Wie sieht die Zukunft unserer Wälder aus?

By   /  July 17, 2017  /  Comments Off on Wie sieht die Zukunft unserer Wälder aus?

    Print       Email

MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: Wie sieht die Zukunft unserer Wälder aus?

Forschungsprojekt „Gläserner Forstbetrieb“ soll Aufschluss über den Wirtschaftswald geben

Das deutschlandweit einmalige Projekt soll Aufschluss über Artenvielfalt, Holzernte und Klimaresistenz im Wirtschaftswald geben. Wie lassen sich die Förderung der Naturnähe und die Stabilität der Wälder unter einen Hut bringen?

Monotoner Kiefernforst – Welche Maßnahmen fördern die Ökosystemleistungen und die Naturnähe? – Foto: Jeanette Blumröder

Durch die Förderung von heimischen Laubbaumarten wie Eiche und Buche sollen die Wälder wieder naturnäher werden – Foto: I. Schmutz

Im Projekt „Gläserner Forstbetrieb“ werden die Wirkungen von Waldbewirtschaftungsmaßnahmen auf Ökosystemleistungen untersucht – Foto: Helge May

17. Juli 2017 – Wie wirken sich verschiedene Maßnahmen der Waldbewirtschaftung auf Ertrag, Stabilität und Naturschutz im Wirtschaftswald aus? Um diese und andere Fragen zu beantworten, hat der NABU gemeinsam mit dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) und zwei Forschungspartnern das bundesweit einmalige und auf sechs Jahre angelegte Forschungsprojekt „Gläserner Forstbetrieb“ gestartet. Ziel des Projektes ist es, eine naturnahe sowie ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Waldwirtschaft im nordostdeutschen Tiefland auf Grundlage der Prinzipien des Ökosystemansatzes praxisnah zu erforschen. Das Ökosystem Wald – in seiner Funktion als Wirtschaftswald – soll stabilisiert und gleichzeitig die Ökosystemdienstleistungen gefördert werden.

Deutschlands Wälder im Wandel

Schon seit langem befinden sich Deutschlands Wälder in einem Wandel und Spannungsfeld der gesellschaftlichen Erwartungen. Standen in der Vergangenheit fast ausschließlich bereitstellende Funktionen – wie etwa Holzernte im Vordergrund, rückten zuletzt auch die Bildung von Boden, der Erhalt der genetischen Vielfalt und in neuerer Zeit die Suche nach Erholung und Naturtourismus in den Fokus. Dieses Spannungsfeld stellt unsere Wälder vor enorme Herausforderungen, auch im Hinblick auf den Klimawandel. In Wirtschaftswäldern gilt es die verschiedenen Ansprüche unter einen Hut zu bringen. Im Vordergrund steht dabei die Förderung der Naturnähe und Stabilität der Wälder. Das Projekt „Gläserner Forstbetrieb“ ist daher ein wichtiger Schritt, um gemeinsam in bewirtschafteten Wäldern zu testen, wie die verschiedenen Waldbewirtschaftungsmaßnahmen langfristig wirken. Im Normalbetrieb wäre das nicht möglich.

Die Klimalogger befinden sich 10 Zentimeter im Boden, direkt auf dem Boden und 130 Zentimeter über dem Boden. – Foto: Jeanette Blumröder

Für diesen Zweck stellen die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe und der Landesbetrieb Forst Brandenburg mehr als tausend Hektar Wald für die Forschungszwecke zur Verfügung. Die beiden Gebiete liegen im nördlichen Brandenburg, in der Nähe von Gollin sowie am Wittwesee bei Rheinsberg.Durch das Projekt sollen die Auswirkungen auf verschiedene Ökosystemleistungen (wie beispielsweise die Rohholzversorgung oder die Klimaschutzleistung) untersucht werden. Dabei kommen auch sogenannte mikroklimatische Datenlogger zum Einsatz. Diese kleinen Geräte messen permanent die Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit im Wald. So kann erforscht werden, welchen Einfluss etwa Holzernte- oder Verjüngungsmaßnahmen auf das Innenklima des Waldes haben – eine entscheidende Frage im Hinblick auf die Stresstoleranz der Wälder im Klimawandel. Eine Ausgangsthese des Projektes ist, dass ein naturnahes Waldmanagement der Erhaltung und Entwicklung von Ökosystemdienstleistungen dient, ohne die langfristige ökonomische Rentabilität von Forstbetrieben zu beeinträchtigen.

Projektpartner Forschungsprojekt „Gläserner Forstbetrieb“

Verwandte Themen

    Print       Email

You might also like...

Warum die Wirtschaft Werte braucht – Lektionen aus der Bankenbranche

Read More →