Nord- und Ostsee in Gefahr

By   /  May 26, 2017  /  Comments Off on Nord- und Ostsee in Gefahr

    Print       Email

MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: Nord- und Ostsee in Gefahr

Dringender Appell an die Mitglieder des Bundestags

Die Nord- und Ostsee sind in Gefahr! Ende Mai stimmt der Bundestag über das erneuerte Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ab. Versteckt im Paragraf 57 Absatz 2 findet sich eine gefährliche Neuformulierung zum Meeresschutz, die den Ministerien für Landwirtschaft, Wirtschaft, Verkehr und Forschung zukünftig ermöglichen würde, dringend notwendige Maßnahmen zum Schutz von Schweinswalen, Sterntauchern oder Muschelriffen per Vetorecht zu verhindern. Es droht der Ausverkauf von Nord- und Ostsee! Der Bundesrat hat die Gefahr erkannt und sich in seiner Stellungnahme vom 31. März gegen die Neuregelung im Paragraf 57 ausgesprochen.Wir appellieren eindringlich an die Mitglieder des deutschen Bundestages und an Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für den Meeresschutz stark zu machen. Mitte Mai wird sich der Umweltausschuss mit dem neuen BNatSchG befassen und am 31. Mai eine Empfehlung an den Bundestag geben. Anschließend stimmen dann die Abgeordneten über die Zukunft von Nord- und Ostsee ab! Wir fordern die Abgeordneten auf, den novellierten Paragraf 57 zu stoppen.

Helfen Sie uns dabei:

2) Unterzeichnen Sie den offenen Brief an Angela Merkel

1) Appell senden – so geht’s:1. Suchen Sie sich auf der Karte einen odere mehrere Abgeordnete aus. Benutzen Sie dafür die Zoomfunktion der Karte oder die Suchfunktion.2. Klicken Sie dann auf den blauen Pin, um das Profil des Abgeordneten aufzurufen.3. Wählen Sie eine Kontaktform (E-Mail, Facebook, Twitter) aus. Anschließend öffnet sich die Anwendung, und Sie können den Appell abschicken.

2) Offenen Brief unterzeichen: Gemeinsam mit BUND, DNR, DUH, Greenpeace, der Schutzstation Wattenmeer, WDC und WWF appelliert der NABU an die Bundeskanzlerin: Setzen Sie Deutschlands guten Ruf im Meeresschutz nicht aufs Spiel und verhindern Sie inhaltsleere Verordnungen. Sorgen Sie dafür, dass das BNatSchG Arten und Lebensräume effektiv schützt. Unterzeichnen Sie jetzt den gemeinsamen Protestbrief der Umweltverbände an die Kanzlerin:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wir wenden uns aufgrund aktuell laufender gesetzgeberischer Prozesse, die den Schutz von Nord- und Ostsee betreffen, direkt an Sie. Diese Prozesse entwickeln sich in eine Richtung, welche die Vorreiterrolle Deutschlands beim Meeresschutz aufs Spiel setzt. Zum einen werden die Entwürfe für Schutzgebietsverordnungen in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) verhandelt und zum anderen wurde § 57 des Bundesnaturschutzgesetzes in der jüngsten Novelle verändert. Beide Prozesse entsprechen nach Auffassung der unterzeichnenden Umweltverbände nicht den drängenden ökologischen und rechtlichen Erfordernissen. Verschärfend kommen örtliche Ausnahmen für bodenzerstörende Grundschleppnetze hinzu, wie sie im Entwurf der Bundesregierung für eine Empfehlung an die EU zu Fischereimaßnahmen in den Schutzgebieten der Nordsee vom Frühjahr 2016 enthalten waren. Für die Schutzgebiete in der Ostsee liegt im Widerspruch zum Koalitionsvertrag noch gar kein Vorschlag vor.

Aufgrund der sich abzeichnenden Häufung fachlich unzureichender gesetzgeberischer Rahmensetzungen bitten die unterzeichnenden Organisationen Sie, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, tätig zu werden, damit der auch von Ihnen persönlich wiederholt propagierte Meeresschutz nicht zum Papiertiger verkommt. Ob es eine Zukunft für Schweinswale und Seehunde, Sterntaucher und Eisenten, Seegraswiesen und Muschelriffe gibt, entscheidet sich jetzt.

Wie ernst die Situation ist, ist inzwischen allgemein bekannt. Die biologische Vielfalt in unseren Meeren nimmt unter dem zunehmenden Druck von Fischerei, Rohstoffabbau, Schifffahrt sowie Schad- und Nährstoffeinträgen weiter ab; nach Roter Liste gelten bereits ein Drittel der Arten und Lebensräume in Nord- und Ostsee als gefährdet. Auch die Anfangsbewertung nach EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) offenbarte 2012 den schlechten Zustand der marinen Ökosysteme an unseren Küsten. Dem trägt das Handeln der Bundesregierung in der aktuellen Situation leider nur ungenügend Rechnung.

So wurde in dem am 8. Februar 2017 vom Bundeskabinett beschlossenen Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) unter dem Einfluss der Ministerien für Wirtschaft, Landwirtschaft, Verkehr und Forschung eine „Einvernehmensregelung“ in den § 57 aufgenommen, die es einzelnen Ressorts ermöglicht, künftige Verordnungen und Schutzmaßnahmen über ein Vetorecht zu verhindern. Diese Änderung unterhöhlt die Kompetenz des Bundesumweltministeriums, erschwert behördliche Abstimmungsprozesse und macht das notwendige Schutzgebietsmanagement nahezu unmöglich. Die immer weiter verwässerten Verordnungen für die Naturschutzgebiete in der AWZ sollten ein mahnendes Beispiel sein. Nach heutigem Stand soll nach anfänglicher Beschränkung auch künftig in Schutzgebieten gefischt und mit Schallkanonen der Meeresboden untersucht werden dürfen. Das novellierte BNatSchG soll diesen unsäglichen Zustand nun bestätigen. Es obliegt dem Bundesrat und dem Bundestag, diese in unseren Augen gefährliche Neuformulierung im parlamentarischen Prozess zu korrigieren. Am 16. März 2017 wurde ein entsprechender Änderungsantrag durch Schleswig-Holstein in den Umweltausschuss eingebracht.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, Deutschland hat sich international wiederholt vorbildlich für den Schutz der Meere eingesetzt und sollte seinen hierdurch erworbenen guten Ruf nicht beim Meeresschutz an den eigenen Küsten aufs Spiel setzen. Wir appellieren daher eindringlich an Sie, sich für die Zukunft von Nord- und Ostsee stark zu machen. Bitte nehmen Sie Einfluss, um inhaltsleere Schutzgebietsverordnungen zu verhindern, die im Widerspruch zum EU-Recht und den globalen Verpflichtungen der Bundesrepublik stehen und dem Ausverkauf der Meere Tür und Tor öffnen. Verwenden Sie sich bitte dafür, dass das Bundesnaturschutzgesetz auch künftig Arten und Lebensräume effektiv schützt, und sorgen Sie dafür, dass Deutschland angesichts der globalen Herausforderungen den Meeresnaturschutz vor der eigenen Haustür nicht vergisst.

Hochachtungsvoll

NABU, BUND, DNR, DUH, Greenpeace, Schutzstation Wattenmeer, WDC, WWF
8739 machen bereits mit – es fehlen noch 1261 Unterschriften, um 10000 zu erreichen!

8739 Unterschriften

Vorname*

Nachname*

Straße

Hausnummer

PLZ

Ort

E-Mail*
Informationen per E-Mail
Ja, ich möchte über weitere Neuigkeiten aus dem Bereich Meeresschutz per E-Mail informiert werden.

Datenschutzhinweis
Der NABU erhebt und verarbeitet Ihre personenbezogenen Daten zur Umsetzung und Durchführung der Petition „SOS fürs Meer“. Eine Weitergabe Ihrer Daten erfolgt grundsätzlich nur mit entsprechender gesetzlicher Grundlage oder mit Ihrer Einwilligung. Ferner verwendet die NABU-Bundesgeschäftsstelle Ihre Daten für weitere Informationen über Aktivitäten und Fördermöglichkeiten des NABU.
Bei der vorliegenden Petition „SOS fürs Meer“ werden die von Ihnen eingegebenen Daten an die Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel, übermittelt. Wir schicken Ihnen dazu eine Bestätigungs-E-Mail an die angegebene E-Mail-Adresse. Erst wenn Sie den darin enthaltenen Bestätigungslink aktivieren, werden Ihre Daten weitergeleitet. Die Einwilligung für den Erhalt von weiteren Neuigkeiten aus dem Bereich Meeresschutz per E-Mail können Sie jederzeit widerrufen z.B. unter widerspruch@nabu.de. Hierauf werden Sie in jeder E-Mail, die auch einen Abbstelllink enthält, nochmals gesondert hingewiesen. Generell erfolgt kein Verkauf Ihrer Daten an Dritte für Werbezwecke.

 * Pflichtfelder

Meeresvielfalt in Gefahr

Diese Arten sind bedroht:

Der Ostseeschweinswal ist Deutschlands einzige Walart. Nur noch 450 Exemplare gibt es in der Ostsee.

Zum Steckbrief

Seegraswiesen sind wichtige Lebensräume für viele Arten. In der Nordsee sind sie seit 1930 um 90 Prozent zurückgegangen.

Zum Steckbrief

Einst weit verbreitet, gilt der Nagelrochen in der Nordsee als beinahe ausgerottet, u.a. wegen Überfischung.

Zum Steckbrief

Die Sandkoralle gilt an den deutschen Küsten als ausgestorben. Pipelines zerstörten die Riffstrukturen.

zum Steckbrief

Der Kleingefleckte Katzenhai ist durch Beifang mit Grundschleppnetze bei uns fast ausgerottet.

zum Steckbrief

Die Seefeder ist durch Schleppnetze am Grund bedroht. Sie findet keine Lebensräume mehr.

zum Steckbrief

Der Mensch rottete den Baltischen Stör durch Überfischung vor ca. 50 Jahren bei uns aus.

Zum Steckbrief

Als Schillerlocke von Gourmets geliebt, ist der Dornhai heute an unseren Küsten vom Ausssterben bedroht.

Zum Steckbrief

Schifffahrt und Offshore-Windparks setzen dem Sterntaucher zu, seine Lebensräume schwinden.

Zum Steckbrief

Hintergrund: Gefährdete Meeresschutzgebiete

    Print       Email

You might also like...

BMW Motorsport News – Ausgabe 25/2019.

Read More →