Umweltminister müssen endlich Maßnahmen zum Wolfsschutz beschließen

By   /  May 5, 2017  /  Comments Off on Umweltminister müssen endlich Maßnahmen zum Wolfsschutz beschließen

    Print       Email

MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Umweltminister müssen endlich Maßnahmen zum Wolfsschutz beschließen

„Die
Umweltminister von Bund und Ländern müssen sich der flächendeckenden
Ausbreitung des Wolfes in Deutschland endlich ernsthafter widmen und
Entscheidungen treffen. Wenn die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Rindern,
Pferden und Gehegewild nicht wirksamer geschützt wird, ist das Ende dieser Haltungsform
von Nutztieren eingeleitet.“ Dies erklärte das Präsidiumsmitglied des Deutschen
Bauernverbandes (DBV) und Bauernpräsident Brandenburgs, Henrik Wendorff, bei
der Übergabe einer Erklärung der Weidetierhalter an die Umweltminister von Bund
und Ländern auf deren Konferenz im brandenburgischen Bad Saarow (05.05.2017). Begleitet
wurde Wendorff vom Bauernpräsidenten aus Sachsen-Anhalt, Olaf Feuerborn, vom
Vorsitzenden der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), Jürgen
Lückhoff, und Bauern aus der Region sowie aus den umliegenden Bundesländern. „Die
Ausbreitung des Wolfs in Deutschland sorgt für erhebliche Konflikte, nicht nur
für die Nutztierhaltung, sondern inzwischen auch für die ländliche Bevölkerung
insgesamt“, betonte Feuerborn. Deren Belange und Interessen würden bislang bei
der Ausbreitung des Wolfs nur unzureichend berücksichtigt. 
 
Die
Erklärung der sechs Verbände mit Weidetierhaltern wurde vor Beginn der
Ministerratssitzung dem Staatssekretär des Bundesumweltministeriums, Jochen Flasbarth,
und den Umweltministern aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, Till
Backhaus und Jörg Vogelsänger, übergeben. Am Vorabend hatten die Bauern in der
Nähe der Tagungsstätte der Minister eine Mahnwache mit Mahnfeuer durchgeführt.
 
Die
Weidetierhalter fordern volle Transparenz über die Zahl der Wölfe in
Deutschland und ein wirksames Wolfsmanagement. Weite Teile Deutschlands wie die
Berg- und Küstenregionen und die Grünland- und Naturschutzgebiete könnten nicht
wolfssicher eingezäunt werden. Als ein Beispiel wurde eine Grünlandregion ohne
Berge wie der Landkreis Cuxhaven genannt, dessen Einzäunung bei einem Radius
von 50 Kilometern 180.000 Hektar bedeuten und fast 270 Millionen Euro kosten
würde.   
 
Forderungen
von Seiten des Naturschutzes, nach denen sich die Tierhaltung auf der Weide den
neuen Gegebenheiten anzupassen hätten, wiesen die Unterzeichner der Erklärung
als „nicht akzeptabel“ zurück. Die Wiederansiedlung des Wolfes dürfe nicht
uneingeschränkt und um jeden Preis vorangetrieben werden. Die Verbände fordern
von den Umweltministern des Bundes und der Länder, dass der Schutz der
Weidetierhaltung Kernanliegen des Naturschutzes werden müsse und nicht dem
Wolfsschutz unterzuordnen wäre. Der Schutz von Weidetieren vor Wölfen durch
Zäune, Herdenschutzhunde oder andere Maßnahmen einschließlich des zusätzlichen
Arbeitszeitaufwandes müsse vollumfänglich, unbürokratisch und in allen
Bundesländern einheitlich finanziell gefördert werden. Dabei müsse die gute
fachliche Praxis der Einzäunung von Weidetieren zum Verhindern eines Ausbrechens
der Weidetiere die Basis für eine finanzielle Förderung von Präventionsmaßnahmen
sein und nicht der Standard zum Schutz der Weidetiere vor Übergriffen durch
Wölfe. Die Verbände fordern zudem, verhaltensauffällige Wölfe zu töten und den
Tierhaltern durch Wolfsrisse entstandene Schäden umfassend und unbürokratisch zu
erstatten. Generell bedürfe es einer Umkehr der Beweislast hinsichtlich des
Nachweises eines Wolfsrisses zugunsten der Weidetierhalter.
 

 

v.l.n.r.: Steffen Pingen (DBV), Minister Jörg Vogelsänger, Staatssekretär Jochen Flasbarth, Jürgen Lückhoff, Bauernpräsidenten Olaf Feuerborn und Henrik Wendorff  – Quelle: Gregor Beyer

    Print       Email

You might also like...

EYOF 2019 startet mit großer Eröffnungsfeier

Read More →