Einbürgerungen im Jahr 2016 um 2,9 % gestiegen – vor allem Briten sorgen für Zuwachs

By   /  June 13, 2017  /  Comments Off on Einbürgerungen im Jahr 2016 um 2,9 % gestiegen – vor allem Briten sorgen für Zuwachs

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MIL OSI – Source: Destatis Statistisches Bundesamt –

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WIESBADEN – Im Jahr 2016 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) knapp 110 400 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Das sind gut 3 000 Einbürgerungen oder 2,9 % mehr als im letzten Jahr. In den vergangenen beiden Jahren war die Zahl der Einbürgerungen noch zurückgegangen. Insbesondere Staatsbürger aus dem Vereinigten Königreich ließen sich deutlich häufiger einbürgern; ein Zusammenhang mit dem Brexit liegt nahe. Die registrierten 2 865 Einbürgerungen bedeuten einen Zuwachs von über 2 200 Einbürgerungen gegenüber 2015 (+ 361 %). Es handelt sich gleichzeitig um den höchsten jemals registrierten Wert für britische Staatsbürger. Demgegenüber ging die Zahl der Einbürgerungen türkischer Staatsbürger wie bereits in den Vorjahren deutlich zurück; gleichwohl stellen sie weiterhin die größte Gruppe der Eingebürgerten in Deutschland. 

Wie schon in den Jahren zuvor verlief die Entwicklung der Einbürgerungen gegenüber dem Vorjahr innerhalb Deutschlands uneinheitlich. In 10 Bundesländern gab es 2016 mehr Einbürgerungen als 2015. Den höchsten prozentualen Anstieg verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern (+ 19,0 %), den größten prozentualen Rückgang Bremen (– 20,4 %). 

Die Eingebürgerten waren im Durchschnitt 33 Jahre alt und hielten sich seit 17 Jahren in Deutschland auf. Wie schon in den vergangenen Jahren gab es unter den Eingebürgerten anteilig mehr Frauen (53,9 %) als Männer. Die Mehrheit der eingebürgerten Personen stammt aus Europa (59,4 %), allein 29,0 % kommen aus den Staaten der Europäischen Union. 

Das ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial bezieht die Zahl der Einbürgerungen auf die Zahl der Ausländer, die zehn Jahre oder länger in Deutschland leben und damit in der Regel alle Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen. Es ist damit besser geeignet, das Interesse von Ausländern an einer Einbürgerung abzubilden, als die Zahl der Einbürgerungen selbst.

Das ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial lag im Jahr 2016 im Schnitt bei 2,2 %. EU-Bürger weisen dabei traditionell unterdurchschnittliche Werte auf (1,6 %). Ihr Interesse an einer Einbürgerung ist eher gering. Bulgarien (6,3 %) und Rumänien (7,8 %) – und in diesem Jahr auch das Vereinigte Königreich (3,9 %) – sind dabei jedoch Ausnahmen. Die höchsten Werte entfielen durchweg auf außereuropäische Länder: Es führt Kamerun (18,5 % bei rund 900 Einbürgerungen), gefolgt von Syrien (12,5 % bei gut 2 200 Einbürgerungen) und Ägypten (12,4 % bei 600 Einbürgerungen).
Eingebürgerte Ausländerinnen und Ausländer 2016 nach den häufigsten bisherigen Staatsangehörigkeiten Bisherige StaatsangehörigkeitInsgesamtVeränderung gegenüberdem VorjahrAusgeschöpftes EinbürgerungspotenzialAnzahlin %Einbürgerungen insgesamt110 383+ 2,92,2Türkei16 290– 17,31,2Polen6 632+ 11,32,8Ukraine4 048– 2,94,9Kosovo3 966+ 3,83,2Rumänien3 828+ 27,67,8Italien3 597+ 5,60,8Irak3 553+ 3,011,7Griechenland3 444+ 12,61,4Kroatien2 985– 10,31,4Vereinigtes Königreich2 865+ 360,63,9Iran2 661+ 5,19,8Serbien2 596+ 33,71,7Afghanistan2 482– 3,510,8Marokko2 450– 4,06,2Russische Föderation2 375+ 2,01,8Weitere Ergebnisse bietet die Fachserie 1, Reihe 2.1 “Einbürgerungen”. Lange Zeitreihen können auch über die Tabelle Einbürgerungen von Ausländern (12511-0001) in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden.

Weitere Auskünfte gibt:Florian Göttsche,Telefon: +49 (0) 611 / 75 46 91,Kontaktformular

Einbürgerungen im Jahr 2016 um 2,9 % gestiegen – vor allem Briten sorgen für Zuwachs (PDF, 80 kB, Datei ist nicht barrierefrei)

Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Migration & Integration vor.

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