Wochenausblick: Starker Euro belastet

By   /  July 24, 2017  /  Comments Off on Wochenausblick: Starker Euro belastet

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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24. Juli 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt) Rund 3 Prozent gab der DAX vergangene Woche ab und verabschiedete sich am Freitag bei einem Stand von 12.240 Punkten aus dem Handel. Neben dem starken Euro als Belastungsfaktor für den deutschen Export zogen angesichts im Raum stehender wettbewerbswidriger Absprachen nachgebende Aktien der Automobilkonzerne den deutschen Bluechip-Index mit nach unten. Für die kommenden Handelstage sehen Analysten die an Fahrt aufnehmende Berichtssaison in Deutschland und die heiße Phase der Zahlen für das zweite Quartal in den USA im Mittelpunkt des Anlegerinteresses.

US-Zahlen überzeugen
Bislang konnten sich die Ergebnisse der US-amerikanischen Konzerne nach Meinung von Jan Edelmann durchaus sehen lassen. Das spiegele sich in den neuen Rekorden der Indizes S&P 500 und Nasdaq wider. Von den bislang 47 veröffentlichten Ergebnisse aus dem S&P 500 übertrafen dem Analysten der HSH Nordbank zufolge 80 Prozent die Einschätzungen hinsichtlich der Gewinn- und Umsatzentwicklung. Bei Finanzdienstleistern seien es gar rund 90 Prozent, wobei die Steigerungen anders als in den vorangegangenen Quartalen nicht in den Handelsräumen sondern meist in den Retail- und M&A-Abteilungen erzielt worden seien.

Konjunkturelle Stimmungsindikatoren in den Vereinigten Staaten bewegten sich gegenwärtig auf sehr hohen Niveaus. Gleichzeitig habe der VIX erneut nachgegeben und liege mit einem Wert von 9,36 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit Einführung der Messungen zur Schwankungsintensität des S&P 500 Index. Dies sei auch Ausdruck einer sehr hohen Selbstzufriedenheit von Investoren, die Edelmann unter anderem aufgrund nach wie vor bestehender politischer Unsicherheiten als besorgniserregend befindet.
Reduzierung der Anleihen-Käufe vertagt Das in dieser Woche anstehende Treffen der Ratsmitglieder der US-Notenbank wird nach Meinung von Christian Apelt zunächst keine großen Änderungen hervorbringen. Während bei der europäischen Notenbank darüber spekuliert werde, wann sie das Gaspedal nicht mehr komplett durch tritt, habe die Federal Reserve ihren Fuß bereits angehoben und ihre Zinsen schon viermal erhöht. Jetzt werde zunehmend über die Reduzierung ihrer Anleihebestände diskutiert. “Vermutlich wird sie diesen Schritt erst auf ihrer Sitzung im September verkünden, so dass die Folgen an den Finanzmärkten aktuell begrenzt bleiben”, bemerkt der Helaba-Analyst.
Volatilität könnte zulegen
Generell wundert sich Chris-Oliver Schickentanz, dass nach Jahren der ultraexpansiven Geldpolitik weltweit die Wirkung der Notenbanker auf die Märkte nicht nachlässt. Jedes Wort der Währungshüter werde kritisch beäugt und interpretiert und sorge zum Teil für spürbare Kursreaktionen an den Börsen. Deshalb werde der – früher oder später – kommende Entzug der geldpolitischen Droge noch für ordentlich Schüttelfrost an den Märkten sorgen. “Dies ist eine Rezeptur für mehr Volatilität im zweiten Halbjahr”, schätzt der Commerzbank-Analyst.
DAX-Bären gewinnen an Kraft Aus technischer Perspektive stuft Christian Schmidt von der Helaba die mittelfristigen DAX-Aussichten als negativ ein. Der deutsche Aktienindex sei mehrfach daran gescheitert, die 55-Tagelinie zu überwinden und habe zudem seine Richtung geändert. Diese sei nun nicht mehr aufwärtsgerichtet. “Gleiches gilt für den tertiären Trend.” Da verschiedene Indikatoren im Short-Modus verharrten oder bestenfalls als neutral gewertet werden könnten bestehe das Risiko von Rückschlägen. “Mit einer beschleunigten Abwärtsimpulsbewegung wäre mit dem Bruch der Unterstützung im Bereich von 12.395 DAX-Zählern zu rechnen.”

Schmidt 

Abwärtsrisiken sichtbar Für Christoph Geyer von der Commerzbank hat der Wochenschluss gezeigt, dass es nicht immer eine Wende nach oben gibt, wenn eine technische Unterstützung erreicht ist. Nachdem die Divergenz beim Stochastik-Indikator und das Kaufsignal beim MACD-Indikator nach dem mühsamen Halten der Unterstützungslinie zunächst auf den Test der oberen Begrenzung des Seitwärtstrendkanals gedeutet habe, sei diese Hoffnung nun zerschlagen. “Das Kaufsignal beim MACD-Indikator wurde durch ein schnelles Verkaufssignal negiert.” Mit dem Rutsch unter die Unterstützungszone am Freitag habe sich neues Abwärtspotenzial eröffnet. “Der Bereich um 12.000 DAX-Punkte sollte nun eine Zielgröße darstellen.” Geyer 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 25. Juli

10.00 Uhr.Deutschland: ifo Geschäftsklima Juli. Nur einmal in der gesamtdeutschen Geschichte gab es laut DekaBank eine Phase, in der die Lageeinschätzung der Unternehmen häufiger ohne Unterbrechung angestiegen ist als in der jüngsten Vergangenheit. Das unterstreiche die außergewöhnlich gute aktuelle Stimmung. Zwar passe das Allzeithoch der Geschäftslage nicht zu den aktuellen Konjunkturindikatoren. Nehme man aber deren Veränderungsraten, wandele sich das Bild. Denn die Unternehmen seien mit zu optimistischen Erwartungen in diese Phase eingetreten und fühlten sich nun mit jeder Besserung der Lage gezwungen, ihre Einschätzung nach oben zu korrigieren. Die DekaBank-Analysten folgern daraus eine stark verbesserte Geschäftslage. Im Juli habe sich aller Voraussicht nach eine leichte Korrektur eingestellt. Per Saldo dürfte das ifo Geschäftsklima gesunken sein.

Donnerstag, 20. Juli
Japan: Sitzung der Bank of Japan. Bei der japanischen Notenbank ist nach Ansicht der HSBC nicht mit Signalen einer Rückführung der expansiven Geldpolitik zu rechnen. Trotz zuletzt sehr guter Arbeitsmarktdaten sei der Lohn- und damit letztlich der Inflationsdruck weiter extrem gering.
Freitag, 28. Juli
14.00 Uhr.Deutschland: Verbraucherpreise Juli.. Die DekaBank geht von einem Rückgang der Inflationsrate auf 1,3 Prozent auf Basis des harmonisierten Verbraucherpreisindex HVPI aus. Zwar habe die Inflation im Juni überraschend zugenommen, was unter anderem auf die starken Preissteigerungen von Pauschalreisen und anderen saisonalen Dienstleistungen zurückzuführen sei. Die ungewöhnlich späten Termine von Pfingsten und Fronleichnam hätten dazu beigetragen. Dieser Effekt sei durch das späte Osterfest bereits im April aufgetreten. Genau wie seinerzeit sieht die DekaBank auch dieses Mal einen nur kurzfristigen Anstieg. Gleichzeitig sei nicht mehr mit einem dämpfenden Einfluss der Energiepreise zu rechnen, selbst wenn Benzin und Diesel im Monatsvergleich noch einmal nachgegeben hätten.
von: Iris Merker
24. Juli 2017, © Deutsche Börse AG

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