Nachhaltigkeit im Supermarkt

By   /  April 13, 2017  /  Comments Off on Nachhaltigkeit im Supermarkt

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: Nachhaltigkeit im Supermarkt

NABU-Infografik zum umweltfreundlichen Einkauf

Umweltfreundliches Einkaufen im Supermarkt hängt von vielen Faktoren ab: vom Rohstoffanbau bis zur Verpackungsentsorgung. Unsere Infografik zeigt, welche nachhaltigeren Alternativen Supermärkte anbieten sollten und worauf Sie selbst achten können. Hinweis: Klicken Sie auf die blauen Stecknadeln oder bewegen Sie den Mauspfeil darüber, um weitere Informationen und Tipps zu den jeweiligen Abteilungen zu erhalten! Direkt zu den Supermarktabteilungen:

Obst und Gemüse

PLASTIKMÜLL UND VERPACKUNGENObst und Gemüse wurden 2014 zu 63 Prozent vorverpackt verkauft. Dabei wird zum Beispiel für 500 Gramm Trauben in einer Schale mit Deckel fast achtmal mehr Plastikmüll verbraucht als mit einem Knotenbeutel. Besonders viel Plastikmüll gibt es bei Tomaten und Möhren.

Tipps

Kaufen Sie lose statt vorverpackte Ware um Verpackungsmüll zu reduzieren. Nehmen Sie nicht für einzelne Äpfel oder Paprikas eine Tüte.Bereiten Sie Obst- und Gemüsesalate selbst zu und verzichten Sie auf „To go“-Angebote. Achten Sie unbedingt auf Bioqualität, am besten von den Bio-Anbauverbänden – auch bei regionaler Ware. Kaufen Sie saisonale Produkte und vermeiden Sie Flugware wie Papayas oder frische Erdbeeren im Winter. Erwarten Sie nicht bis zum Abend das gesamte Frischesortiment – Supermärkte und Bäckereien müssen sonst sehr viel wegschmeißen. Sammeln Sie Biomüll, damit aus den sehr energiereichen Abfällen Kompost oder Biogas wird.

Frischetheke

VORTEILE DES ÖKO-LANDBAUSGentechnisch verändertes Futter ist tabu.Es wird auf Pestizide und synthetisch-chemische Dünger verzichtet. Weniger Gülle bedeutet weniger Probleme für Böden und Grundwasser.Die Haltung ist artgerechter, es gibt weniger Tiere pro Flächeneinheit.Es sind weniger Medikamente nötig.GENTECHNIK DURCH DIE HINTERTÜRAllein in Deutschland werden 60 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für den Futteranbau genutzt, um unseren Hunger nach tierischen Produkten zu stillen. Zusätzlich muss massenhaft Kraftfutter importiert werden: Das Futter der 200 Millionen Nutztiere in Deutschland besteht zu über acht Prozent aus importierter Soja – davon sind 90 Prozent gentechnisch verändert. Dies muss nicht deklariert werden! Das „Ohne Gentechnik“-Siegel zeigt an, dass keine gentechnisch veränderten Futterpflanzen eingesetzt wurden.WENIGER TIERISCHES ESSENIn Deutschland verzehrt jeder jährlich 60 Kilogramm Fleisch. Das ist mehr als doppelt so viel, wie gesundheitlich empfohlen wird. Dazu kommen Milch, Käse, Eier etc. Auf den Flächen, die für die Produktion von tierischen Produkten nötig sind, könnten über den Anbau pflanzlicher Lebensmittel viel mehr Kalorien produziert werden: dreimal Mal mehr als bei Schweinefleisch, Milch und Eiern sowie sieben Mal mehr als bei der Erzeugung von Rindfleisch!

Tipps

Am besten für die Umwelt: Genießen Sie Fleisch – aber auch andere tierische Produkte – nur in Maßen.Sparen Sie nicht. Qualität und Tierschutz gibt es nicht zu Dumpingpreisen.Achten Sie auf Bio-Labels und andere Siegel, bei denen Gentechnik im Futter ausgeschlossen ist – wie das „Ohne Gentechnik“-Siegel.Kaufen Sie Wurst, Fleisch und Käse an der Bedientheke. Das macht meistens weniger Müll.Fragen Sie nach, ob Sie eigene Dosen mitbringen können. Engagierte Kaufleute bieten dies an.

Trockenware

FAIRTRADE Im Gegensatz zum Begriff „bio“ gibt es keine gesetzlichen Standards für „fair“. Unternehmen können selbst bestimmen, was sie mit „fair“ meinen. Hinter dem Fairtrade-Logo und dem GEPA-Logo stehen seriöse Standards, die auch den Bio-Landbau fördern: rund 50 Prozent der Fairtrade-Produkte sind gleichzeitig bio-zertifiziert, bei GEPA sogar 75 Prozent. Andersherum haben viele Bio-Anbauverbände soziale Kriterien in ihren Standards, manche verwenden sogar eigene Bio-Fair-Logos.

Tipps

Gut für Mensch und Natur: Achten Sie beim Einkauf auf bio und fair.Fragen Sie nach verlässlichen und lokal orientierten Regionalkennzeichnungen.Kochen Sie vor allem mit frischen Zutaten statt mit Fertigprodukten, bei denen die Herkunft der Inhaltstoffe nur selten nachzuvollziehen ist.Schauen Sie in den Unverpackt-Läden vorbei, wo Sie eigene Gefäße mitbringen können. Probieren Sie aus, ob das Konzept zu Ihren Einkaufsgewohnheiten passt.

Kühlregal

ENERGIEVERBRAUCH IM SUPERMARKTIn einem Supermarkt werden knapp 40 Prozent des Endenergieverbrauchs nur für die Kühlung benötigt. Kälteanlagen sind der größte Stromfresser. Mit Energiesparmaßnahmen und einer umweltfreundlichen Bauweise lässt sich der Energieverbrauch eines Supermarktes drastisch senken. Dabei helfen bspw. Türen für Kühltruhen, natürliche Kältemittel, LED-Beleuchtung und Heizen des Gebäudes mit der Abwärme der Kühlung.

Tipps

Gut für die Umwelt: Essen Sie wenig tierische Lebensmittel – egal ob Fleisch, Fisch oder Käse.Achten Sie auf Bioqualität und das „Ohne Gentechnik“-Siegel.Schmeißen Sie Produkte mit „abgelaufenem“ Mindesthaltbarkeitsdatum nicht einfach weg, sondern vertrauen Sie Ihren Sinnen.Kaufen Sie nicht zu viel ein.

Getränke

PFAND BEDEUTET NICHT MEHRWEG!Einweg- und Mehrwegflaschen sind für Verbraucher kaum zu unterscheiden. Es gibt sogar Einwegflaschen in Mehrwegkästen. Eine Pfandflasche ist nicht automatisch Mehrweg. Bei Mehrweg beträgt das Pfand acht oder 15 Cent. Bei Bier, Mineralwasser, Erfrischungsgetränken und alkoholhaltigen Mischgetränken in Einweg muss seit 2003 ein gesetzliches Pfand von 25 Cent. Damit sollte Mehrwegquote auf 80 Prozent erhöht werden – dies ist jedoch gescheitert, inzwischen liegt sie unter 50 Prozent.

Tipps

Trinken Sie Leitungswasser! Ein Sprudelgerät sorgt für das gewohnte Prickeln.Kaufen Sie Mehrweg- statt Einwegflaschen.Trinken Sie regional: kurze Transportwege sind besser fürs Klima.Achten Sie z.B. bei Erfrischungsgetränken und Bier auf Standard-Flaschen: je individueller die Flasche, desto aufwändiger das Mehrwegsystem.Genießen Sie Ihren Kaffee unterwegs aus einem Thermobecher. Fragen Sie einfach in Ihrem Café oder Ihrer Bäckerei nach.

Kosmetik und Reinigungsmittel

MIKROPLASTIKÜber unsere Abwässer gelangt Mikroplastik aus Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsprodukten in die Flüsse, Seen und Meere. Auch aus Kunststoffkleidung lösen sich Mikrofasern aus Kunststoff, die von Waschmaschinen und Kläranlagen nicht gefiltert werden. Mikroplastik dringt als Teil des Wasserkreislaufs in die komplexen aquatischen Nahrungsnetze von Tieren, Pflanzen und Menschen vor.

Tipps

Achten Sie bei Wasch- und Reinigungsmitteln auf die Zertifizierungen EU-Ecolabel, Blauer Engel, Ecocert und Ecogarantie.Dosieren Sie möglichst sparsam. Je weniger ins Abwasser gelangt, desto besser.Probieren Sie alte Hausmittel aus wie Soda, Zitronen- und Essigsäure. Waschen Sie Kleidung erst, wenn es wirklich nötig ist. Die Waschmaschine sollte dabei voll beladen sein.Verzichten Sie auf aggressive Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel. Vermeiden Sie in Kosmetika Polyethylen, Polypropylen oder STYRENE/ Acrylates Copolymer. Oder kaufen Sie am besten direkt Naturkosmetik.Kaufen Sie Toilettenpapier, Taschentücher und Küchenrolle aus Recyclingpapier mit dem Blauen Engel.

Kasse

PLASTIKTÜTENDeutschland muss laut EU-Verordnung bis Ende 2025 den Verbrauch von Einwegplastiktüten von über 70 auf maximal 40 Tüten pro Kopf und Jahr reduzieren. Dünne Tüten wie die Knotenbeutel für Obst und Gemüse sind hier nicht inbegriffen. Wichtig ist, Einwegtüten insgesamt zu vermeiden – auch die aus Papier: die Ökobilanz einer Papiertüte ist schlechter als die einer Plastiktüte. Die Papiertüte baut sich allerdings ab, wenn sie versehentlich in der Natur landet.

Tipps

Vergessen Sie nicht, Ihre eigenen Taschen, Beutel, Rucksäcke oder alte Tüten zum Einkauf mitzunehmen.Kaufen Sie nicht aus schlechtem Gewissen den hundertsten Stoffbeutel, sondern nur Taschen, die Sie auch wirklich wieder benutzen.Ob im Laden oder Zuhause: Trennen Sie den Müll richtig. Nur wenn richtig getrennt wird, wird auch recycelt.Trennen Sie unterschiedliche Materialen bei Verpackungen wie bspw. Deckel von Joghurtbechern oder Sichtfenster bei Brötchentüten.Spülen Sie Joghurtbecher oder andere Verpackungen nicht aus, sie müssen nur löffelrein sein.

Diese Infografik wurde gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und dem Umweltbundesamt.Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Autorinnen und Autoren. Illustrationen: Julia Kontor und Diana Schmidt

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