ETF Magazin: “Die besten DAX-ETFs”

By   /  April 7, 2017  /  Comments Off on ETF Magazin: “Die besten DAX-ETFs”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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6. April 2017. München (ETF Magazin). Wer hätte das gedacht? Die 30 DAX-Unternehmen haben schon im abgelaufenen Jahr gut verdient. Bereits im dritten Quartal übertrafen 40 Prozent der DAX-Titel die Gewinnerwartungen der Analysten – trotz Brexit-Schock. Nur sieben von 30 blieben hinter den Erwartungen zurück. Auch für das neue Jahr sind viele DAX-Vorstände optimistisch. Fast die Hälfte der DAX-Unternehmen wagte schon einen positiven Ausblick. Das ist besonders bemerkenswert, weil sich zuvor mehr als zwei Drittel aller DAX-Chefs regelmäßig hinter neutralen Zukunftsaussagen versteckt hatten.
Wie sehr sich der Wind gedreht hat, lässt sich auch daran erkennen, dass die Gewinnrevisionen der Analysten, die zuvor lange Zeit negativ gewesen waren, nun immer positiver ausfallen. Wenn Analysten ihre Gewinnschätzungen jetzt verändern, dann tendenziell nach oben. Mittlerweile gibt es im DAX überhaupt nur noch drei Unternehmen, für die im Jahr 2017 ein Gewinnrückgang prognostiziert wird. Insgesamt sollen nach Einschätzung der Analysten die DAX-Gewinne im kommenden Jahr um etwa 10 Prozent steigen. Für das Jahr 2018 wird ein fast genauso hohes Gewinnwachstum prognostiziert.
Das sind beste Aussichten für deutsche Standardaktien. Zudem gibt es noch reichlich Luft für weitere Kurssteigerungen. Kursgewinne könnten sich 2017 nicht nur auf Grund wachsender Unternehmensgewinne ergeben, sondern auch durch eine Ausweitung der Bewertung. Schließlich sind deutsche Aktien weiterhin vergleichsweise niedrig bewertet.
DAX-Aktien werden an der Börse aktuell nur mit rund dem 14-fachen ihres im Jahr 2017 erwarteten Gewinns bewertet, haben also nur ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14. Das ist sowohl im historischen Rückblick als auch im internationalen Vergleich wenig. Die im S&P-500-Index versammelten, großen US-Aktiengesellschaften haben ein durchschnittliches KGV von über 19. Mit einem börsennotierten Indexfonds (ETF) können Anleger die doppelte Gewinnchance der deutschen Aktien ausgesprochen preiswert und flexibel nutzen. Doch welcher der vielen DAX-ETFs ist der beste? Fünf ETFs gehören mit Sicherheit zur Spitzengruppe.
Der Größte
Der iShares-Core-Dax-ETF (WKN 593393) war der erste in Deutschland gelistete DAX-ETF und ist bis heute nicht nur der am stärksten gehandelte ETF an der Deutschen Börse, sondern auch der DAX-ETF, in dem am meisten Geld steckt. Auf rund 7,5 Milliarden Euro beläuft sich das im iShares-Core-Dax-ETF verwaltete Vermögen. Damit ist der iShares-Core-Dax-ETF übrigens auch der drittgrößte ETF, der an Xetra, der Handelsplattform der deutschen Börse, gehandelt wird.
Der iShares-Core-Dax-ETF ist dabei lediglich mit jährlichen Gesamtkosten von 0,16 Prozent belastet. Besser noch: Weil er der mit Abstand umsatzstärkste ETF in Deutschland ist, gibt es bei ihm auch fast keine Spanne mehr zwischen An- und Verkaufspreis. Anders ausgedrückt: Die Market-Maker begnügen sich bei diesem Umsatzrenner mit äußerst geringen Aufschlägen. Durchschnittlich rund 1,2 Milliarden Euro beträgt der monatliche Handelsumsatz dieses ETF. Bei diesem extrem hohen Wert können Anleger ziemlich sicher sein, dass sie auch in angespannten Börsensituationen den ETF zu einem fairen Preis verkaufen können.
Der Günstigste
Wer langfristig in die 30 DAX-Werte investieren will, sollte sich den Comstage-DAX-ETF der Commerzbank ansehen (ISIN LU0378438732). Umsatz und Volumen dieses ETF betragen zwar nur etwa ein Zehntel des iShares-DAX-ETF, dafür ist der Comestage-ETF aber noch preiswerter als sein großer Bruder. Nur 0,08 Prozent der Anlagesumme müssen die Besitzer dieses ETF an die Fondsgesellschaft abgeben. Das ist halb so viel wie beim iShares-DAX-ETF. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro bedeuten die niedrigeren laufenden Kosten immerhin eine Ersparnis von 80 Euro pro Jahr. Bei mehreren Jahren Anlagedauer kommen dadurch leicht einige hundert Euro Mehrertrag zusammen.
Bei der Liquidität schneidet der Comstage DAX-ETF zwar nicht ganz so gut ab wie der iShares-ETF, doch auch der Comstage-ETF wird mit guten Umsätzen und relativ geringen An- und Verkaufsspannen gehandelt. Das zeigt der auch bei ihm sehr niedrige Wert des Xetra-Liquiditäts-Maßes XLM.
Die beiden bereits vorgestellten ETFs von iShares und Comstage orientieren sich bei ihrer Konstruktion sehr eng an ihrem Index. Genau wie beim DAX-Performance-Index werden bei diesen ETFs die Dividenden nicht ausgeschüttet, sondern am Dividendentag sofort dem Fondsvermögen zugerechnet. Das ist vermutlich für viele Anleger praktisch, denn dadurch müssen sie sich nicht selbst um die Wiederanlage der Dividenden kümmern.
Wer jedoch Wert auf regelmäßige Einnahmen legt, greift lieber zu einem ETF, der die Dividenden nicht thesauriert, sondern ausschüttet. Für diese Anleger ist der db-x-trackers-Dax-(Income-)ETF das richtige Produkt (ISIN LU0838782315). Bei diesem Fonds der Deutschen Bank werden die Dividenden der 30 DAX-Unternehmen mehrmals im Jahr an die ETF-Besitzer ausgeschüttet.
Der DAX-Income-ETF ähnelt damit also dem DAX-Kurs-Index, bei dem die Dividenden auch nicht einberechnet werden. Der db-x-trackers-DAX-(Income-)ETF glänzt übrigens ebenfalls mit sehr niedrigen Gebühren. Nur 0,09 Prozent der Anlagesumme gehen pro Jahr an die Fondsgesellschaft. Wohl auch aus diesem Grund können sich zahlreiche Stiftungen und Pensionsfonds für diesen ETF erwärmen.
Ultraniedrige Gebühren? Das ist nicht gerade eine Eigenschaft, die den ETFS-Dax-Daily-2x-Long-ETF (DE000A0X8994) auszeichnet. Aber wer in diesen Fonds investiert, will sich mit solchen Marginalien wahrscheinlich ohnehin nicht belasten. Bei diesem ETF geht es um flotte Gewinne. Steigt der DAX, dann schießt der Kurs dieses ETF um das Doppelte in die Höhe. Jährliche Kosten von 0,4 Prozent scheinen bei dieser Perspektive möglicherweise verkraftbar.
Anleger müssen sich aber über zwei Eigenschaften des ETF im Klaren sein. Erstens: Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Der Kurs des ETF steigt nicht nur viel stärker als der Index, sondern bringt bei einem Kursrutsch auch viel größere Verluste. Zweitens: Die Verdopplung erfolgt auf täglicher Basis. An jedem Handelstag wird ganz einfach die prozentuale Veränderung des Index mal vier genommen. Bei längeren Anlagezeiträumen und vor allem in Zeiten starker Kursschwankungen kann sich der ETF-Kurs deshalb anders entwickeln als erwartet. Eine Verdopplung des DAX-Index innerhalb eines Monats bedeutet beispielsweise nicht zwangsläufig, dass der ETF im gleichen Zeitraum um das Achtfache steigt. Gab es in diesem, insgesamt gesehen, positiven Beispielmonat ein paar Tage mit sehr hohen Kursverlusten, dürfte das den ETF etwas ausbremsen.
Der ganz Schlaue
Die DAX-Unternehmen zahlen nach wie vor attraktive Dividenden. Doch noch mehr Rendite können Anleger herausholen, die sich auf die Gesellschaften mit den höchsten Dividenden konzentrieren. Für solche Dividendenjäger ist der Deka-Daxplus-Maximum-Dividend-ETF genau der richtige Fonds (DE000ETFL235). Er gehört zur dritten Generation der Dividenden-ETFs. Bei der ersten Generation der Dividenden-ETFs entschied nur die Höhe der Dividendenrendite über die Aufnahme in das Fondsportfolio. In der Finanzkrise zeigte sich, dass dies nicht unbedingt die beste Methode war. In die Dividenden-ETFs der zweiten Generation dürfen deshalb nur noch Aktien von Unternehmen, die auch in Zukunft ausreichend Kraft für hohe Dividenden haben sollten, weil sie nur einen fairen Teil des Unternehmensgewinns ausschütten.
Die Dividenden-ETFs der dritten Generation, wie der Deka-Daxplus-Maximum-Dividend-ETF, blicken in die Zukunft. In das Portfolio dieses ETF kommen nur 20 der 30 Aktien aus dem DAX – und zwar diejenigen Aktien, denen Analysten im laufenden Geschäftsjahr die höchste Dividendenrendite zutrauen oder die bereits hohe Dividenden angekündigt haben. Jeweils im Frühjahr und im Herbst wird das Portfolio des ETF nach diesen Regeln neu zusammengestellt. Die gezahlten Dividenden werden dabei regelmäßig an die ETF-Investoren ausgeschüttet.
von Wilhelm Nordhaus, © März 2017 – ETF Magazin

Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen ETF Magazin.Das ETF Magazin erscheint quartalsweise in Zusammenarbeit mit Focus Money und richtet sich an Berater, Vermögensverwalter und Portfoliomanager, ist aber sicher auch für informierte Anleger interessant.

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