Rede Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2017

By   /  August 3, 2017  /  Comments Off on Rede Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2017

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Rede Dr. Nicolas Peter, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Finanzen, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

guten Morgen auch von meiner Seite.
Die langfristige Zukunftsfähigkeit der BMW Group hat für uns oberste
Priorität. Mit der Umsetzung der Strategie NUMBER ONE > NEXT gehen
wir in die nächste Phase: 2017 markiert den Start der größten
Produktoffensive der Unternehmensgeschichte mit zahlreichen
elektrifizierten Modellen. Damit richten wir das Unternehmen
konsequent auf die Zukunft aus.

Doch zunächst zu den aktuellen Finanzzahlen.
Nach dem guten Jahresauftakt hat die BMW Group ihre finanzielle
Leistungskraft auch im zweiten Quartal 2017 wieder unter Beweis
gestellt. Die operative Marge im Automobilgeschäft liegt mit 9,7% über
dem Vorjahresquartal. Vor dem Hintergrund der guten Entwicklung im
ersten Halbjahr bestätigen wir die Guidance für 2017.

Wir stärken weiterhin konsequent die Leistungsseite und heben
Effizienzen über alle Unternehmensbereiche. So sind wir in der Lage,
die substantiellen Vorleistungen für die Elektrifizierung und das
autonome Fahren aus dem laufenden Geschäft zu finanzieren. Das bleibt
auch vor dem Hintergrund zunehmender weltwirtschaftlicher Volatilität
unser Anspruch.

Im zweiten Quartal haben sich die Umsatzerlöse im Konzern um 3,1% auf
25,80 Mrd. Euro erhöht. Nach sechs Monaten beträgt der Umsatz 49,25
Mrd. Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern liegt im zweiten Quartal
bei 3,06 Mrd. Euro und damit um 9,2% über Vorjahr. Im Halbjahr beträgt
es 6,06 Mrd. Euro, unter anderem beeinflusst durch Einmaleffekte im
Finanzergebnis. Hier hatten sich vor allem im ersten Quartal die
Beteiligung neuer Investoren am Kartendienst HERE sowie
Bewertungseffekte im Übrigen Finanzergebnis und der gute
Ergebnisbeitrag von unserem chinesischen Joint Venture BBA positiv
ausgewirkt. Die Umsatzrendite vor Steuern liegt im Quartal bei 11,8%.

 
In den ersten sechs Monaten 2017 haben wir weiter in den Ausbau
unseres Produktionsnetzwerks investiert. Derzeit liegt der Fokus unter
anderem auf der Erweiterung des Werks Spartanburg und dem neuen Werk
in San Luis Potosí. Insgesamt betragen die
Investitionen in Anlagen und Produkte im ersten
Halbjahr 1,46 Mrd. Euro. Nach der neuen 5er Limousine ist im Juni die
beliebte Langversion für China auf den Markt gekommen. Auch der neue
5er Touring ist seit kurzem verfügbar.
Die Investitionsquote ist wie im ersten Halbjahr saisonal üblich mit
3,0% relativ niedrig, liegt jedoch wie angekündigt merklich über dem
Vorjahreswert. Im Gesamtjahr erwarten wir weiterhin eine
Investitionsquote, die über Vorjahr, aber unterhalb unseres Zielwerts
von 5% liegen wird.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen haben
sich im ersten Halbjahr auf 2,65 Mrd. Euro erhöht. Hier spiegeln sich
erste Aufwendungen für die Modelloffensive der nächsten zwei Jahre
wider. Zudem arbeiten wir weiter an der Elektrifizierung der
Architekturen und investieren in Technologien zum autonomen Fahren.
Entsprechend ist die F&E-Quote per Juni auf 5,4% gestiegen. Für
2017 und die beiden Folgejahre rechnen wir – wie bereits angekündigt –
mit einer F&E-Quote, die leicht über unserem Zielkorridor von 5
bis 5,5% liegen wird.

Ich gehe nun auf die Ertragslage in den Segmenten ein.
Im Automobilsegment haben die Auslieferungen im
zweiten Quartal um 4,6% auf rund 634.000 Fahrzeuge zugelegt. Im ersten
Halbjahr wurden 1,22 Mio. Fahrzeuge der Konzernmarken an Kunden
übergeben, 5,0% mehr als im Vorjahr. Die Umsatzerlöse im Segment sind
in den ersten sechs Monaten entsprechend um 4,8% auf 43,67 Mrd. Euro
gestiegen. Im Quartal liegt der Umsatz bei 22,98 Mrd. Euro. Das
Segment-EBIT ist im zweiten Quartal um 2,8% auf 2,24 Mrd. Euro
gestiegen. Die EBIT-Marge beträgt im gleichen Zeitraum 9,7%. Das
Preisumfeld bleibt weiterhin angespannt. In herausfordernden Märkten
steht profitables Wachstum für uns klar im Vordergrund. Die hohen
F&E-Kosten und die entsprechenden Vorleistungen für Personalaufbau
konnten durch Effizienzverbesserungen weitgehend kompensiert werden.
Das Finanzergebnis ist im zweiten Quartal auf 147 Mio. Euro gestiegen.
Der Ergebnisbeitrag aus dem Joint Venture BBA beträgt 154 Mio. Euro
und liegt damit um 10,0% über dem Vorjahreswert.

Noch kurz zur Finanzlage des Segments: Beim Free Cashflow liegen wir
auf Kurs, das Jahresziel von 3 Mrd. Euro zu erreichen. Im ersten
Halbjahr beträgt der Free Cashflow unter anderem bedingt durch die
eben angesprochenen hohen Investitionen 2,04 Mrd. Euro.

Ich komme nun zum Segment Finanzdienstleistungen.
Im zweiten Quartal wurden knapp 469.000 neue Finanzierungs- und
Leasingverträge mit Endkunden abgeschlossen. Im Vergleich zum
Vorjahresquartal entspricht das einem leichten Anstieg um 1,7%. Dabei
ist die Zahl der neu abgeschlossenen Leasingverträge moderat
zurückgegangen, bei den Kreditneuabschlüssen hingegen wurde ein
Zuwachs erzielt. Zum 30. Juni 2017 betreute das Segment
Finanzdienstleistungen insgesamt 4,88 Mio. Verträge mit Endkunden,
3,8% mehr als zu Jahresbeginn. Im ersten Halbjahr wurden 47,6% der BMW
Group Neufahrzeuge über das Segment Finanzdienstleistungen verleast
oder finanziert.

Das Vorsteuerergebnis im Segment ist im ersten Halbjahr um 10,3% auf
1,18 Mrd. Euro gestiegen. Die Risikosituation im Segment bleibt
insgesamt sehr stabil. Weiterhin bewegt sich die Kreditverlustquote
mit 0,31% auf einem sehr niedrigen Niveau. Die weltweiten
Gebrauchtwagenpreise haben sich im zweiten Quartal 2017 insgesamt
stabilisiert. Weiterhin beobachten wir die Entwicklung auch für
Gebrauchtwagen mit Dieselantrieb sehr genau. Aus derzeitiger Sicht
haben wir für die Geschäftsrisiken aus Krediten und Restwerten
angemessen Vorsorge getroffen.

Ich komme nun noch zum Segment Motorräder.
Im ersten Halbjahr haben wir nahezu 88.400 Motorräder ausgeliefert.
Das entspricht einem Absatzplus von 9,5%. Für BMW Motorrad ist es das
stärkste Halbjahr der Geschichte. In Europa, Südamerika und China
wurden jeweils zweistellige Zuwächse erzielt. Die Umsatzerlöse im
Segment sind im zweiten Quartal vor allem volumenbedingt um 12,8% auf
696 Mio. Euro gestiegen. Im ersten Halbjahr betragen sie 1,32 Mrd.
Euro. Das operative Segmentergebnis legte auf 229 Mio. Euro zu. Im
Quartal beläuft sich das EBIT auf 104 Mio. Euro. Die EBIT-Marge liegt
im gleichen Zeitraum bei 14,9%. Für das erste Halbjahr beträgt sie 17,4%.
Soviel zum Segment Motorräder.

Nun noch zum Ausblick für den Konzern für die zweite Jahreshälfte.
Das erste Halbjahr 2017 ist für die BMW Group erfreulich verlaufen.
Vor dem Hintergrund der bestehenden Ungewissheiten bei der politischen
und wirtschaftlichen Entwicklung weltweit bleibt der weitere
Jahresverlauf herausfordernd. Zudem rechnen wir für das zweite
Halbjahr wie üblich mit einer höheren Kostenbelastung als zu
Jahresbeginn. Mit guten Zahlen im Rücken geht die BMW Group dennoch
zuversichtlich in das zweite Halbjahr 2017. Wir bestätigen unsere
Prognose für das Gesamtjahr.

Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht wesentlich verschlechtern,
gehen wir von einem leichten Anstieg des Konzernergebnisses
vor Steuern aus. Bei den Auslieferungen im Segment
Automobile rechnen wir, stabile Rahmenbedingungen
vorausgesetzt, ebenfalls mit einem leichten Anstieg. Aufgrund von
positiven Umrechnungseffekten erwarten wir, dass die
Umsatzerlöse im Segment Automobile im laufenden
Jahr solide steigen werden. Obwohl hohe Zukunftsvorleistungen das
Ergebnis belasten, streben wir im Gesamtjahr weiterhin eine
EBIT-Marge im Automobilsegment zwischen 8 und 10%
an. Bei den Auslieferungen im Segment Motorräder
erwarten wir im laufenden Jahr einen deutlichen Anstieg. Wie im
Automobilsegment streben wir auch im Segment Motorräder eine
EBIT-Marge im Korridor von 8-10% an. Im Segment
Finanzdienstleistungen rechnen wir für 2017 mit einer weiterhin guten
Geschäftsentwicklung. Vor dem Hintergrund erhöhter regulatorischer
Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung und einer sich
normalisierenden Risikosituation erwarten wir einen leichten Rückgang
der Eigenkapitalrendite. Sie wird jedoch
voraussichtlich weiterhin über unserem Mindestanspruch von 18% liegen.

Meine Damen und Herren,

die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen weltweit
bleiben von hoher Volatilität geprägt und nur schwer vorhersehbar. Für
das zweite Halbjahr rechnen wir zudem wie angekündigt mit höheren
Kosten für den Anlauf neuer Modelle und Vorleistungen für
Strategieprojekte. Dem steuern wir mit laufenden Maßnahmen sowohl auf
der Leistungs- als auch auf der Kostenseite aktiv entgegen. Konsequent
schneiden wir unsere Produkt- und Angebotsstruktur auf die Wünsche
unserer Kunden zu. Wir priorisieren und reduzieren Komplexität –
sowohl beim Fahrzeugangebot als auch bei unseren internen Strukturen
und Prozessen.

Unser Hauptaugenmerk liegt klar auf der langfristigen
Zukunftsausrichtung. Ich bin davon überzeugt: Wir haben die richtige
Strategie – und die nötige Finanzkraft, sie aus eigener Kraft zu gestalten.

Vielen Dank.

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