EU-Ökoverordnung: Tragbarer und entwicklungsfähiger Kompromiss

By   /  July 1, 2017  /  Comments Off on EU-Ökoverordnung: Tragbarer und entwicklungsfähiger Kompromiss

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: EU-Ökoverordnung: Tragbarer und entwicklungsfähiger Kompromiss

„Ich bin froh,
dass der Ökolandbau weiterhin auf Basis seiner Prozessregeln und nicht über die
Beschaffenheit des Endprodukts definiert wird,“ sagte der Öko-Beauftragte des Deutschen
Bauernverbandes (DBV), Heinrich Graf von Bassewitz, anlässlich des erzielten
Kompromisses zur Öko-Verordnung. „Trotz eines von Anfang an falschen Ansatzes der
EU-Kommission konnte nun ein für die Praxis tragbarer und entwicklungsfähiger
Kompromiss errungen werden“, bewertete Bassewitz das Ergebnis.
 
Für den DBV sei die
nachhaltige Kreislaufwirtschaft das wichtigste Ziel des Ökolandbaus. „Gesonderte
Rückstandswerte unerlaubter Stoffe sind endlich vom Tisch. Ökolandbau in
geschlossenen Kreisläufen leistet einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und
ländlicher Entwicklung. Unsere Produkte sind nachweislich weniger mit
Rückständen belastet. Der Verbraucher vertraut zu recht unseren Produkten. Sonst
wäre das seit Jahren anhaltende fast zehnprozentige Wachstum am Markt auch nicht
zu erklären“, betonte von Bassewitz. Verbrauchervertrauen in Öko-Produkte lasse
sich nicht nur am Endprodukt festmachen. Sicherheit für Landwirte und Verbraucher
würden nur Kontrollen der Betriebe und der Produktion bringen. „Die Verbesserung
der Nachhaltigkeit und die praktische Umsetzung der Bio-Kontrollen müssen jetzt
unsere Arbeit bestimmen,“ hob von Bassewitz hervor.
 
Ein wichtiges
Ergebnis des Kompromisses zur Öko-Verordnung sind auch die möglichen Ausnahmeregelungen
für die Nutzung konventionellen Saatgutes und konventioneller Zuchttiere sowie die
Möglichkeit, bei der Fütterung von Schweinen und Geflügel einen fünfprozentigen
Anteil hochwertiges Eiweiß aus konventionellem Anbau zuzulassen. „Wie man
wachsende Anteile von Öko-Produkten in der Erzeugung erreicht, hat die in
Deutschland vor Jahren geschaffene interaktive Öko-Saatgutdatenbank
„organicXseeds“ und die nationale Liste obligater Öko-Sorten gezeigt. Diese werden
von den Öko-Bauern intensiv genutzt und sorgen in Deutschland bei den
Hauptkulturen für die Verwendung von Öko-Saatgut“, stellte von Bassewitz fest.
Diese positiven Erfahrungen müssten europaweit umgesetzt werden.
 
Nach der
politischen Einigung beginne die Arbeit zu den Umsetzungsbestimmungen. Der
Deutsche Bauernverband fordert, bei der nun anstehenden Formulierung der
Rechtstexte im Detail dafür zu sorgen, dass es nicht nachträglich zu
weitreichenden Haftungsimplikationen und lang anhaltenden Produktsperrungen
kommen könne. „Gemeinsam haben wir einiges erreicht, viel Arbeit liegt aber
noch vor uns. Wir werden darauf achten, dass die EU-Kommission nicht durch die
Hintertür ihre Vorstellungen von Endproduktkontrolle und 100 Prozent Öko ohne begründete
Ausnahmen durchsetzt,“ fasste Bassewitz seine Erwartungen an den weiteren
Gesetzgebungsprozess zusammen.
 

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