Die deutsche Zahlungsbilanz im Februar 2017

By   /  April 12, 2017  /  Comments Off on Die deutsche Zahlungsbilanz im Februar 2017

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MIL OSI – Source: Deutsche Bundesbank –

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Die deutsche Leistungsbilanz verzeichnete im Februar 2017 einen Überschuss von 20,4 Mrd €. Das Ergebnis lag um 6,2 Mrd € über dem Niveau des Vormonats. Wesentlich dafür war die Ausweitung des Aktivsaldos im Warenhandel. Das Defizit im Bereich der “unsichtbaren” Leistungstransaktionen, die Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkommen umfassen, veränderte sich dagegen nur wenig. Der Überschuss im Warenhandel erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 6,9 Mrd € auf 23,1 Mrd € im Februar. Dabei nahmen die Warenexporte zu, während die Warenimporte nachgaben.
Bei den “unsichtbaren” Leistungstransaktionen weitete sich der Passivsaldo leicht um 0,7 Mrd € auf 2,7 Mrd € aus. Ausschlaggebend dafür war der Rückgang der Nettoeinnahmen bei den Primäreinkommen um 2,7 Mrd € auf 3,4 Mrd €, was vor allem mit höheren Dividendenzahlungen an Gebietsfremde zusammenhing. Demgegenüber nahm das Defizit bei den Sekundäreinkommen in geringerem Umfang (2,2 Mrd €) auf 4,7 Mrd € ab. Der Minussaldo in der Dienstleistungsbilanz blieb mit 1,4 Mrd € (nach 1,3 Mrd € im Januar) nahezu unverändert, wobei die Ausgaben insgesamt beinahe ebenso kräftig zurückgingen wie die Einnahmen.
Mittelabflüsse im Wertpapierverkehr
Das Geschehen an den internationalen Finanzmärkten wurde im Februar durch die anhaltend expansive Geldpolitik im Euro-Raum beeinflusst. Im grenzüberschreitenden Wertpapierverkehr Deutschlands kam es in diesem Umfeld zu Netto-Kapitalexporten in Höhe von 28,1 Mrd €. Ausländische Halter verkauften per saldo deutsche Wertpapiere für 18,1 Mrd €. Sie trennten sich vor allem von öffentlichen Anleihen (15,2 Mrd €), wozu auch die Käufe der Bundesbank im Rahmen des erweiterten Ankaufprogramms des Eurosystems (APP) beitrugen. Darüber hinaus veräußerten gebietsfremde Investoren deutsche Geldmarktmarktpapiere (4,1 Mrd €) sowie Aktien (0,6 Mrd €). Hingegen stockten sie den Bestand an privaten Anleihen vorwiegend von inländischen Unternehmen in ihren Portfolios auf (1,9 Mrd €). Gebietsansässige Anleger erhöhten im betrachteten Zeitraum ihre Bestände an ausländischen Wertpapieren um insgesamt 10,1 Mrd €. Dabei kauften sie Schuldverschreibungen (5,6 Mrd €), Investmentzertifikate (2,9 Mrd €) und Aktien (1,6 Mrd €).Auch im Bereich der Direktinvestitionen kam es im Februar zu Netto-Kapitalexporten, und zwar in Höhe von 2,7 Mrd €. Inländische Firmen weiteten ihr Engagement jenseits der Landesgrenze um 3,6 Mrd € aus. Dies erfolgte fast ausschließlich über die Bereitstellung von zusätzlichem Beteiligungskapital (3,5 Mrd €). Grenzüberschreitende konzerninterne Kredite spielten dagegen keine nennenswerte Rolle. Ausländische Investoren erhöhten ebenfalls per saldo ihre Forderungen gegenüber deutschen Unternehmen (0,9 Mrd €), und zwar maßgeblich durch eine Aufstockung ihres Beteiligungskapitals in Deutschland (1,9 Mrd €). Dagegen führten sie im gleichen Zeitraum konzerninterne Kredite um insgesamt 1,0 Mrd € zurück.Im übrigen statistisch erfassten Kapitalverkehr, der Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen), Bankguthaben und sonstige Anlagen umfasst, waren Netto-Kapitalimporte (24,3 Mrd €) zu verbuchen. Dabei stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland stärker (60,6 Mrd €) als die entsprechenden Forderungen (36,3 Mrd €). Die Transaktionen des Staates führten zu Netto-Kapitalexporten in Höhe von 2,8 Mrd €, während Unternehmen und Privatpersonen per saldo Mittel aus dem Ausland importierten (12,3 Mrd €). Im Bankensystem kam es zu Netto-Kapitalzuflüssen in Höhe von 14,8 Mrd €. Auf die Monetären Finanzinstitute entfielen dabei lediglich 0,9 Mrd €. Der Großteil der Netto-Kapitalimporte war über die Konten der Bundesbank (13,8 Mrd €) zu verzeichnen. So ist es zu einem deutlichen Anstieg der Einlagen von Gebietsfremden gekommen (32,2 Mrd €); überwiegend handelte es sich um Zentralbanken außerhalb des Euro-Raums. Die Forderungen der Bundesbank aus den TARGET2-Salden stiegen zugleich um insgesamt 18,8 Mrd € an.
Die Währungsreserven der Bundesbank verringerten sich – zu Transaktionswerten gerechnet – im Februar um 0,2 Mrd €.

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