe
Liquiditätsreserven, um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit
sicherzustellen. Dies wird auch von Kapitalmarkt und Ratingagenturen
honoriert. Im Januar hat Moody´s das Langfrist-Rating für die BMW
Group auf A1 angehoben. Das ist das beste Rating unter den
europäischen Automobilherstellern und das zweitbeste unter allen
Herstellern weltweit.

Ich komme nun zum Segment Finanzdienstleistungen. Für BMW Group
Financial Services ist das Geschäftsjahr 2016 erfolgreich verlaufen.
Insgesamt wurden 1,81 Mio. Neuverträge mit Endkunden abgeschlossen,
ein Plus von 9,4%. Dabei legte insbesondere die Kreditfinanzierung
deutlich um 11,1% zu.

Das Neugeschäftsvolumen betrug rund 55,33 Mrd. Euro und lag damit um
9,3% höher als im Vorjahr. Der Vertragsbestand im Segment übertraf mit
5,11 Mio. Verträgen erstmals die 5-Millionen-Marke. Die
Penetrationsrate, also der Anteil an BMW Group Neufahrzeugen, die über
das Segment verleast oder finanziert werden, ist 2016 auf 49,6% angestiegen.

Das Wachstum im Finanzierungs- und Leasinggeschäft mit Endkunden
wirkt sich auch positiv im Vertragsbestand aus. Den stärksten Zuwachs
verzeichnete wieder die Region Asien/Pazifik mit einem Plus von 18,0%.
Hier ist traditionell vor allem das Finanzierungsgeschäft stark. In
den Regionen Europa/Middle East/Afrika und Amerika wurden solide
Wachstumsraten von 8,6% und 7,1% erzielt. Die EU-Bank, die die BMW
Bank sowie ihre Niederlassungen in Italien, Spanien und Portugal und
die Tochtergesellschaft in Frankreich umfasst, legte ebenfalls solide zu.

Die gute Geschäftsentwicklung im Segment Financial Services spiegelt
sich auch im Ergebnis wider. Zum ersten Mal betrug das
Vorsteuerergebnis im Segment über 2 Mrd. Euro. Aufgrund des
erfolgreichen Geschäftsverlaufs und der guten Entwicklung der
Risikosituation hat sich die Eigenkapitalrendite mit 21,2% leicht
besser entwickelt als erwartet. Damit liegt der RoE wie prognostiziert
über unserem Mindestanspruch von 18%.

Trotz des volatilen wirtschaftlichen und politischen Umfelds hat sich
die Risikosituation des Gesamtportfolios im Segment weiter positiv
entwickelt. Die Kreditausfallrate liegt mit 0,32% auf einem historisch
niedrigen Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie noch einmal um fünf
Basispunkte gesunken. Die Restwertverluste sind wie erwartet im
Vergleich zum Vorjahr moderat angestiegen, unter anderem bedingt durch
das steigende Gebrauchtwagenvolumen und die hohe Wettbewerbsintensität
in Nordamerika.

BMW Group Financial Services trifft umfassend Vorsorge für die
wesentlichen Geschäftsrisiken und ist nach aktueller Einschätzung auf
Restwert- und Kreditrisiken adäquat vorbereitet. Wir erwarten für das
laufende Jahr eine weitgehend stabile Entwicklung der Risikosituation.

Ich komme nun zum Segment Motorräder. Für BMW Motorrad ist das
Geschäftsjahr 2016 ebenfalls erfolgreich verlaufen. Die Auslieferungen
legten um 5,9% auf rund 145.000 Fahrzeuge zu. Damit fiel das
Absatzwachstum aufgrund des guten Produktmomentums und der positiven
Marktentwicklung sogar etwas höher aus als zu Jahresbeginn erwartet.

Entsprechend der guten Absatzentwicklung stiegen die Umsatzerlöse im
Segment erstmals auf über 2 Mrd. Euro. Das EBIT stieg auf einen neuen
Höchstwert von 187 Mio. Euro. Die operative Marge im Segment beträgt 9,0%.

BMW Motorrad hat 2016 weiter konsequent seine Fit-4-2 Strategie
umgesetzt. Dazu gehören die Erweiterung des Portfolios in neuen
Segmenten sowie die Erschließung neuer Märkte. 2017 wird BMW Motorrad
seine Produktoffensive weiter fortsetzen. Mit der G310 R und ihrem
Schwestermodell G310 GS stoßen wir in das Segment unterhalb 500
Kubikzentimeter vor. Damit erschließen wir neue Kundengruppen und
legen den Grundstein für weiteres Wachstum. Mit dem Schwung aus diesen
neuen, wichtigen Modellen geht BMW Motorrad zuversichtlich in die neue
Saison. Wir erwarten für das Segment erneut ein erfolgreiches
Geschäftsjahr 2017.

Ich komme nun zu den Konsolidierungen. Hier werden
segmentübergreifende Geschäftsvorfälle eliminiert, im Wesentlichen
zwischen den Segmenten Automobile und Finanzdienstleistungen. 2016
beträgt das Vorsteuerergebnis in den Konsolidierungen -772 Mio. Euro.
Damit liegt der negative Saldo um 108 Mio. Euro höher als im Vorjahr.
Wie im Vorjahr sind die Zwischengewinneliminierungen im vierten
Quartal unter anderem aufgrund des Leasing-Neugeschäfts angestiegen.
Das Jahresende ist traditionell am absatzstärksten in Märkten mit
hohem Leasing-Anteil.

Meine Damen und Herren,

für das laufende Jahr haben wir uns vor dem Hintergrund volatiler
Umfeldbedingungen wieder anspruchsvolle Ziele gesetzt. Insgesamt
erwarten wir für 2017 erneut eine positive Geschäftsentwicklung. Wir
streben neue Bestwerte an – bei Absatz, Umsatz und Ergebnis. Sollten
sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern, gehen wir
von einem leichten Anstieg des Konzernergebnisses vor Steuern aus.

Bei den Auslieferungen im Segment Automobile rechnen wir, stabile
Rahmenbedingungen vorausgesetzt, ebenfalls mit einem leichten Anstieg.
In den nächsten Jahren werden wir unser Produktportfolio deutlich
verjüngen. Mit der neuen 5er Limousine und Touring, dem neuen X3, dem
MINI Countryman sowie weiteren attraktiven neuen Modellen sind wir für
2017 gut aufgestellt.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir Absatzzuwächse in allen wichtigen
Weltregionen. Auf den europäischen Automobilmärkten gehen wir nach der
dynamischen Entwicklung der Vorjahre von einem leichten Wachstum aus.
In China sollte sich die positive Entwicklung dank attraktiver Modelle
wie der Langversion der neuen 5er Limousine und des X1 weiter
fortsetzen. Anfang des Jahres ist hier die Produktion der neuen 1er
Limousine für den chinesischen Markt angelaufen, die zusätzliche
Impulse liefern wird. Auf dem amerikanischen Markt rechnen wir 2017
mit einer leichten Belebung.

Die positive Entwicklung bei den Auslieferungen wird sich
voraussichtlich auch in den Umsatzerlösen im Segment Automobile
widerspiegeln. Dementsprechend erwarten wir für das laufende Jahr hier
eine leichte Steigerung. Trotz der hohen Zukunftsvorleistungen
behalten wir unsere anspruchsvollen Profitabilitätsziele bei. Wir
streben eine EBIT-Marge im Automobilsegment zwischen 8 und 10% an.

Bei den Auslieferungen im Segment Motorräder erwarten wir im
laufenden Jahr einen deutlichen Anstieg. Mit der Erweiterung des
Produktportfolios gehen wir auf neue Kundengruppen zu und erschließen
Wachstumspotenziale in den großen Motorradmärkten.

Aufgrund der zunehmenden strategischen Bedeutung des Segments wird ab
2017 auch die operative Umsatzrendite im Segment Motorräder als
finanzieller Leistungsindikator berichtet. Wie im Automobilsegment
streben wir hier eine EBIT-Marge im Korridor von 8-10% an.

Im Segment Finanzdienstleistungen rechnen wir für 2017 mit einer
weiterhin guten Geschäftsentwicklung. Vor dem Hintergrund erhöhter
regulatorischer Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung und einer
sich normalisierenden Risikosituation erwarten wir einen leichten
Rückgang der Eigenkapitalrendite. Sie wird jedoch weiterhin über
unserem Mindestanspruch von 18% liegen.

Bei unseren Jahresprognosen gehen wir davon aus, dass sich die
wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern.

Die BMW Group bleibt auf Wachstumskurs. Seit 2010 liefert das
Unternehmen konstant eine operative Rendite im Automobilsegment in
oder über dem Zielkorridor von 8-10%.

Das Vertrauen unserer Stakeholder ist hart erarbeitet. Die
vergangenen Jahre haben gezeigt: Wir setzen uns klare Ziele – und
halten, was wir versprechen. Ich verspreche Ihnen: Daran werden wir
uns auch in Zukunft messen – und messen lassen. Zukunftsfähigkeit
setzt Flexibilität voraus, davon bin ich fest überzeugt.

Für uns bedeutet das: Wir entwickeln unsere Geschäftsprozesse
kontinuierlich weiter und passen uns an veränderte Rahmenbedingungen
an. Gleichzeitig setzen wir unsere Ressourcen klug ein und fokussieren
uns auf das Wesentliche. Unser Anspruch ist es, an der Spitze zu
bleiben – bei Zukunftstechnologien und Profitabilität.

Wir treiben den Wandel der Branche aktiv voran. Mit zielgerichteten
Investitionen mit einem klaren Fokus auf Elektromobilität sichern wir
unseren Geschäftserfolg von morgen. Profitabilität ist in unserem
Unternehmen fest verankert. Dieses Ziel habe ich auch in meinen
früheren Positionen konsequent verfolgt.

Der neue BMW 7er markiert den Start unserer Produktoffensive in den
oberen Segmenten. Mit dem X7 werden wir unser Portfolio weiter
ausbauen und unsere Präsenz in diesem Segment deutlich stärken.

Wir richten uns konsequent auf die Zukunft aus. Unser breites Angebot
an Premiumprodukten und -dienstleistungen ist dafür das beste Fundament.

Damit übergebe ich wieder an Harald Krüger.

Vielen Dank.

    Print       Email

You might also like...

#ROADtoIMM19: Im classic Mini zum International Mini Meeting 2019.

Read More →