Anleihen: Macron-Sieg vorweggenommen

By   /  May 6, 2017  /  Comments Off on Anleihen: Macron-Sieg vorweggenommen

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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5. Mai 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zunehmender Optimismus hinsichtlich der Wahl Emmanuel Macrons zum künftigen Präsidenten Frankreichs hebt die Stimmung an den Aktienmärkten zulasten von Staatsanleihen. “Raus aus sicheren Anlagen, rein ins Risiko lautet die Devise vieler Marktteilnehmern”, fasst Arthur Brunner die Woche zusammen. Besonders positiv hätten Anleger auf die größere Zustimmung für Macron nach dem TV-Duell reagiert.
Deutlich an Gewicht verlor dem gegenüber das hiesige Rentenbarometer, der Euro-Bund-Future notiert aktuell bei 160,98 Prozent. “Die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen stieg in der Spitze auf 0,39 Prozent”, berechnet der Händler der ICF Bank.
Fortschritte in Griechenland überschaubar
“Wieder nur zähe und keine nachhaltigen Fortschritte in der ewigen Griechenland-Krise.” So beschreibt Marius Schad die jüngst ausgehandelten Ergebnisse zwischen dem griechischen Gläubigerkonsortium aus Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) sowie dem Mittelmeerstaat. Zur Refinanzierung ihrer im Sommer auslaufenden Anleihefälligkeiten von rund 7,5 Milliarden Euro hätten die Griechen unter Vorbehalt der Zustimmung des griechischen Parlaments ein weiteres aus Sicht des HSH Nordbank-Analysten kleines Maßnahmenpaket akzeptiert.
“Was in vielen Medien als Etappensieg für den griechischen Finanzminister Euklid Tsakalotos beschrieben wird, ist in Wirklichkeit nicht einmal eine Verschlimmbesserung der aktuellen Lage”, urteilt Schad. Eine Langfriststrategie sei auch im siebten Jahr der Griechenland-Krise samt einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 30 Prozent nicht in Sicht.
Papier ist geduldig Versprochen hat die griechische Regierung den Geldgebern, dass 2019 und 2020 – also wohlgemerkt nach Abschluss des dritten Hilfspakets – ein Sparprogramm über 3,6 Milliarden Euro greifen soll, wie Stopp ergänzt. Teil des Plans sehe die nochmalige Reduzierung der Renten sowie höhere Steuereinnahmen vor. “Diese Vorgehensweise kommt einem dann doch wie ein Déjà-vu vor.” Zudem mache der IWF seine Zustimmung zum ausgehandelten Paket von spezifischen Maßnahmen zur Schuldenerleichterung abhängig. “Eine Beteiligung an den Finanzhilfen für Griechenland kommt für den Fonds nur infrage, wenn die Gläubiger zuvor auf einen Großteil ihrer Forderungen gegenüber dem überschuldeten Mitglied der Eurozone verzichten.” Stopp Schuldenschnitt nicht ausgeschlossen
An einer solchen Schuldenerleichterung für Athen scheinen EU-Kommission, Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM), EZB und IWF bereits intensiv zu arbeiten. Medienberichten zufolge werden in einem gemeinsamen Papier zusammengetragene Maßnahmen als Diskussionsgrundlage an die Finanzminister der EU verschickt. Unter anderem beinhalte ein Vorschlag die Übernahme der ausgezahlten IWF-Hilfskredite durch den ESM in Höhe von 13 Milliarden Euro im Jahr 2019. Kategorisch abgelehnt wie in der Vergangenheit habe die Bundesregierung diesmal nicht.
Mehr Geld für Heta-Gläubiger
Eine höhere Rückzahlungsquote als zunächst gedacht scheint es hingegen für Gläubiger der österreichischen Krisenbank Heta zu geben. Die dortige Finanzmarktaufsicht (FMA) erwartet laut Stopp nach dem Verkauf von Heta-Vermögensteilen bis zum Jahr 2023 über Barreserven in Höhe von 8,6 Milliarden Euro verfügen zu können. Bisher hätten rund 6,3 Milliarden im Raum gestanden. “Die Heta kommt beim Verkauf ihrer Unternehmensstücke besser voran als ursprünglich geplant”, begründet der Rentenhändler. Deshalb habe die FMA entschieden, den Schuldenschnitt zu senken, so dass sich der Forderungsverzicht von Besitzern vorrangiger Anleihen von 53,98 auf 35,6 Prozent reduzieren werde.
Anleger verabschieden sich aus Venezuela-Bonds Den Handel mit Anleihen beschreibt Gregor Daniel als tendenziell verhalten. Venezuela-Anleihen hätten nach den heftigen Unruhen auf der Straße durch die Bank den Rückwärtsgang eingelegt. Als Beispiel nennt der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Abgaben einer mit 11,75 Prozent verzinsten Staatsanleihe (WKN A1GWK1) mit Fälligkeit im Oktober 2026. “Die Umsätze sind aber eher gering”, schränkt Daniel ein. Daniel 

Auf die mögliche Einigung Griechenlands mit seinen Geldgebern reagierten Anleger unterm Strich mit Zuflüssen bei entsprechenden Bonds.
Wiener Städtische Versicherung
Bei den Unternehmensanleihen registriert Stopp regen Zuspruch für ein neues 250 Millionen Euro schweres zehnjähriges Papier der Wiener Städtische Versicherung (WKN A19G0B) mit einem Kupon von 3,5 Prozent und einer Stückelung von 1.000 Euro. “Am ersten Handelstag in Deutschland konnten direkt etwa 2,5 Millionen Euro umgesetzt werden.”
Hybrid-Anleihen kommen an
Eine starke Entwicklung beobachtet Brunner für eine Hybrid-Anleihe der französischen Groupama-Versicherungsgruppe (WKN A1ZJ3Z). Der Händler sieht einen Zusammenhang mit der Heraufsetzung der Kreditwürdigkeit des mit jährlich 6,375 Prozent ausgestatteten Wertpapiers. Seit Mittwoch hat die Anleihe von 105 auf 111 Prozent hinzugewonnen.
Nach wie vor rege gehandelt wird laut Brunner eine Wandelanleihe des Immobilienentwicklers Eyemaxx Real Estate (WKN A2DAJB) mit einem Kupon von 4,5 Prozent und Fälligkeit im Dezember 2019. “Die Aktie hat in den vergangenen Handelstagen einen Schub nach oben gemacht und notiert rund 10 Prozent stärker”, erklärt der Händler.

Lebhaftes Interesse macht die ICF Bank zudem für eine VW-Hybridanleihe (WKN A1ZE21) mit einer jährlichen Verzinsung von 4,625 Prozent aus.
Air Berlin bleibt im Fokus

Eine Anleihe der Air Berlin (WKN AB100B) bewegt sich laut Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank nach wie vor stark in beide Richtungen. Es gebe Berichte, wonach die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft von Ethiad über die Fälligkeit des Bonds hinaus Unterstützung erhalte. “Wie nachhaltig diese Information ist, wird man sehen.” Der Wert der Anleihe stieg seit Dienstag von 88 auf 98 Prozent.
von: Iris Merker
5. Mai 2017, © Deutsche Börse AG

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