Landwirtschaft stärken heißt Europa stärken

By   /  June 30, 2017  /  Comments Off on Landwirtschaft stärken heißt Europa stärken

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Landwirtschaft stärken heißt Europa stärken

„Angesichts
der weltweiten Entwicklungen brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Europa.
Durch den Brexit und neue Aufgaben wie Klimawandel, Migration und Integration
sollte auch der EU-Haushalt erhöht werden. Dies fordere ich als überzeugter
Europäer“, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV),
Joachim Rukwied, anlässlich des Besuchs von EU-Finanzkommissar Günther
Oettinger auf dem Deutschen Bauerntag 2017 in Berlin. Die Landwirtschaft
unterstütze Oettinger im Kampf um mehr EU-Finanzmittel für die Zeit nach 2020.
Neue Herausforderungen, denen Europa zweifelsohne gegenüberstehe, dürfe man
nicht auf Kosten des Agrarhaushaltes bewältigen, sondern hierfür brauche man höhere
Beiträge von den Mitgliedstaaten. Dies sei schon allein aufgrund der
Finanzlücke geboten, die der Brexit in den EU-Haushalt reiße, stellte Rukwied
fest. In der EU-Agrarpolitik seien die Direktzahlungen für die Landwirte für
den Erhalt einer flächendeckenden, multifunktionalen
Landwirtschaft unabdingbar.
 
Die
bisherigen Ziele der EU-Agrarpolitik, eine produktive Landwirtschaft, die
Versorgungssicherung sowie die Stabilisierung der Einkommen der Bauernfamilien
hätten weiterhin Bestand. „Die
von der Landwirtschaft abhängigen Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie und
der Bioökonomie schaffen Arbeitsplätze und Wachstum in ländlichen Räumen. Damit
ist die Gemeinsame Agrarpolitik nicht nur ein entscheidender Garant für die
Stabilität der Landwirtschaft, sondern für die EU insgesamt“, folgerte Rukwied.
Die vergangenen Wahlen in europäischen Ländern haben in besorgniserregender
Weise gezeigt, wie fragil das europäische Fundament sei. Rukwied ermutigte die
europäische Politik, bestehende Herausforderungen beherzt anzupacken. Dabei sei
Solidarität ein Kernprinzip der EU, das einen hohen Anteil an gemeinschaftlich
finanzierter Aufgaben gebiete.
 
Für die
landwirtschaftlichen Betriebe wie auch für die Wirtschaftskraft der ländlichen
Regionen sei es wichtig, dass über die EU-Agrarpolitik auch mögliche
Wettbewerbsverzerrungen in den offenen Agrarmärkten vermieden bzw. ausgeglichen
würden. „Wirtschaftliche Entwicklung setzt die richtigen politischen Rahmenbedingungen
voraus. Deshalb sind die Stärkung des EU-Binnenmarktes, eine ausgewogene
Handelspolitik, die Beibehaltung eines unteren Sicherheitsnetzes, neue
Instrumente zum Risikomanagement angesichts der volatilen Märkte und die
Förderung von Investitionen, Forschung und Innovationen genauso wichtig wie
eine Anreizkomponente für Agrarumweltmaßnahmen“, so der Bauernpräsident.
 
Eines der besten Rezepte gegen die
Glaubwürdigkeitskrise der EU sei darüber hinaus der Bürokratieabbau. „Europa
muss zeigen, dass es mehr ist als eine große Behörde mit vielen Formularen“,
unterstrich Rukwied. Für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) müsse die EU einen
Neustart der Förderung der 2. Säule und des Kontroll- und Sanktionssystems
wagen. „Die 2. Säule der GAP ist ein Schlüssel zur Bewältigung wachsender Herausforderungen in den Bereichen Investition,
Innovation, Öko-Effizienz, Klimawandel und Risikomanagement“, stellte Rukwied
fest. „Wir brauchen aber mehr Subsidiarität bei der Zielformulierung in den
Regionen.“ Dies müsse einhergehen mit der Einführung eines
Single-Audit-Prinzips und praxisgerechter
Toleranzschwellen. „Damit die
Bürger auf Europa vertrauten, müsse die EU auch ein Stück weit mehr den Bürgern
und Landwirten vertrauen.“
 
 

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