Buntenbach: Arbeitsschutz in der Leiharbeit verbessern

By   /  April 28, 2017  /  Comments Off on Buntenbach: Arbeitsschutz in der Leiharbeit verbessern

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MIL OSI – Source: DGB – Bundesvorstand –

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Den Workers‘ Memorial Day am morgigen Freitag haben die Gewerkschaften weltweit unter das Motto gestellt: „Unsafe and unfair – discrimination on the job hurts us all“ (Unsicher und unfair – Diskriminierung am Arbeitsplatz schadet uns allen). Aus diesem Anlass weist DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach auf die schlechteren Bedingungen hin, unter denen viele Leiharbeitnehmer in Deutschland arbeiten müssen:
„Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer sind auch beim Arbeitsschutz schlechter dran als regulär Beschäftigte. Sie sind häufiger Lärm, Hitze, Kälte oder Zugluft ausgesetzt und müssen häufiger körperlich belastende Tätigkeiten ausführen, wie z.B. Überkopfarbeit (BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015). Das geht nicht spurlos an ihnen vorüber: Leiharbeitsbeschäftigte sind länger krank – im Gesundheitssektor z.B. knapp eine Woche länger als regulär Beschäftigte (BKK-Gesundheitsreport 2016). Nur 41 Prozent der Leiharbeitsbeschäftigten können ihre Arbeit häufig selbst planen und einteilen (regulär Beschäftigte: 73%). Nur 28 Prozent haben sehr viel oder viel Einfluss darauf, kurzfristig ein paar Stunden frei zu nehmen, regulär Beschäftigte: 45% (BAuA-Arbeitszeitbefragung 2015).
Ver- und Entleiher müssen endlich ihren Pflichten aus dem Arbeitsschutzgesetz bei Arbeitsgestaltung und Prävention stärker nachkommen. Gefährdungsbeurteilungen müssen flächendeckend durchgeführt werden. Das würde vor allem Leiharbeitsbeschäftigten helfen. Ihre Arbeitsbedingungen werden heute deutlich seltener beurteilt als bei Festangestellten. Aber auch die Arbeitsaufsicht sollte mehr kontrollieren. Unsichere Arbeitsbedingungen vergrößern das Risiko von Arbeitsunfällen und Erkrankungen, das zeigt sich nicht zuletzt bei der Leiharbeit.“
Zum Workers‘ Memorial Day:
1984 rief die kanadische Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst erstmals dazu auf, der im Arbeitsleben verstorbenen Kolleginnen und Kollegen zu gedenken (Remember the dead: fight for the living). Seither wird dieser Gedenktag am 28. April in immer mehr Ländern begangen, seit 2011 sind der DGB und die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt dabei.
Der offizielle ökumenische Gedenkgottesdienst der IG BAU unter der Schirmherrschaft von Annelie Buntenbach ist am Freitag, 28. April 2017 um 18 Uhr in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

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