Rede von Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2017

By   /  May 4, 2017  /  Comments Off on Rede von Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2017

    Print       Email

MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Rede von Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 31. März 2017

Guten Morgen, meine Damen und Herren!

die Perspektive der BMW Group ist und bleibt langfristig. Unser
Umfeld ist volatil und von Veränderungen geprägt. Wir gehen weiter
konsequent unseren eigenen Weg. Dazu treffen wir strategische
Entscheidungen und gehen gezielt Partnerschaften ein. So sichern wir
die Zukunftsfähigkeit der BMW Group. Auf der Bilanzpressekonferenz
habe ich gesagt: Wir schalten auf Angriff. Das bedeutet:

Für das aktuelle Geschäftsjahr haben wir uns anspruchsvolle Ziele
gesetzt. Nach dem ersten Quartal sind wir auf einem guten Weg.
Unsere Prognose für das Gesamtjahr 2017 bleibt stabil.
Wir begeistern unsere Kunden. Wir starten die größte
Modelloffensive unserer Geschichte. Allein in diesem Jahr bringen
wir mehr als 20 neue oder überarbeitete Automobilmodelle auf den
Markt. 20 weitere folgen im nächsten Jahr. Hinzu kommen 14 Neuheiten
bei BMW Motorrad in diesem Jahr. Unsere Kunden können über alle
Segmente aus einer breiten Palette an Antriebsarten wählen.
Wir stellen konsequent die Weichen für die Zukunft. Dafür steht
die Strategie NUMBER ONE > NEXT. Wir nutzen die Möglichkeiten der
Digitalisierung, um die Mobilität für unsere Kunden in eine neue
Dimension zu führen. Das gilt für unsere Fahrzeuge und
Dienstleistungen. Auch unsere Produktion und unsere internen
Prozesse werden digitaler. Zugleich erhöhen wir deutlich die
Geschwindigkeit in unserem Handeln. Unser Ziel bleibt: Wir wollen
Technologie- und Innovationsführer sein.
Auf alle drei Punkte gehe ich kurz ein. Zum ersten Punkt.

Sie kennen unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2017:

Neue Bestwerte bei den Auslieferungen auf Group-Ebene und beim
Konzerngewinn vor Steuern.
Die EBIT-Marge im Segment Automobile erwarten wir weiter im
Korridor von 8 bis10 Prozent.
Darüber hinaus haben wir uns vorgenommen, 100.000 elektrifizierte
Fahrzeuge zu verkaufen.
Mit dem ersten Quartal sind wir gut unterwegs.

Unser Absatz im Konzern erreichte das bisher beste erste Quartal.
Unsere Marken BMW, MINI und BMW Motorrad verzeichnen ebenfalls
neue Bestwerte in einem ersten Quartal.
Die Marke BMW hat zum ersten Mal in einem Quartal über eine halbe
Million Fahrzeuge ausgeliefert.
Die EBIT-Marge im Segment Automobile liegt bei 9,0 Prozent.
Unser Ergebnis vor Steuern ist deutlich gestiegen – auf über 3
Milliarden Euro. Wie vorab gemeldet, ist dies vor allem auf
Bewertungseffekte im Finanzergebnis zurückzuführen. Mit Blick auf
das Gesamtjahr planen wir hohe Vorleistungen. Wir investieren in
unsere Modelloffensive, unsere Standorte weltweit sowie in
Zukunftstechnologien wie Elektrifizierung und autonomes Fahren. All
das wird unsere Ergebnisdynamik in diesem Jahr beeinflussen.
Die konsequente Elektrifizierung unseres Portfolios hat für uns
klare Priorität. Aus unserer Erfahrung wissen wir: Je vielfältiger
das Angebot, desto höher die Resonanz bei den Kunden. Im ersten
Quartal haben wir doppelt so viele BMW Plug-in-Hybride und BMW i3
und i8 Fahrzeuge ausgeliefert wie im gleichen Zeitraum des
Vorjahres. Fast 20.000 Kunden haben sich für einen alternativen
Antrieb entschieden. Damit liegt der Anteil elektrifizierter
Fahrzeuge am Gesamtabsatz der BMW Group bereits bei über drei
Prozent. Mit dem neuen MINI Countryman Plug-in-Hybrid haben wir ab
Sommer neun elektrifizierte Modelle im Handel.
Unser elektrischer BMW i3 war von Anfang an für die urbane
Mobilität konzipiert. Seine Absatzkurve verläuft – anders als der
Modellzyklus von Serienmodellen mit Verbrenner – kontinuierlich
aufwärts. Allein im ersten Quartal sind die Verkaufszahlen des i3
gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um die Hälfte gestiegen.
Dazu hat natürlich auch die erhöhte Reichweite beigetragen.
Die Elektromobilität bleibt ein Marathon.
Wir legen Zwischenspurts ein mit neuen Modellen:

2018 der BMW i8 Roadster. • 2019 ein vollelektrischer MINI.
•          2020 ein vollelektrischer BMW X3.Dazu werden wir weiter umfassend investieren.

Damit zum zweiten Punkt: Wir begeistern unsere Kunden.

Die neue BMW 5er Reihe hat das beste Angebot an vernetzten Diensten.
Sie bietet zugleich ein breites Angebot an Antrieben und
Ausstattungen. Das kommt an bei den Kunden. Die Limousine ist begehrt.
In den ersten Monaten seit Marktstart haben wir mehr als doppelt so
viele 5er verkauft wie in der Anlaufphase des erfolgreichen
Vorgängers. Wir freuen uns auch über die guten Auftragseingänge für
das Plug-in-Hybrid-Modell und die M Performance Variante, die seit
März verfügbar sind. Ab Juni sind dann auch der Touring und der
Nachfolger der erfolgreichen Langversion der Limousine für China
erhältlich. Das wird der Dynamik weiteren Schub verleihen.
Unser Flaggschiff, der BMW 7er, hat im ersten Quartal die
Verkaufszahlen des Vorjahres um 50 Prozent übertroffen. Wie Sie
wissen, wollen wir unseren Absatz im oberen Premiumsegment bis 2020
deutlich steigern. Dazu erweitern wir gezielt unser Angebot in der Luxusklasse.

Bei Rolls-Royce führen wir Ende des Jahres die achte Generation
des legendären Phantom in den Markt ein. Sie wird eine neue
Aluminiumarchitektur besitzen.
Für 2018 haben wir den BMW X7 angekündigt – ein hoch emotionales Modell.
Weitere neue Modelle werden unsere Position im renditestarken
Luxussegment stärken.
Die erfolgreiche BMW X Familie erhält neben dem neuen Top-Modell X7
auch in den anderen Segmenten attraktiven Zuwachs: Den neuen BMW X3 in
diesem Jahr und einen BMW X2 im nächsten Jahr. Bei BMW wurde die
gesamte BMW 4er Reihe überarbeitet. Alle 4er Modelle, inklusive M4
Coupé und M4 Cabrio, sind noch sportlicher, hochwertiger und besser
vernetzt. Bei MINI ist der neue Countryman gut gestartet, genau wie
das John Cooper Works-Modell. Der Countryman als
Plug-in-Hybrid-Variante folgt im Juni.

Damit zum dritten Punkt: Wir stellen die Weichen für die Zukunft.

Eine Stärke der BMW Group ist die hohe Flexibilität in allen Bereichen.

Unsere ausgewogene Absatzverteilung und Präsenz in den großen
Marktregionen hilft uns, regionale Schwankungen auszugleichen.
In der Produktion verfügen wir über ein leistungsfähiges globales
Netzwerk aus 31 Standorten in 14 Ländern. So können wir bei
veränderter Nachfrage im Modellmix schnell reagieren.
Bei den Antriebstechnologien stellen wir uns breit und flexibel
auf. Für genaue Marktprognosen ist es noch zu früh: Welcher Antrieb
setzt sich in welchem Markt wann durch? Umso mehr gilt es, schnell
und reaktionsbereit zu sein.
Mit der Strategie NUMBER ONE > NEXT heben wir Efficient Dynamics
auf die nächste Stufe: Efficient Dynamics 2.0.

Wir steigern weiter die Effizienz unserer Verbrennungsmotoren. •
Ein wichtiger Hebel bleibt die aerodynamische Optimierung unserer
            Modelle. •          Bis 2025 statten wir alle Fahrzeuge
mit Verbrenner durchgängig mit             elektrischen
Niedervolt-Rekuperationssystemen aus. Das bringt eine        
weitere CO2-Reduzierung von 5 bis 7 Prozent. •          Wir arbeiten
gemeinsam mit unserem Partner Toyota an der            
Brennstoffzelle für längere Distanzen.
Auch der moderne Dieselantrieb ist Bestandteil von Efficient Dynamics 2.0.

Über den Diesel wird viel diskutiert. Eine vernünftige Debatte lässt
sich nur auf der Basis von Fakten führen. Ich möchte etwas zu den
Fakten sagen. Fest steht: Der Diesel spielt eine Schlüsselrolle in der
ambitionierten Klimapolitik in Europa. Saubere Dieselfahrzeuge der
Euro-6-Generation verbrauchen gut 25 Prozent weniger Kraftstoff als
vergleichbare Benziner. Damit emittieren sie gut 15 Prozent weniger
CO2. Ohne Dieselfahrzeuge sind die anspruchsvollsten CO2-Ziele in der
EU ab 2020 nicht erreichbar. Wir brauchen den sauberen Dieselantrieb
auch künftig. Deshalb statten wir unsere neuen Modelle mit den
modernsten Abgasreinigungstechnologien aus. Je mehr Euro-6-Fahrzeuge
im Markt sind, desto weniger sind Diesel-Pkw in Summe an Feinstaub und
Stickoxid-Emissionen beteiligt. Feinstaub betrifft ohnehin nur
mindestens zehn Jahre alte Diesel-Pkw ohne Partikelfilter.
Die Feinstaubemissionen, die von Motoren verursacht werden, machen
nur einen sehr geringen Anteil am Gesamtaufkommen aus. Trotzdem werden
„Feinstaubalarm“ und „Fahrverbote für Dieselfahrzeuge“ oft in einem
Atemzug genannt. Die Kunden sind verunsichert – erst recht Besitzer
älterer Dieselmodelle. Sie sollten durch die richtigen Anreize
motiviert werden, auf neue Technologien wie zum Beispiel
Elektromobilität oder auf effiziente Otto- und Dieselmodelle
umzusteigen. Große Städte profitieren am meisten von einem
intelligenten Mix an Instrumenten – zum Beispiel ein besserer
Verkehrsfluss, geförderte E-Mobilität und Ausbau der
Ladeinfrastruktur, Carsharing mit modernen emissionsarmen Fahrzeugen,
weniger Stau und Parkplatzsuche durch Digitalisierung            
sowie umweltfreundliche Busse und Taxis.

Als globales Unternehmen brauchen wir Planungssicherheit für unsere
Investitionsentscheidungen. Das Gleiche gilt für die Kunden, wenn sie
eine Kaufentscheidung treffen. Aber wie soll sich der Einzelne
entscheiden, wenn jedes Land andere Gesetze hat und jede große
Metropole eigene Einfahrbestimmungen in Aussicht stellt?
Planungssicherheit entsteht durch gemeinsame Lösungen. Die
individuelle Mobilität und der Diesel brauchen einen möglichst
einheitlichen Rahmen – auf nationaler Ebene hier in Deutschland wie
auch in der EU.

Mit unserer Strategie haben wir weitere Entscheidungen für unsere
Zukunft getroffen. Zwei aktuelle Beispiele:

Autonomes Fahren:Mit Intel und Mobileye arbeiten wir intensiv an der Entwicklung
autonom fahrender Fahrzeuge. Wir sind auf einem guten Weg.

Elektromobilität:Wir stärken diese wichtige Zukunftstechnologie an unserem
Heimatstandort Deutschland. Wir haben die höchste Eigenleistung bei
E-Motoren, Leistungselektronik und Batterie im Wettbewerbsvergleich.

Nun elektrifizieren wir all unsere Marken und Produktlinien. Wir
schaffen flexible Architekturen für konventionelle und elektrifizierte
Antriebe. Damit können wir die unterschiedliche Nachfrage in den
Märkten bedienen. Schon heute rollen in neun Standorten weltweit neun
elektrifizierte Modelle vom Band, davon acht Plug-in-Hybride. Der BMW
iNEXT soll ab 2021 unser neuer Innovationsträger sein. Wir haben
entschieden, dass der iNEXT im Werk Dingolfing gefertigt wird.
Gemeinsam mit dem Werk Landshut bauen wir Dingolfing zu unserem
zweiten Kompetenzzentrum für E-Mobilität aus – neben Leipzig.
Dingolfing hat viel Erfahrung mit Leichtbau sowie mit hoch komplexen
und vernetzten Fahrzeugen. In dieses Spektrum reiht sich der iNEXT als
ein größeres BMW i Fahrzeug ein.

Meine Damen und Herren,

all dies zeigt: Wir setzen unsere Strategie konsequent um. Wir
reagieren dynamisch und flexibel auf unerwartete Veränderungen und
antizipieren Trends in unserem Umfeld. Wir besitzen ein starkes
finanzielles Fundament. Und wir handeln aus einer Position der Stärke.
So gestalten wir weiter unsere Zukunft.

Vielen Dank!

    Print       Email

You might also like...

EYOF 2019 startet mit großer Eröffnungsfeier

Read More →