Regnerisches Wetter behindert Fortgang der Ernte

By   /  August 2, 2017  /  Comments Off on Regnerisches Wetter behindert Fortgang der Ernte

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Regnerisches Wetter behindert Fortgang der Ernte

Die
Getreide- und Rapsernte verlief in den vergangenen Tagen und Wochen nur
schleppend. Zwar sind in den meisten Regionen Deutschlands die im Anbau
bedeutenden Winterweizen- und Winterrapsflächen erntereif, jedoch zwingen die
wiederkehrenden Niederschläge immer wieder zu Ernteunterbrechungen. Einzig die
Ernte der Wintergerste konnte abgesehen von wenigen Restflächen bis dato
abgeschlossen werden. Ein zügiger Erntefortgang wäre für die Vermeidung von Qualitätsverlusten
bei den Brotgetreidearten dringend erforderlich. Die weiterhin eher
unbeständigen Wetteraussichten sorgen bei den Landwirten daher für Anspannung
in der Ernte. Dies geht aus dem 2. Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes
(DBV) hervor, der auf Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden über die
tatsächlich geernteten Flächen und erzielten Erträge beruht.
 
Ausgehend
von knappen Regenmengen im vergangenen Winter und Frühjahr waren die Landwirte
in weiten Teilen Deutschlands besorgt, ob dies zulasten der Ernteerträge geht.
Ausgenommen hiervon war lediglich der Norden/Nordosten Deutschlands.
Anschließend barg die extrem heiße und trockene Witterung in der zweiten
Juni-Hälfte vor allem für den Winterweizen und den Winterraps die Gefahr von
Ertragseinbußen durch die sogenannte Notreife. Mit Beginn der
Wintergerstenernte setzten Ende Juni/Anfang Juli wechselhafte Witterungsverhältnisse
mit verbreitet hohen Niederschlagsmengen ein. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes
war der Juli 2017 sogar einer der zehn niederschlagsreichsten Julimonate seit
Messbeginn 1881. So erreichte der Juli mit bundesweit rund 130 Litern Regen pro
Quadratmeter 163 Prozent seines Durchschnittswertes von 78 Litern Niederschlag
pro Quadratmeter. Das Monatsende war zudem insbesondere in Niedersachsen und
Thüringen von ergiebigem Dauerregen geprägt. Die Befahrbarkeit vieler Flächen
ist infolge der reichlichen Niederschläge nun stark eingeschränkt.
 
In
Deutschland wird zuerst die Wintergerste erntereif, wobei die Ernte in
den Küstenregionen und in Höhenlagen etwas später einsetzt. Die Wintergerstenernte
konnte zwischenzeitlich bis auf wenige Restflächen abgeschlossen werden. Auf
Grundlage der Ertragsmeldungen der Landesbauernverbände geht der Deutsche
Bauernverband von einem deutschlandweiten Durchschnittsertrag von knapp 7,2
Tonnen pro Hektar aus. Regional wie einzelbetrieblich streuen die erzielten Erträge
jedoch erheblich. Der durchschnittliche Wintergestenertrag liegt somit geringfügig
über dem Vorjahresertrag von rund 7,1 Tonnen pro Hektar und entspricht dem
Durchschnittsertrag der zurückliegenden fünf Jahre. Wie die jüngst vom
Statistischen Bundesamt veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse der
Bodennutzungshaupterhebung zeigen, wurde Wintergerste zur Ernte 2017 auf einer
Fläche von 1,23 Millionen Hektar (- 3 Prozent gegenüber 2016)
angebaut. Folglich beläuft sich die diesjährige Wintergerstenernte auf 8,8
Millionen Tonnen. Damit wird das Vorjahresergebnis in Höhe von 9 Millionen
Tonnen lediglich um 2 Prozent verfehlt; der fünfjährige Durchschnitt von 8,7 Millionen
Tonnen kann jedoch geringfügig übertroffen werden.
 
Winterweizen ist mit
einer Anbaufläche von 3,14 Millionen Hektar die im Anbau wichtigste
Getreideart. Da die unbeständige Witterung die Mähdrescher immer wieder zum
Stillstand zwingt, ist die Ernte des Winterweizens abgesehen von Regionen
entlang des Rheins nicht sehr weit vorangeschritten. Dies trifft insbesondere
auf Bundesländer mit großen Weizenanbauflächen zu, so Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen,
Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Insofern sind derzeit noch keine
fundierten Aussagen über die Winterweizenernte möglich. Da die erntereifen
Winterweizenbestände immer wieder Niederschlägen ausgesetzt sind, sind viele
Landwirte in Sorge um Ertrags- und Qualitätsverluste. So ist zu befürchten,
dass die Fallzahlen – ein wichtiges Qualitätskriterium zur Bestimmung der
Backqualität – aufgrund des zunehmenden Auswuchses absinken. Darüber hinaus
sind die Getreidefelder örtlich ins Lager gegangen. Diese trocknen nach den
Regenfällen nur langsam ab und der mit der Ernte verbundene Aufwand für den
Landwirt steigt. Unter Umständen ist eine zusätzliche Trocknung des Getreides
erforderlich.
 
Roggen wird
mittlerweile nur noch auf einer Fläche von 538.000 Hektar angebaut. Gegenüber
der letztjährigen Ernte ist die Anbaufläche damit um knapp 33.000 Hektar (- 6
Prozent) zurückgegangen, im Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2016 lag die
Roggenfläche noch bei 662.000 Hektar. Wichtige Anbauregionen für Roggen sind
Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Vergleichbar dem Winterweizen leidet
die Qualität der erntereifen Roggenbestände unter den aktuellen
Ernteverzögerungen.
 
Mit
einer Anbaufläche von 1,31 Millionen Hektar (- 15.000 Hektar gegenüber Vorjahr)
ist Winterraps die wichtigste in Deutschland angebaute Ölpflanze. Zu den
bedeutendsten Regionen im Rapsanbau gehören die ostdeutschen Bundesländer sowie
Bayern und Niedersachsen. Auch hier haben widrige Erntebedingungen einen bisher
nur mäßigen Erntefortschritt zugelassen, sodass verlässliche Aussagen über
Hektarerträge und Erntemengen bisher nicht möglich sind. Die bisher gemeldeten
Erträge lassen jedoch darauf schließen, dass der Durchschnittsertrag der Jahre
2012 bis 2016 in Höhe von 3,9 Tonnen pro Hektar in diesem Jahr nicht erreicht
werden wird.
 
Eine
abschließende Bilanz der Ernte 2017 wird der Deutsche Bauernverband am 22.
August vorlegen.

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