Auslandsaktien: Allzeithochs für Autobauer

By   /  April 7, 2017  /  Comments Off on Auslandsaktien: Allzeithochs für Autobauer

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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6. April 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Deutsche und andere europäische Autoaktien haben Anlegern in den vergangenen zwei Jahren wenig Freude gemacht: Die BMW-Aktie pendelt schon lange um 80 Euro. VW hat sich von den Tiefs seit Beginn des Dieselskandals zwar etwas erholt, der Kurs liegt aber immer noch weit unter alten Hochs. Ähnlich sieht es bei Daimler aus. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobile & Parts notiert aktuell bei 549 Punkten, vor zwei Jahren waren es 690 Punkte.
Peugeot: Comeback nach der Krise
Doch nicht überall geht es nur seitwärts: Um 73 Prozent verteuert hat sich seit vergangenem Sommer die Aktie von PSA Peugeot Citroën (WKN 852363), die aktuell zu 18,27 Euro gehandelt wird, Spezialist ist hier die Baader Bank. Im März war mit 20 Euro sogar ein neues Fünfjahreshoch markiert worden. Zu tun hat das auch mit der angekündigten Übernahme der deutschen General Motors-Tochter Opel. Die kommt nämlich gut an: Die beiden Unternehmen gelten wegen ähnlicher Modelle und Motoren als passende Partner. Das ist aber nicht alles: Nach einer heftigen Krise vor vier Jahren wurde der PSA-Konzern komplett umgekrempelt – was an der Börse honoriert wird.
Fiats Geschäft brummt
Rasant zugelegt hat seit Herbst 2016 auch der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat-Chrysler, auf den Roland Stadler von der Baader Bank hinweist. Die Aktie wird an der Börse Frankfurt (WKN A12CBU) aktuell zu 9,71 Euro gehandelt, im September waren es 5,40 Euro. Dabei wird auch Fiat-Chrysler in den USA vorgeworfen, in Dieselautos Manipulationssoftware eingesetzt zu haben. Doch das Geschäft läuft, 2016 stieg der operative Gewinn kräftig. Für 2017 rechnet Fiat-Chrysler mit einem Anstieg der Erlöse auf 115 bis 120 Milliarden Euro, das operative Ergebnis soll auf mehr als 7 Milliarden Euro steigen. “Der Kursanstieg hängt aber auch mit Donald Trump zusammen, Chrysler hofft zu profitieren”, bemerkt Stadler.
Teslas überholt Ford beim Marktwert  Von ihren Allzeithochs sind Fiat-Chrysler und PSA aber immer noch weit entfernt. Anders sieht es aus bei Tesla: Die Aktie des US-Elektroautobauers Tesla (WKN A1CX3T) kletterte diese Woche auf ein neues Rekordhoch. “Im Marktwert hat Tesla damit erstmals Ford überholt”, berichtet Walter Vorhauser von Oddo Seydler. Auslöser für den jüngsten Kursschub: Tesla konnte zwischen Januar und Ende März etwas mehr als 25.000 Fahrzeuge verkaufen – ein Rekordwert und etwas mehr als von Analysten erwartet. Zuvor hatte Tesla des Öfteren bei der Zahl der ausgelieferten Autos enttäuscht. Vorhauser 

“Allerdings war das erste Quartal 2016, die Vergleichsbasis, schwach”, stellt Vorhauser fest. Dennoch liege Tesla mit dem Thema Elektromobilität voll im Trend. “Ford und General Motors machen im Gegensatz zu Tesla zwar Gewinne, stehen aber vor umfangreichen Umstrukturierungen.” Der Händler sieht aber auch Gefahren: “Es ist viel Fantasie im Spiel. Wenn die großen Autokonzerne bei Elektroautos mitziehen, könnte die Aktie auch schnell unter Druck geraten.” An der Börse Frankfurt wird Tesla aktuell zu 275 Euro gehandelt, etwas unter dem jüngst erreichten Allzeithoch von 285 Euro. “Das sind Gewinnmitnahmen.” Seit Anfang Dezember hat die Aktie immer noch um fast 60 Prozent zugelegt.
Geely profitiert von Volvo
Eine echte Erfolgs-Story für Anleger ist auch der chinesische Autobauer Geely, der an der Börse Frankfurt (WKN A0CACX) im März ein Rekordhoch von 1,53 Euro markierte und aktuell zu 1,39 Euro gehandelt wird. Seit kurz vor Weihnachten hat sich die Aktie damit um 60 Prozent verteuert. “Das Geschäftsmodell ist genau das Gegenteil von Tesla”, bemerkt Vorhauser: “Dort der Technologievorreiter und hier der Massenhersteller.” Mit der Übernahme von Volvo 2010 habe sich Geely aber westliche Technologie eingekauft. Gerade die Sicherheitstechnik und die Fahrerassistenzsysteme der Schweden seien in China beliebt – besonders in den von den Chinesen so geschätzten SUVs. “2016 konnte Geely die Zahl der verkauften Autos um 50 Prozent steigern, 766.000 Fahrzeuge wurden ausgeliefert.” Der Nachsteuergewinn stieg um 126 Prozent auf 5,1 Milliarden Yuan, etwa 686 Millionen Euro. “Da ist mehr Substanz hinter als bei Tesla”, bemerkt Vorhauser.
von: Anna-Maria Borse
6. April 2017, © Deutsche Börse AG

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