Rukwied: Landwirtschaft investiert wieder

By   /  May 10, 2017  /  Comments Off on Rukwied: Landwirtschaft investiert wieder

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Rukwied: Landwirtschaft investiert wieder

„Unsere Bauern sehen wieder
optimistischer in die Zukunft und wollen investieren, wie das aktuelle
Konjunkturbarometer Agrar aufzeigt. Allerdings wird das Investitionsniveau der
Jahre vor der Krise noch nicht erreicht. Auch konnten die Erlös- und
Einkommensverluste der vergangenen zwei Jahre noch nicht aufgeholt werden, wenngleich
sich die Erzeugerpreise für Milch und Schweinefleisch deutlich verbesserten.“
Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim
Rukwied, auf der diesjährigen Agrarfinanztagung der Landwirtschaftlichen
Rentenbank und des Deutschen Bauernverbandes (DBV). An der Tagung mit dem Thema
„Perspektiven für die Landwirtschaft
und das Agrarbanking“ nahmen über 180 Teilnehmer aus der Banken- und
Agrarbranche teil. Die jährlich stattfindende Agrarfinanztagung ist das
wichtigste Forum zum Meinungs- und Informationsaustausch zwischen Banken und
Landwirtschaft.
 
„Das für die nächsten sechs Monate
geplante Investitionsvolumen steigt auf 4,6 Milliarden Euro, immerhin fast eine
Milliarde Euro mehr als ein Jahr zuvor“, stellte der Bauernpräsident fest. Die
wieder anziehende Investitionstätigkeit der deutschen Landwirtschaft habe
deutliche Auswirkungen auf die Entwicklung der ländlichen Regionen und sichere zahlreiche
Arbeitsplätze in der Landwirtschaft wie in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen.

 
Im Vergleich zu anderen Branchen
weise die Landwirtschaft für die Banken
nach wie vor hohe Sicherheiten auf und bleibe ein verlässlicher und solider
Kunde. Das Sachkapital der deutschen Landwirtschaft sei aktuell zu 33
Prozent mit Fremdmitteln und zu 67 Prozent mit Eigenkapital finanziert, hob
Rukwied hervor. Nach dem Bundesbankbericht erreichte der Fremdkapitalbestand in der
Landwirtschaft im Dezember 2016 mit 50,6
Milliarden Euro eine neue Rekordhöhe. Mit 498.000 Euro Kapital je
Erwerbstätigen (ohne Boden) gehöre die Landwirtschaft
unverändert zu den kapitalintensivsten
Branchen der deutschen Wirtschaft.
 
Die Landwirtschaft entwickele sich
rasant weiter, so dass manche Mitbürger sogar schon Skepsis gegenüber der
Modernität der Branche hegten, konstatierte Rukwied. Doch die Umsetzung des technischen
Fortschrittes sei für die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe notwendig und für Umwelt-
und Tierschutz sowie für Verbraucher von Vorteil. So würden die Tierhalter die
Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere durch praxistaugliche Innovationen
kontinuierlich verbessern. Die Digitalisierung und Vernetzung würden
Ackerbauern und Tierhalter als große Entwicklungschance für eine
wettbewerbsfähige, ressourcenschonende und tierwohlfördernde Landwirtschaft
betrachten.
 
Angesichts der zunehmenden
Volatilitäten der Agrarmärkte müssten aber auch neue Wege im Risikomanagement
beschritten werden. Landwirte wie Marktpartner seien bei Preisabsicherungen
über Warenterminbörsen genauso gefordert wie die Politik bei der Schaffung
einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage, zeigte Rukwied aktuelle
Herausforderungen auf. Ebenso benötigten sie eine vertrauensvolle Begleitung durch die Agrarkreditwirtschaft
einschließlich der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Der Anspruch sei,
landwirtschaftliche Unternehmen in ihrem betrieblichen Entwicklungsprozess kompetent zu beraten und passgenau zu
finanzieren. Der landwirtschaftliche Unternehmer benötige deshalb einen Ansprechpartner mit Beurteilungs- und
Entscheidungskompetenzen vor Ort, so Rukwied.
 
 

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