Landwirte hoffen auf beständiges Erntewetter

By   /  July 20, 2017  /  Comments Off on Landwirte hoffen auf beständiges Erntewetter

    Print       Email

MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Landwirte hoffen auf beständiges Erntewetter

In
weiten Teilen Deutschlands sind mehr als drei Viertel der Wintergerste geerntet
worden. Die zuletzt unbeständige Witterung hat jedoch regional immer wieder zu
Unterbrechungen der Erntearbeiten geführt. Vor allem für die noch bevorstehende
Ernte von Winterweizen und Winterraps benötigen die Landwirte trockene und
sonnige Witterungsbedingungen für einen zügigen Erntefortgang. Schon jetzt ist
zu erkennen, dass in einigen Regionen Winterweizen und insbesondere auch Raps stark
unter der Frühjahrstrockenheit und zuletzt unter der Hitzewelle im Juni
gelitten haben. Die daraus resultierenden Ertragsminderungen zeichnen sich deutlich
ab. Dies geht aus dem 1. Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV)
hervor, der auf Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden über die
tatsächlich geernteten Mengen basiert. Über den weiteren Verlauf der Getreide-
und Rapsernte wird der DBV im vierzehntägigen Turnus berichten.
 
Nahezu
abgeschlossen ist die Wintergerstenernte in den Frühdruschgebieten entlang der
Rheinschiene. Die Wintergerstenbestände in den nördlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie den Mittelgebirgslagen sind dagegen erst
später erntereif. Auf der Grundlage der bisherigen Ernteergebnisse geht der
Deutsche Bauernverband im Bundesdurchschnitt von einem Wintergerstenertrag von
knapp 7,3 Tonnen pro Hektar aus. Gegenüber dem Vorjahresertrag (7,1 Tonnen pro
Hektar) entspricht dies einer dreiprozentigen Ertragssteigerung. Regional wurden
jedoch sehr unterschiedliche Erträge verbucht, kritische Einflussfaktoren waren
hier Bodengüte und Wasserhaltevermögen. Bei einer Anbaufläche von knapp 1,24
Millionen Hektar Wintergerste (minus 2,3 Prozent gegenüber 2016) erwartet der
DBV eine Wintergerstenernte von insgesamt 9,0 Millionen Tonnen, was der
Vorjahresernte entspricht. Der Mittelwert der Jahre 2012 bis 2016 in Höhe von
8,7 Millionen Tonnen wird damit leicht übertroffen. Die Qualitäten der
Wintergerstenernte 2017, gemessen in Hektolitergewicht, liegen überwiegend im
zufriedenstellenden Bereich (64 kg/hl bis 68 kg/hl), fallen aber örtlich auf
teils deutlich unter 60 kg/hl ab.  
 
Die
im Winter 2016/17 und in diesem Frühjahr vielfach geringen Niederschläge sowie
die Hitzewelle in der zweiten Juni-Hälfte haben den Wintergerstenbeständen also
nicht so stark geschadet wie zunächst befürchtet. Regional war die unbeständige
Witterung Ende Juni/Anfang Juli problematischer für die erntereifen
Wintergerstenbestände. So haben wiederkehrende Niederschläge die Befahrbarkeit
der Flächen beeinträchtigt und zu Lagergetreide, abknickenden Ähren sowie
Zwiewuchs geführt.
 
Die
zu erzielenden Getreidepreise und damit die wirtschaftliche Situation der
deutschen Ackerbaubetriebe hat sich gegenüber der vergangenen Ernte leicht
verbessert. Lagen die Erzeugerpreise für eine Tonne Wintergerste zu Beginn der
Ernte 2016 teilweise deutlich unter 120 Euro, lassen sich aktuell
Erzeugerpreise von 125 bis 145 Euro pro Tonne Wintergerste erlösen. Die weitere
Preisentwicklung für die deutschen Ackerbaubetriebe ist jedoch nicht allein vom
Ernteaufkommen und von den erzielten Qualitäten in Deutschland abhängig.
Vielmehr geht ein entscheidender Einfluss von der europäischen und der
weltweiten Getreideernte aus. So wird für die EU-28 mit 298 Millionen Tonnen
nur noch eine knapp durchschnittliche Ernte erwartet. Auch die Bestände des weltweit
wichtigsten Getreides Mais werden aufgrund der das Angebot übersteigenden
Nachfrage schrumpfen.

    Print       Email

You might also like...

Wittmann feiert dritten DTM-Saisonsieg im Regen von Assen – Insgesamt vier BMW Fahrer sammeln Punkte.

Read More →