30-Hektar-Tag: Kein Grund zum Feiern

By   /  June 19, 2017  /  Comments Off on 30-Hektar-Tag: Kein Grund zum Feiern

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

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Unser Flächenverbrauch ist noch immer viel zu hoch

Der 30-Hektar-Tag fiel dieses Jahr auf den 15. Juni. Ein Grund zu feiern? Gewiss nicht, denn wir verbrauchen weiterhin mehr als doppelt so viel Fläche für Siedlung und Verkehr als vorgesehen.

Täglich werden in Deutschland 66 Hektar Fläche verbaut – doppelt so viel wie angedacht. Foto: Helge May

19. Juni 2017 – Das Ziel der Bundesregierung, den täglichen Flächenverbrauch auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, liegt in weiter Ferne. Derzeit beträgt der tägliche Flächenverbrauch für Siedlung und Verkehr immer noch durchschnittlich 66 Hektar pro Tag. Somit fiel der diesjährige 30-Hektar-Tag auf den 15. Juni. Seit Anfang des Jahres bis zu diesem Tag wurde bundesweit bereits so viel Fläche neu verbaut, dass bis zum Ende des Jahr keine weiteren Flächen für Siedlung und Verkehr neu in Anspruch genommen werden dürften, wollte man das 30-Hektar-Ziel einhalten.

Umweltfaktor Boden

Der Boden erfüllt als abiotischer Umweltfaktor unverzichtbare Funktionen für unsere Ökosysteme. Mit dem Verbrauch neuer Flächen für Verkehrs- und Siedlungszwecke und zunehmender Versiegelung gehen vor allem die Fruchtbarkeit und die Wasserdurchlässigkeit des Bodens verloren. Zu den Folgen zählen der Verlust der Bodenfauna, örtliche Überschwemmungen bei starken Regenfällen, niedrige Grundwasservorräte sowie städtische Wärmeinseln durch fehlende Verdunstungskälte. Mit den unbebauten Flächen und unversiegelten Böden als endliche Ressource muss also sparsam umgegangen werden.

Mit der Neuauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hat die Bundesregierung Anfang des Jahres gerade erst das 30-Hektar-Ziel für das Jahr 2020 auf das Jahr 2030 verschoben. Zwar soll demzufolge die Inanspruchnahme zusätzlicher Flächen auf „unter 30 Hektar pro Tag“, also auf „30 Hektar minus X“ begrenzt werden. Dennoch enttäuscht diese wenig konkrete Formulierung, vor allem, da nicht klar ist, wie groß dieses X ist. Anstatt also ambitionierte Ziele zu setzen und diese entsprechend zu qualifizieren, verschiebt die Bundesregierung lediglich das alte, nicht erreichte Ziel um weitere zehn Jahre.Dass sich das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in seinem

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