Sachgerechter Pflanzenschutz braucht mehr als Parolen und Populismus

By   /  May 24, 2017  /  Comments Off on Sachgerechter Pflanzenschutz braucht mehr als Parolen und Populismus

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Sachgerechter Pflanzenschutz braucht mehr als Parolen und Populismus

„Pauschale
Feindbilder und platte Vergiftungsvorwürfe bringen die Diskussion um einen sachgerechten
und nachhaltigen Pflanzenschutz nicht weiter“, betonte Wolfgang Vogel, Vizepräsident
des Deutschen Bauernverbandes (DBV), am Rande der DBV-Ackerbautagung. Vogel wies
die Kritiker darauf hin, dass gesunde Pflanzen nicht allein durch chemischen Pflanzenschutz
erhalten werden, sondern durch eine intelligente Kombination von
Pflanzenschutzmitteln, Anbauverfahren, Pflanzenzüchtung, Sortenwahl und der
richtigen Bestandsführung. „Hierzu brauchen wir Innovation und Forschung und
die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel ebenso wie alternative Verfahren. Mit
dem Aufwärmen von uralten, immer widerlegten Vorschlägen und dem Transportieren
von Ressentiments werde aber keinem Ackerbauern geholfen“, kritisierte Vogel.
 
„Der häufig
gemachte Vorschlag, auf Pflanzenschutzmittel eine Abgabe zu erheben,
widerspricht den Erfahrungen aus anderen Ländern. Dort hatte eine Steuer oder
Abgabe auf Pflanzenschutzmittel zwar zur deutlichen Verteuerung der
Betriebsmittel und damit der Produktion von Lebensmitteln geführt, die
angestrebte Lenkungswirkung und Mengenreduzierung blieb aber aus“, stellte
Vogel klar. Wer eine Steuer oder Abgabe auf Pflanzenschutzmittel befürworte,
mache den Denkfehler, dass Landwirte Pflanzenschutzmittel unbegründet oder
wegen günstiger Preise einsetzen würden. Pflanzenschutzmittel würden aber nach
dem Grundsatz „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ zur Gesunderhaltung der
Pflanzen sowie zur Sicherung von Ernten und deren Qualität eingesetzt. Deshalb
würde sich eine Verringerung der Wirkstoffe aufgrund staatlicher Lenkung auch kontraproduktiv
auf die Umwelt auswirken: Erhöhter Mengenverbrauch an verbleibenden
Pflanzenschutzmitteln mit stärkerer Bildung von Resistenzen wären die Folge,
stellte Vogel fest.
 
In
der politischen und öffentlichen Diskussion über den Pflanzenschutz werde immer
ausgeblendet, dass der Landwirt sachkundig sein muss, wenn er Pflanzenschutzmittel
unter bestimmten Anwendungsbestimmungen anwendet, die zuvor von staatlichen
Behörden nach einem strengen, langjährigen Prüfungsverfahren auf
wissenschaftlicher Grundlage zugelassen wurden. Auch die Landwirtschaft steht
zu einem strengen Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln auf
wissenschaftlicher Basis zum Schutz von Umwelt, Verbrauchern und Anwendern. Es
sei unverantwortliche Angstmacherei, wenn dies verleugnet werde und vom
„Vergiften der Gesundheit der Verbraucher und der Lebensgrundlage“ durch den
chemischen Pflanzenschutz gesprochen werde. Richtig sei vielmehr, dass die staatlichen
Kontrollen den Lebensmitteln aus heimischer Herkunft eine hervorragende
Qualität attestierten. Es sei zudem eine unehrliche Diskussion, den Einsatz von
„chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln“ zu verdammen, gleichzeitig aber
den Einsatz von Schwermetallen als Pflanzenschutzmittel zu befürworten.
 
Vogel
betonte zudem, dass die vielfältigen Aktivitäten der Bauern, einen positiven
Beitrag zur Biodiversität wie über das Greening der europäischen Agrarpolitik
zu leisten, nicht ignoriert werden dürften. Über freiwillige
Agrarumweltprogramme, Vertragsnaturschutz und darüber hinaus gehende
Initiativen unter anderem über Blüh- und Pufferstreifen, Brachen,
Zwischenfrüchte, Lerchenfenster und Nisthilfen werde die Biodiversität in
Agrarlandschaften verbessert“, betonte Vogel.

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