Mehr Koordination in der Kette, weniger staatliche Steuerung

By   /  June 15, 2017  /  Comments Off on Mehr Koordination in der Kette, weniger staatliche Steuerung

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Mehr Koordination in der Kette, weniger staatliche Steuerung

„Milcherzeuger und Molkereien müssen
ihre Aktivitäten besser koordinieren, um sicherzustellen, dass produzierte
Milch auch wertschöpfungsorientiert vermarktet werden kann“, forderte der Milchbauernpräsident
des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, beim Europäischen
Milchforum im polnischen Kamień Śląski bei Opole/Oppeln, Schlesien. „In anderen
landwirtschaftlichen Sektoren ist es längst üblich, dass vor
Erweiterungsinvestitionen eine wertschöpfungsorientierte Vermarktung der
Erzeugnisse sichergestellt ist. Dahin müssen wir auch im Milchsektor kommen“, hob
Schmal hervor.
 
In der Diskussion mit Vertretern der
EU-Kommission, Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie Vertretern der
Milchbauern aus Frankreich, Polen, Italien und Irland erteilte Schmal neuerlichen
staatlichen Versuchen der Mengensteuerung eine Absage. Nur die Akteure des
Marktes könnten dies verantwortungsvoll und zielgerichtet durchführen. „Vor
diesem Hintergrund bewerten wir auch die Hilfsmaßnahmen der EU nach wie vor
skeptisch“, sagte der Milchbauernpräsident. „Der Dank gilt der EU-Kommission
für die zusätzlichen finanziellen Hilfen für die europäischen Milchviehhalter.
Wir sind aber nicht davon überzeugt, dass die staatlichen Anreize zur
Produktionsreduktion effizient waren und dementsprechend eine spürbare
Marktwirkung entfaltet haben.“
 
In Bezug auf die Zukunft der EU-Agrarpolitik
waren sich die landwirtschaftlichen Vertreter aus den verschiedenen
EU-Mitgliedstaaten einig, dass Direktzahlungen in den beiden vergangenen
Krisenjahren einen erheblichen Teil der landwirtschaftlichen Einkommen
ausgemacht haben. In den Direktzahlungen sah man deshalb auch weiterhin eines
der geeigneten Instrumente zur Risikoabsicherung. „Wir benötigen Instrumente,
um die zunehmenden Preisschwankungen meistern zu können. Hierfür bedarf es
einer klugen Kombination aus staatlichen und privaten Maßnahmen. Eine gute Basisunterstützung
und eine Umweltpolitik mit Augenmaß sind weiterhin wichtige Garanten, um die
Zukunft unserer milchviehhaltenden Betriebe zu sichern“, bekräftigte Schmal.
 
Sorge äußerte Schmal über die anhaltend
niedrigen Eiweißverwertungen und bei weiterhin hohen Lagerbeständen an
Magermilchpulver in der öffentlichen Intervention. Gemeinsam mit den anderen
anwesenden Bauernverbandsvertretern forderte er, die Lagermengen für
Hilfslieferungen in Krisengebiete sowie zur Unterstützung von Bedürftigen
innerhalb der EU einzusetzen. „Wir dürfen das zarte Pflänzchen des sich
erholenden Marktes nicht durch übereilte Marktverkäufe von
Interventionsbeständen zertreten“, unterstrich Schmal.

Quelle: DBV
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