Auslandsaktien: Autobranche im Umbruch

By   /  July 6, 2017  /  Comments Off on Auslandsaktien: Autobranche im Umbruch

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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6. Juli 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Europas Autoaktien gehören in diesem Jahr bislang zu den Verlierern. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts, in dem neben Zulieferern alle großen Autokonzerne wie Daimler, BMW, VW, Peugeot, Fiat und Renault vertreten sind, notiert heute genau auf dem Stand wie Ende Dezember 2016. Damit hinkt die Branche dem breiten Markt weit hinterher. Die drei deutschen Autobauer liegen sogar klar im Minus und sind DAX-Schlusslichter.
Geely mit Kursverfünffachung
In der Branche sieht es aber zum Teil auch ganz anders aus: Geradezu im Höhenrausch befindet sich die Aktie des chinesischen Autobauers Geely (WKN A0CACX), der Muttergesellschaft von Volvo. “Wir sehen jeden Tag neue Hochs, und andauernd kommen positive neue Nachrichten”, berichtet Walter Vorhauser von Oddo Seydler. Die Zukunft lässt grüßen: “Nun übernimmt Geely den US-Flugauto-Hersteller Terrafugia.” Terrafugia ist eine Ausgründung des Massachusetts Institute of Technology, das erste Flugauto “Transition” wurde bereits vor einigen Jahren vorgestellt. Der Nachfolger ist das Flugauto TF-X.
“Doch auch ansonsten läuft das Geschäft von Geely gut”, bemerkt Vorhauser. Dass die Tochter Volvo sich ab 2019 von Verbrennungsmotoren verabschieden will, kommt an der Börse ebenfalls gut an. Die Aktie kostete Anfang Mai an der Börse Frankfurt noch 1,20 Euro, jetzt sind es 1,94 Euro, in den vergangenen anderthalb Jahren hat sich der Kurs verfünffacht. “Da ist immer noch Potenzial”, meint Vorhauser. “China ist ein riesiger Markt.”
Auch Volvo haussiert Sehr gut entwickelt hat sich auch die Volvo-Aktie selbst, der Kurs der viel gehandelten B-Aktien (WKN 855689) ist auf Sicht von zwölf Monaten um 84 Prozent gestiegen. “Man sieht, wo auf Innovation gesetzt wird”, bemerkt Roland Stadler von der Baader Bank. Am gestrigen Mittwoch hatte Unternehmenschef Hakan Samuelsson angekündigt, dass alle Volvos, die nach 2019 auf den Markt kommen, einen Elektromotor haben werden. Zwischen 2019 und 2021 will Volvo fünf reine E-Autos lancieren, außerdem sollen die Fahrzeuge durch Modelle mit zwei verschiedenen Hybrid-Varianten ergänzt werden. Stadler Tesla-Erfolg umstritten
Etwas skeptischer zeigt sich Vorhauser bezüglich Tesla. Der erste Mittelklassewagen des US-Elektroautobauers, das Modell 3, soll am morgigen Freitag in die Serienfertigung gehen. “Anhänger gehen davon aus, dass Tesla damit den Massenmarkt erobern wird, Kritiker verweisen aber auf die starke Konkurrenz in diesem Segment”, erklärt Vorhauser. Etwa liege die Reichweite nicht über der anderer Elektroautohersteller. “Und unter Klimagesichtspunkten sind Elektroautos wegen der umweltbelastenden Batterieproduktion auch keine wirkliche Lösung.”
Das neue Amazon?
Vorhauser hält die Bewertung von Tesla an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 55 Milliarden US-Dollar – mehr als Ford oder GM – für sehr ambitioniert. Die Aktie (WKN A1CX3T) zeigte zuletzt Schwäche. Das hängt auch damit zusammen, dass Tesla das eigene Auslieferungsziel für das erste Halbjahr nur knapp erreichte. Nach dem Hoch von 346,65 Euro vor zwei Wochen kostet die Aktie an der Börse Frankfurt aktuell nur noch 285,58 Euro. Seit Anfang Dezember 2016 ergibt sich damit aber immer noch ein Plus von 65 Prozent. “Letztlich ist die Aktie hochspekulativ, in ein paar Jahren wird man mehr wissen”, meint Vorhauser. “Tesla macht keinen Gewinn, aber das war bei Amazon am Anfang ja auch so.”
von: Anna-Maria Borse
6. Juli 2017, © Deutsche Börse AG

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