ETF Magazin: “Wetten auf die Zukunft”

By   /  March 28, 2017  /  Comments Off on ETF Magazin: “Wetten auf die Zukunft”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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28. März 2017. München (ETF Magazin). War früher wirklich alles besser? Auf jeden Fall war vieles anders, denn unser gesamter Planet ist im Wandel. High-Tech-Schmieden aus dem Silicon Valley verpflanzen das Internet in den Alltag von Unternehmen und Verbrauchern, Biologen entwickeln Medikamente für bislang unheilbare Krankheiten, viele Schwellenländer erleben einen Wohlstandsboom.
Das sind einige der Megatrends, die unsere Welt und Gesellschaft auf lange Sicht grundlegend verändern; ökonomisch, gesellschaftlich und kulturell. Manche Menschen fürchten solche extremen Veränderungen, doch vorausschauende Investoren erkennen Chancen. Alte Märkte schrumpfen, doch gleichzeitig entstehen neue, viel versprechende Märkte. Die Quoten für die Wetten auf die Zukunft stehen nicht schlecht – im Gegenteil. Mit neuen Themen-ETFs können Anleger die Chancen nutzen.
Die Zukunft ist jetzt
Handarbeit ist schon heute oft ein Relikt aus der Vergangenheit. Roboter übernehmen mehr und mehr Aufgaben in der Industrieproduktion. Keine Menschenhand arbeitet präziser und schneller als ein programmierter Algorithmus. Aus Hollywood-Fiktion wird langsam Realität. Bis zum Jahr 2025 soll der Markt für Robotics jährlich um mindestens 10 Prozent wachsen, die Vernetzung von Geräten wird zu einem billionenschweren Wirtschaftszweig avancieren.
Für Facharbeiter ist das womöglich ein Unglück, Investoren sind begeistert: Die Kurse der Robotics-Aktien sind im Höhenflug und ziehen dabei eine andere Branche mit, die Datensicherheit. Ein Dauerthema in einer Zeit, in der so viel gehackt wird wie noch nie. Es ist längst keine Seltenheit mehr, dass Unternehmen Hacker anwerben, die das eigene System sicherer machen sollen. Angesichts immer mehr vernetzter Geräte und riesiger Datenbanken in der Cloud dürfte die Nachfrage nach IT-Sicherheit weiter hoch bleiben.
Ein ähnliches Ursache-Wirkungs-Prinzip besteht zwischen zwei anderen Megatrends: Demografie und Gesundheitsbranche. Während die Geburtenrate auf der Welt weiter sinkt, steigt unsere Lebenserwartung. Die Folge: eine immer ältere Gesellschaft, die wiederum mehr Geld für die eigene Gesundheit ausgibt. Insgesamt soll der Gesundheitsmarkt bis 2020 auf ein Volumen von 10 US-Billionen Dollar anwachsen. 2013 waren es noch 7,2 US-Billionen Dollar. Vor allem in den Emerging Markets steigen die privaten Ausgaben für die medizinische Versorgung.
Apropos Schwellenländer: Die dort steigende Lebensqualität macht sich auch am wachsenden Konsum bemerkbar. Bis zum Jahr 2025 dürften rund drei Milliarden Menschen in den Schwellenländern in die Mittelschicht aufsteigen – auch für viele Unternehmen ist das ein Geschenk. Noch immer herrscht allerdings in einigen Teilen der Welt Trinkwassermangel. Schätzungsweise rund eine Milliarde Menschen leidet darunter. Innovative Unternehmen bieten auch Lösungen für dieses Problem. Alles in allem also kein Grund, der Vergangenheit nach zutrauern, und noch weniger Anlass für Zukunftsangst.
Rendite mit Robotern
Mit dem Robo-Stox-Global-Robotics-and-Automation-ETF der britischen ETF Securities können Anleger vom Boom in der Robotik- und Automationsbranche profitieren. Dazu bildet der thesaurierende Fonds die Entwicklung eines vom Beratungsunternehmen Robo Global entwickelten Index für die Branche nach. Dieser enthält vor allem US-amerikanische und japanische Aktien – und schießt rasant nach oben. Allein in den letzten zwölf Monaten kletterte der Kurs um 47 Prozent. Ein Ende ist nicht in Sicht.
Im Gegenteil: Studien zufolge soll der Markt für Robotik weiter stürmisch wachsen, bis 2025 um jährlich zehn bis 15 Prozent. Ein wesentlicher Grund für den zunehmenden Einsatz: Die Kosten moderner Industrieroboter sinken kontinuierlich, während die Leistungsfähigkeit weiter steigt. Automatisierungsprozesse bei den Herstellern und eine wachsende Datenbasis beschleunigen das Wachstum. Biss zum Jahr 2025 werden etwa 45 Prozent der Arbeiten in der Industrie durch Roboter ausgeführt werden, schätzen die Experten der Investmentbank Merrill Lynch.
Dauerdebatte Datenschutz
Die Digitalisierungswelle, immer größer werdende Datenbanken und die Vernetzung von Endgeräten – das Internet der Dinge hat die Wirtschaft wie kaum ein anderes Phänomen in den letzten Jahren geprägt. Das IT-Research- und Beratungsunternehmen Gartner rechnet allein in diesem Jahr mit 8,4 Milliarden vernetzten Geräten, die über das globale Internet der Dinge miteinander in Verbindung stehen werden – 31 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis zum Jahr 2020 prognostiziert Gartner sogar weltweit 20,4 Milliarden Geräte.
Das Branchenpotenzial: Rund elf Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2025, sagt McKinsey. Die rasante Entwicklung der Branche birgt aber auch Risiken – die Hackerangriffe befinden sich weltweit auf dem Höchststand. Selbst bei der US-Präsidentschaftswahl besteht weiterhin der Verdacht.
Viel Arbeit für die Sicherheitsspezialisten, deren Aktienkurse in die Höhe schießen. Die Branche hat erkannt, dass die rasante Entwicklung ohne die nötige Sicherheit langfristig zu anfällig wird. Der ISE-Cyber-Security-ETF zielt exakt auf diese Entwicklung ab und bildet dazu den ISE-Cyber-Security-Index ab. Entwickelt hat diesen Index International Securities Exchange. Zu den Top-Positionen im Portfolio gehören ganz überwiegend IT-Sicherheitskonzerne aus den Vereinigten Staaten wie SAIC, CyberArk oder Juniper Networks. Insgesamt enthält der ETF 33 Aktien. Seit 2010 brachte er über 200 Prozent Wertzuwachs. Doch die Debatte über Datenschutz und Co. wird weitergehen – mit Sicherheit.
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Der iShares-Ageing-Population-ETF bietet Zugang zu Unternehmen, die vor allem Produkte und Dienstleistungen für die alternde Weltbevölkerung bereitstellen. Der erst im September 2016 aufgelegte Fonds setzt dabei auf einen der größten, eindeutig zu prognostizierenden Trends: Bessere medizinische Versorgung führt zu einer immer höheren Lebensdauer, während die Geburtenrate durch steigende Aufklärungsraten massiv abnimmt. Die Folge ist eine alternde Weltbevölkerung. Bis zum Jahr 2030 dürften rund 13 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre sein – das entspricht einer Milliarde Menschen.
Im ETF finden sich jedoch nicht nur Betreiber von Altersheimen. Die 239 Unternehmen im Portfolio stammen aus vielen Branchen: von Gesundheitsversicherung und Pharmazie bis hin zu Finanzwerten, Seniorenbetreuung und Konsum. Der von der US-Fondsgesellschaft Blackrock (iShares) angebotene ETF spiegelt die Entwicklung des gemeinsam vom Datenanbieter Stoxx und vom Analysten Factset entwickelten Aging-Population-Index wider.
Mit dem Trend schwimmen
Wer vor fünf Jahren in den Lyxor-World-Water-ETF investierte, kann sich heute über ein Kursplus von rund 130 Prozent freuen. Der Fonds enthält die 20 größten Unternehmen der Welt, die im Bereich der Wasserkraft und in analogen Themen rund um Wasser tätig sind. Dazu gehören Wasserversorger, Kläranlagen-Betreiber, Pumpen-, Filter- und Rohrhersteller, aber auch Technologiefirmen, die innovative Methoden zur Wasseraufbereitung entwickeln.
Ein nachhaltiger Investitionsansatz, denn noch immer haben nach UN-Angaben 1,8 Milliarden Menschen auf der Welt keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser.
Neben Schwergewichten wie Geberit oder American Water Works umfasst das Fondsportfolio auch spannende Unternehmen, die beispielsweise Trinkwasser aus dem Meer gewinnen wollen. Die
Zusammensetzung wird von SAM (Sustainable Asset Management) vierteljährlich überarbeitet. Für die Auswahl der einzelnen Titel ist Lyxor Asset Management verantwortlich, die sich dabei an dem World-Water-CW-Net-Total-Return-Index orientieren.
Boom-Branche: Gesundheit
Eine alternde Gesellschaft bringt auch Veränderungen für die Gesundheitsbranche mit sich – zumeist positive. Mit dem iShares-Healthcare-Innovation-ETF können Anleger in derzeit 77 Unternehmen rund um den Globus investieren, die auf Innovationen bei den globalen Gesundheitsdienstleistungen in Industrie- und Schwellenländern fokussiert sind. Ein günstiger Zeitpunkt: Die Nachfrage nach medizinischen Leistungen ist stärker denn je, dazu gab es im Bereich der Medikamentenentwicklung in den letzten zehn Jahren entscheidende Durchbrüche.
Insgesamt soll der Gesundheitsmarkt bis 2020 auf ein Volumen von 10,3 Billionen US-Dollar anwachsen. 2013 waren es noch 7,2 Billionen US-Dollar. Mehr als 10 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung fließen mittlerweile in den Gesundheitsbereich – Tendenz weiter steigend. Aus Anlegersicht entsteht so ein attraktiver Zukunftsmarkt, der die Trends Digitalisierung und demografischer Wandel zusammenführt. Die Dynamik der Branche macht sich auch an den vielen Konzernübernahmen bemerkbar, die ebenfalls für Renditepotenzial sorgen.
Für den Healthcare-Sektor bedeutet das alles viel Rückenwind, besonders auch in den Schwellenländern. Mit Top-Positionen in Korea, Taiwan, Indien und China setzt der Fonds stark auf Schwellenländer, aber noch stärker auf US-Aktien mit einem Anteil von über 50 Prozent. Ionis Pharmaceuticals ist die Top-Position, gefolgt vom Biotech-Konzern Seattle Genetics, der sich auf die Krebstherapie spezialisiert hat.
Mehr Konsum, mehr Rendite
Die Wachstumsaussichten vieler Schwellenländer sind weiterhin prächtig – vor allem wenn es um den Konsum geht. Bis zum Jahr 2025 sollen rund drei Milliarden Menschen in den Schwellenländern in die Mittelschicht aufsteigen und dann circa 30 Billionen US-Dollar jährlich ausgeben.
Mit dem neuen iShares-MSCI-Emerging-Markets-Consumer-Growth-ETF sind deutsche Anleger dabei. Der ETF bietet Zugang zu Unternehmen aus den Industrie- und Schwellenländern, die hohe oder deutlich wachsende Gewinne in den Emerging Markets machen. Der ETF richtet sich dabei am Emerging-Markets-Consumer-Growth-Index aus, der von MSCI entwickelt wurde. Im ETF-Portfolio finden sich US-Giganten wie Apple oder Philip Morris, die koreanische Samsung und die chinesische Alibaba, aber auch weniger bekannte Unternehmen wie der indische Telekommunikationsanbieter Bharti Airtel oder der Marktführer in der Volksrepublik China für Reiskuchen, Want Want China. Über 50 Prozent des Fondsvolumens entfallen dabei auf Aktien von Konsumgüterherstellern. Ein Drittel des Portfolios ist in der IT- und Telekommunikationsbranche investiert.
Anleger können mit diesem ETF die Chancen von herausragenden Unternehmen der Schwellenländer wahrnehmen und profitieren zugleich von der Risikominimierung durch zusätzlich beigefügte Wertpapiere aus Industriestaaten wie Amerika und Großbritannien. Diese Beimischung von Top-Unternehmen aus etablierten Märkten sorgt für eine zusätzliche Diversifizierung.
von Uli Kühn, © März 2017 – ETF MagazinDieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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