Anleihen: Unübersichtliche Gemengelage

By   /  June 24, 2017  /  Comments Off on Anleihen: Unübersichtliche Gemengelage

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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23. Juni 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Heute vor einem Jahr entschieden sich die Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union. Die in dieser Woche begonnenen Austrittsverhandlungen mit einer geschwächten Regierung um Premierministerin Theresa May sind mit vielen Fragezeichen behaftet. Das mögen die Kapitalmärkte bekanntermaßen nicht besonders, wie Klaus Stopp von der Baader Bank bemerkt.Der Ausgang der Gespräche sowie die Auswirkungen der Scheidung auf die britische Wirtschaft ist offen. Gegenwärtig hält das Lohnwachstum mit der steigenden Inflation laut Bank of England nicht Schritt. Dadurch sinke das real verfügbare Einkommen der Bürger im Königreich. Analysten zufolge ist dies einer der Gründe für das überraschend uneinheitliche Abstimmungsergebnis von fünf zu eins für die Beibehaltung der aktuellen Zinspolitik. Mit Andy Haladane habe sich gestern ein weiteres Mitglied des Markets Policy Committee im Rahmen einer öffentlichen Rede für eine Zinserhöhung ausgesprochen. Der Chefvolkswirt der britischen Zentralbank plädiere für eine Anhebung im zweiten Halbjahr 2017. Einen Tag zuvor habe Notenbankchef Mark Carney noch betont, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für einen Zinsschritt sei.Euro-Bund-Future richtungslos Die teils hektischen Ausschläge beim hiesigen Rentenbarometer innerhalb einer Bandbreite von 164,13 und 164,44 Prozent spiegelten die zuweilen widersprüchlichen Aussagen von Notenbankern rund um den Globus wider, die nach abgeschlossener Sitzungsperiode nicht müde würden, auf ihre Sicht der Geldpolitik hinzuweisen. Aktuell notiert das hiesige Rentenbarometer knapp unter 65 Prozent. “Hatte man anfangs nach der Federal Reserve-Sitzung noch den Eindruck, dass alles im Markt eingepreist war, so war das nur der Startschuss für ein Hin und Her”, meint Stopp. Ein klarer Trend sehe anders aus. Stopp Anleger vertrauen argentinischen Langläufern Den Rentenhandel beschreibt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank als eher beschaulich. Nachdem sich Argentinien in dieser Woche erfolgreich am Kapitalmarkt refinanziert habe, käme der in US-Dollar geführte Wert mit einer Laufzeit von 100 Jahren (WKN A19J68) und einem Kupon von 7,125 Prozent bei Anlegern erstaunlich gut an. “In der Vergangenheit haben sich Investoren mit argentinischen Staatspapieren schon mal die Finger verbrannt.” Der argentinische Staat ging Handelsblatt-Berechnungen zufolge in den vergangenen 200 Jahren acht Mal pleite.
Aktuell notiert der 2,75 Milliarden Euro schwere Bond mit einer Stückelung von 1.000 US-Dollar um 92 Prozent. Die Ausgabe erfolgte zu einem Preis von 90 Prozent.
Daniel 

Europäische Großkonzerne zapfen Märkte an
Kurz vor den Sommerferien wurden einige Unternehmen am Bondmarkt aktiv. Frisches Kapital in Höhe von insgesamt 2,3 Milliarden Euro vertrauten Anleger laut Stopp der British Telecommunications via drei Bonds mit Laufzeiten von fünf (WKN A19KH3), sieben (WKN A19KH4) und zehn Jahren (WKN A19KH5) und jährlichen Verzinsungen von 0,5, 1,0 und 1,5 Prozent an.
Ebenfalls drei neue Anleihen habe CTE begeben und damit drei Milliarden Euro einsammeln können. Für einen im September 2024 fälligen Wert zahle die Tochtergesellschaft des Energieversorgers EDF einen Kupon von 0,875 Prozent, für einen im Juli 2028 zur Rückzahlung anstehenden Bond erhielten Anleger jährlich 1,5 Prozent Zinsen. Auf 2,125 Prozent kämen Gläubiger eines im Juli 2032 fälligen Wertes. Über eine so genannte Make Whole Option hätten sich beide Unternehmen das Recht einer vorzeitigen Rückzahlung gesichert.

Verlängerungspläne für Sanha-Anleihe verschreckt Anleger Die Ankündigung von Sanha, eine im Juni 2018 fällige Anleihe (WKN A1TNA7) mit aktuell jährlichen Zinsen in Höhe von 7,75 Prozent zu neuen Konditionen verlängern zu wollen, sorgte nach Beobachtung von Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank für Verkaufsdruck. “Der Bond im Volumen von 37 Millionen Euro sank zwischenzeitlich auf 61 Prozent, konnte im Laufe der Woche aber einen Teil der Verluste wieder gut machen.” Der Hersteller für Rohrleitungssysteme und Verbindungsstücke für den Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikbereich beabsichtige eine Laufzeit bis Juni 2023 samt einem reduzierten Kupon von 5,5 Prozent ab 4. Juni 2018. Zudem sehe der Vorschlag eine jährliche Tilgung in Höhe von 10 Prozent des Nominalbetrags vor. Anleger könnten vom 25. bis 31. Juli anlässlich einer virtuellen Gläubigerversammlung dazu ihre Stimme abgeben. Petz 

von: Iris Merker23. Juni 2017, © Deutsche Börse AG

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