Wochenausblick: Kein Ende in Sicht

By   /  June 26, 2017  /  Comments Off on Wochenausblick: Kein Ende in Sicht

    Print       Email

MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Wochenausblick: Kein Ende in Sicht

26. Juni 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Stimmen, die ein Ende der schwankungsarmen Aufwärtsbewegung prophezeien, werden lauter. Dennoch blicken Anleger eher auf steigende Unternehmensgewinne, attraktive Dividenden, gute Konjunkturzahlen auch in der Eurozone und die anhaltende Unterstützung durch die Notenbanken.
Jedenfalls bewegt sich der DAX weiter auf hohem Niveau, am vergangenen Dienstag wurde sogar ein neues Allzeithoch mit 12.951,54 Punkten erreicht, am Montagmorgen steht der Index bei 12.797 Punkte leicht im Plus. Auch der Dow Jones hatte am vergangenen Dienstag eine Bestmarke erzielt und der S&P bereits am Montag, auf Wochensicht ging es dann seitwärts. Die Technologiebörse Nasdaq, die zwischenzeitlich unter Druck geraten war, hat sich erholt.
Robuste Konjunktur
“Eurolands Makrodaten sollten weiterhin den guten Wachstumstrend unterstreichen und damit die Aktienmärkte stützen”, meint Robert Greil von Merck Finck. Dagegen trübten sich die US-Perspektiven leicht ein. Die Bank hält die Aktienmärkte der Eurozone weiterhin für aussichtsreicher als die USA. “Die wohl anhaltende Stärke des Euros spricht für Eurolands oft binnenorientiertere Small Caps”, ergänzt Greil.
Droht ein Unwetter?
Markus Reinwand von der Helaba sieht hingegen erhöhte Gewittergefahr. “Nach kleineren zwischenzeitlichen Ausschlägen bewegt sich die implizite Aktienvolatilität für die international führenden Indizes nahe der langfristigen Tiefststände und signalisiert damit eine gefährliche Sorglosigkeit.” Zudem lägen die gängigsten Kennziffern wie KGV, KBV und Dividendenrendite oberhalb des langfristigen “Normalbandes”. “Hohe Bewertung in Kombination mit ausgeprägter Gelassenheit ist erfahrungsgemäß eine explosive Mischung.” Die Bank rät, die erhöhten Notierungen antizyklisch zum Abbau der Aktienquote zu nutzen.
Rücksetzer kein Beinbruch  Laut Christian Henke von IG täte dem heimischen Aktienmarkt eine Korrektur gut. “Eine Konsolidierung bis zum ehemaligen Allzeithoch bei 12.390 Punkten vom April 2015 wäre aus charttechnischer Sicht kein Beinbruch”, erklärt der technische Analyst. Auch ein Test der “runden” Zahl bei 12.000 Zählern würde den übergeordneten Aufwärtstrend nicht gefährden. Der gewichtete 200-Tage-Durchschnitt zeige unverändert gen Norden und fungiere bei aktuell 12.042 Zählern als zusätzliche Unterstützung – zumal sich momentan mehr als 80 Prozent der DAX-Titel oberhalb ihrer 200-Tage-Linie aufhielten. “Dies ist ein Zeichen von Marktstärke”, bemerkt Henke. Allerdings signalisiere dies auch mittlerweile eine überkaufte Situation. Henke 

Im Tageschart halte sich der DAX zurzeit in einer Seitwärtsphase auf. Gelinge der Ausbruch aus dieser Zone und auch der Sprung über das jüngste Jahreshoch, könnten 13.000 Zähler angesteuert werden. Damit sei die Reise jedoch noch nicht beendet. “Oberhalb der psychologischen Marke bestünde weiteres Kurspotenzial bis momentan 13.175 Punkte, die ehemalige und Anfang Januar 2016 unterschrittene Aufwärtstrendlinie.”
Viele Warnsignale Christian Schmidt von der Helaba sieht Schwächeanzeichen im DAX-Chartbild. “Erinnert sei an negative Divergenzen beim Erreichen neuer Rekordmarken, die fehlende Marktbreite, die im Verhältnis zu schwache Bewegungsdynamik sowie widersprüchliche Signale bei verschiedenen Indikatoren.” Bemerkenswert bleibe, dass sich der Index seit dem großen “Gann-Tag” am Mittwoch tendenziell abwärts bewegt habe. “Damit bestätigt sich unsere Annahme, dass die Schwungkraft auf der Oberseite weiter nachlässt.” Zuletzt hätten die 21-Tagelinie bei 12.721 sowie die Strukturprojektion bei 12.733 Punkten auf der Unterseite im Fokus gestanden. Mehrfach Richtung Süden zeigende Oszillatoren, sowie erste Verkaufssignale beim DMI sprächen für kurzfristig weitere Rücksetzer. Schmidt Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine
Montag, 26. Juni
10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex.
Dienstag, 27. Juni
9.00 Uhr. Börsengang der Restaurantkette Vapiano
Donnerstag, 29. Juni
8.00 Uhr. Deutschland: Inflation Juni. Wegen des billigeren Öls wird mehrheitlich nur ein kleines Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat sowie 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Freitag, 30. Juni
9.00 Uhr. Börsengänge des Essenslieferanten Delivery Hero und Noratis Immobilien.

3.00 Uhr. China: Einkaufsmanagerindex CFLP Verarbeitendes Gewerbe Juni. Nach auseinandergehenden Signalen der unterschiedlichen Einkaufsmanagerindizes im Mai erwartet die DekaBank für den Juni eine stabile Entwicklung und prognostiziert 51,2 Punkte, das wäre ebenso viel wie im Mai.
11.00 Uhr. Eurozone: Inflation Juni. Die DekaBank geht davon aus, dass die Inflation im Juni erneut nachgelassen und sich damit noch weiter vom Zielwert der EZB entfernt hat, erwartet wird ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zurückzuführen sei die niedrige Rate vor allem auf den zuletzt wieder gesunkenen Ölpreis. Allerdings sei der Preisauftrieb auch ohne Energie sowie Nahrungs- und Genussmittel mit 0,9 Prozent voraussichtlich auffallend schwach geblieben.
Von: Anna-Maria Borse 26. Juni 2017, © Deutsche Börse AG

    Print       Email

You might also like...

Über 160.000 Klassikfans kamen dank BMW München in den kostenlosen Genuss von „Oper für alle“ 2019. Erstmals dirigierte Kirill Petrenko Live-Übertragung und Festspielkonzert.

Read More →