Wetterextreme erfordern gutes Risikomanagement

By   /  July 3, 2017  /  Comments Off on Wetterextreme erfordern gutes Risikomanagement

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Wetterextreme erfordern gutes Risikomanagement

Zum
Auftakt der Getreideernte im baden-württembergischen Eberdingen hat der
Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, erneut auf das
schwierige Erntejahr für die meisten Obstbauern in Deutschland hingewiesen. „Die
Wetterextreme bestimmen das Erntejahr unserer Obst- und Weinbauern in diesem
Jahr ungewöhnlich stark. Einige Betriebe sind massiv geschädigt. Der starke
Frost Mitte April nach dem warmen März führte zu großen Schäden bei Kirschen,
Pflaumen, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Äpfeln und Wein. Ende Mai
bis in den Juni hinein mussten die Obstbauern regional mit Starkregen und Hagel
fertig werden. Der Klimawandel und die Zunahme
von Extremwetterereignissen erfordern ein wirksameres und besseres
Risikomanagement“, betonte Rukwied.
 
Um
das Risiko für die Betriebe zu verringern, seien politische und
unternehmerische Maßnahmen notwendig. „Seit Jahren fordern wir Instrumente wie
steuerliche Risikorückstellungen. Der extreme Witterungsverlauf in diesem Jahr
hat die se Forderung erneut bestätigt. Zudem sind Versicherungslösungen wie
auch Investitionsförderungen für Frostschutzberegnungsanlagen notwendig. Bei
den Versicherungslösungen sind finanzielle Unterstützungen durch die Bundesländer
hilfreich“, hob Rukwied hervor. Darüber hinaus seien für stark frostgeschädigte
Betriebe direkte Entschädigungszahlungen erforderlich.
 
Entschädigungszahlungen
fallen zunächst in die Zuständigkeit der Bundesländer. In Baden-Württemberg und
in Nordrhein-Westfalen wurde die Situation bereits als „Naturkatastrophe“ und
in Rheinland-Pfalz als außergewöhnliches Elementarereignis eingestuft.
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stellte den frostgeschädigten Obstbauern bereits
Entschädigungszahlungen in Aussicht, in NRW wurde dies der neuen Landesregierung
überlassen. In Bayern laufen derzeit noch Gespräche. Auch das
Bundeslandwirtschaftsministerium und der Bundestag beschäftigen sich mit den
möglichen Unterstützungen frostgeschädigter Betreibe.
 
Stand der Obst- und Gemüseernte:
Für
die meisten Spargelbauern ist die Spargelsaison am 24. Juni, dem Johannistag,
traditionell zu Ende gegangen. Für den Spargel war es über weite Teile eine
ausgeglichene Saison, wenn auch im April witterungsbedingt die Menge geringer
war. Bundesweit wird im Vergleich zum Vorjahr etwa gleiche Erntemenge von
vorläufig geschätzten 125.000 Tonnen erwartet, allerdings bei einer leichten
Flächenausdehnung.
 
Die
Erdbeersaison läuft auf Hochtouren. Wegen der Frostschäden wird mit einer
gegenüber Vorjahr nochmals geringeren Ernte von geschätzt 130.000 Tonnen
gerechnet.
 
Massive
Ertragsausfälle durch Frost sind bei Kirschen, deren Ernte begonnen hat, und bei
Pflaumen zu erwarten, insbesondere im Süden und Südwesten Deutschlands.
 
Dem
Kernobst (Äpfel und Birnen) hat der Frost auch stark zugesetzt, insbesondere in
Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Nordrhein-Westfalen.
Gebietsweise kam es bisher auch zu Hagelschäden. Für Schätzungen zu
Ernteerwartungen ist es noch zu früh, doch wird mit deutlich niedrigeren
Erträgen als im Vorjahr gerechnet, im Süden stärker als in Norddeutschland.
 
Bei Salaten
verläuft die Ernte gleichmäßig, anfangs waren die Preise schwach, dann auf
Vorjahresniveau, ab Mitte Juni wieder deutlich darunter. Bei Blumenkohl und
Broccoli herrscht großer Preisdruck, Gurken und Tomaten aus dem Gewächshaus
finden Absatz in einem ausgeglichenen Markt.
 
Der Weinanbau
ist regional durch Frost stark geschädigt. Für Aussagen zur Erntemenge ist es zu
früh, doch zeichnet sich bereits jetzt eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Weinernte
ab.

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