Pflanzenschutzmittel-Zulassung muss wissenschaftsbasiert erfolgen

By   /  June 16, 2017  /  Comments Off on Pflanzenschutzmittel-Zulassung muss wissenschaftsbasiert erfolgen

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Pflanzenschutzmittel-Zulassung muss wissenschaftsbasiert erfolgen

„Die
Zulassung von Pflanzenschutzmitteln darf nicht zu einem unkalkulierbaren politischen
Spielball werden. Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten müssen auf der
Grundlage einer wissenschaftsbasierten Bewertung ihrer Verantwortung gerecht
werden.“ Dies forderte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV),
Joachim Rukwied, in einem Gespräch in Brüssel mit Arūnas Vinčiūnas, dem
Kabinettschef von EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Zu oft nutze die
EU-Kommission ihren Spielraum bei der Zulassung zu Ungunsten der Landwirtschaft
aus, kritisierte der Bauernpräsident. Beispielsweise gebe es keinen wissenschaftlichen
Grund, Glyphosat nur für 10 Jahre zuzulassen statt wie vorgesehen für 15 Jahre.
Die Pflanzenschutzmittelzulassung dürfe auch nicht zu agrarpolitischen Zwecken
missbraucht werden.
 
Die EU
müsse sicherstellen, dass der Landwirtschaft wie dem Gemüse-, Obst- und Weinbau
eine breite Palette an Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung steht. Dies sichere
nicht nur Erträge, sondern trage auch zur Produktqualität, zur Nutzung
bodenschonender Anbauverfahren sowie zur Vermeidung von Resistenzen bei. Voraussetzung
sei die gesundheitliche Unbedenklichkeit für Verbraucher und Anwender und die Ungefährlichkeit
für die Umwelt.
 
Rukwied kritisierte
außerdem die enormen Verzögerungen bei den Entscheidungen über die Zulassung
von Pflanzenschutzmitteln. Dadurch werde nicht nur die hohe Produktivität im
Ackerbau gefährdet, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Zulassungsverfahren und
damit die Glaubwürdigkeit der EU-Sicherheitsbewertung und der EU-Behörden. „Die
EU hat das strikteste Zulassungsverfahren weltweit. Das muss die EU-Kommission
auch offensiv kommunizieren und entsprechend handeln“, forderte Rukwied.
 
Mittelfristig
müsse die Zulassungsverordnung reformiert werden, um die Mittelzulassung durch
die Mitgliedstaaten besser zu harmonisieren. Es könne nicht sein, dass trotz
der vorgesehenen zonalen Zulassung jeder Mitgliedsstaat seine eigene Prüfung mit
anderen Kriterien durchführe.
 

v.l.n.r. Dr. Wolfgang Reinert (Sektorleiter Pestizide – Inverkehrbringen); Arunas Vinciunas (Kabinettschef | Kabinett von EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis); DBV-Präsident Joachim Rukwied (Quelle: DBV)
 
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