Jury der “Hall of Fame” wählt neue Mitglieder, nicht aber Schur

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MIL OSI – Source: DOSB –

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28.04.2017
Die Jury der „Hall of Fame des deutschen Sports“ hat vier neue Mitglieder gewählt: Heike Drechsler, Sven Hannawald, Franz Keller und Lothar Matthäus.

2011 war Schur schon einmal zur Wahl vorgeschlagen worden. Seine damalige Nichtaufnahme in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ stieß auf viel Kritik aus den neuen Bundesländern. Foto: picture-alliance

Am Freitag, den 28. April 2017 hat die Jury der „Hall of Fame des deutschen Sports“ vier neue Mitglieder gewählt: Heike Drechsler (Leichtathletik), Sven Hannawald (Ski nordisch/Springen), Franz Keller (Ski nordisch/Kombination) und Lothar Matthäus (Fußball) erhielten jeweils eine deutliche Stimmenmehrheit. Gustav-Adolf „Täve“ Schur verfehlte das Quorum von 50 Prozent der abgegebenen Stimmen.
“Wir haben verantwortungsvoll versucht Brücken zu bauen, um ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung zu einer sachgerechten Bewertung beizutragen. Nach diesem Ergebnis ist eine grundsätzliche Diskussion zu den Zielen der ‘Hall of Fame’ wichtiger denn je.”, so DOSB-Präsident Alfons Hörmann zu dem Votum.
Die nochmalige Nominierung des DDR-Radsportidols nach 2011 hatte sowohl Zustimmung als auch Kritik hervorgerufen – vor allem nach seinen Aussagen in einem Zeitungsinterview, die als Verklärung des DDR-Unrechts und als Verharmlosung des erwiesenen DDR-Dopings von Minderjährigen ausgelegt wurden.„Im Fall von Schur bleibt die Meinung gespalten. Wir plädieren für eine Debatte ohne die nachvollziehbare hohe Emotionalität der letzten Tage – eine Debatte mit offenem Visier und losgelöst von einzelnen Namen. Dafür werden wir im Herbst ein Forum veranstalten, das vom Gründungsgedanken der ‚Hall of Fame‘ getragen werden wird, Brücken zu bauen und konstruktive Debatten anzuregen, um aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Es ist aus unserer Sicht notwendig, im Jahr 27 nach der Vereinigung überzeugende Antworten zu suchen auf die Frage: Was soll, kann und muss eine ‚Hall of Fame des deutschen Sports‘ leisten?“, sagte Sporthilfe-Vorstandsvorsitzende Michael Ilgner.
Im Leitbild der 2006 initiierten „Hall of Fame“ heißt es: „Der Deutschen Sporthilfe als Initiator ist bewusst, dass die ‚Hall of Fame des deutschen Sports‘ aufgrund der Geschichte Deutschlands eine besondere Herausforderung ist. Mit der Einrichtung und Weiterentwicklung der Ruhmeshalle ist ein Erinnerungs- und Aufklärungsprozess in Gang gekommen, der auch unangenehme Wahrheiten nicht verschweigen soll.“
Die Wahl der Neuaufnahmen in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ trifft eine Jury. Ausnahme bildete in diesem Jahr eine erstmals erfolgte Publikumswahl im Januar in Zusammenarbeit mit BILD und Bild Online, in der die Sportfans Magdalena Neuner und Michael Schumacher in die Ruhmeshalle wählten. Die Jury setzt sich zusammen aus allen lebenden „Hall of Fame“-Mitgliedern sowie aus den Vorsitzenden von Vorstand, Aufsichtsrat und Stiftungsrat der Deutschen Sporthilfe, den Mitgliedern des Stiftungsrats, Vertreterinnen und Vertretern des DOSB, des Verbands Deutscher Sportjournalisten, der Politik sowie Persönlichkeiten weiterer Institutionen des Sports. Das 50-jährige Jubiläum der Deutschen Sporthilfe, das am 26. Mai ansteht, und die Bedeutung der deutschen Einheit für den Spitzensport bildeten die Klammer zur diesjährigen Vorschlagsliste. Mit den vier aktuellen Neuaufnahmen besteht die „Hall of Fame“ nun aus 108 Mitgliedern.
(Quelle: Stiftung Deutsche Sporthilfe)

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