Rede Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2017

By   /  August 3, 2017  /  Comments Off on Rede Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2017

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Rede Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2017

Guten Morgen, meine Damen und Herren!

Zu Beginn ein paar Worte zum gestrigen Diesel-Gipfel zwischen
Vertretern der Bundesregierung, der Länder und der Automobilindustrie.
Das Gespräch war ein wichtiger Schritt. Wir unterstützen die
Initiativen. So investieren wir in den Fonds „Nachhaltige Mobilität
für die Stadt“. Zur Mobilität der Zukunft gehört definitiv auch der
moderne Diesel-Antrieb. Dazu gab es gestern ein klares Bekenntnis.
Moderne Diesel emittieren weniger CO2 als vergleichbare Benziner.
Dieselmodelle der BMW Group liegen bei den Stickoxid-Emissionen im
Flottenmittel rund 40 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, der im
April 2017 vom Umweltbundesamt veröffentlicht wurde. Das gilt für
unsere Euro 5 und Euro 6 Diesel-Fahrzeuge.

Wir wollen den Umstieg auf nachhaltige Mobilität beschleunigen.
Deshalb zahlen wir den Kunden in Deutschland und der EU modellabhängig
eine Umweltprämie in Höhe von bis zu 2.000 Euro. Das betrifft Halter
von Diesel-Fahrzeugen mit Euro 4 Norm und älter, wenn sie einen
Neuwagen von BMW oder MINI erwerben, der über einen elektrifizierten
Antrieb verfügt oder Euro 6 Norm erfüllt und einen CO2-Wert von
maximal 130 Gramm pro km aufweist (im NEFZ). Für rund 225.000 unserer
Euro 5 Diesel in Deutschland bieten wir ein freiwilliges, kostenloses
Update zur Optimierung der Abgasreinigung an. Ich habe gestern noch
einmal klar betont: Fahrzeuge der BMW Group werden nicht manipuliert.
Das bestätigen die Ergebnisse nationaler und internationaler
behördlicher Untersuchungen. Darauf können sich unsere Kunden
weiterhin verlassen.

Die BMW Group hat frühzeitig den Wandel zur nachhaltigen Mobilität
eingeleitet. Aktuell sind über 150.000 elektrifizierte Fahrzeuge der
BMW Group auf der Straße. Klar ist aber auch: Flächendeckende
nachhaltige Mobilität braucht Zusammenarbeit – innerhalb unserer
Branche und mit Partnern aus anderen Bereichen.

Ich glaube an die Stärke, Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit der
BMW Group.

Damit zum Tagesgeschäft – und den strategischen Herausforderungen und
Chancen, an denen wir ungeachtet der aktuellen Entwicklungen mit
Entschlossenheit und Innovationskraft arbeiten.

Auf zwei Punkte gehe ich näher ein:

Was haben wir im ersten Halbjahr 2017 erreicht?
Welche konkreten Umsetzungsschritte haben wir bei der Strategie
NUMBER ONE > NEXT erreicht?
Im ersten Halbjahr haben wir unsere erfolgreiche Geschäftsentwicklung
der vergangenen Jahre fortgesetzt. Unsere Verkaufszahlen sowie das
Ergebnis im Konzern markieren wieder neue Bestwerte:

Nie zuvor haben wir in einem Halbjahr mehr Fahrzeuge ausgeliefert.
Insgesamt gingen über 1,2 Millionen BMW, MINI und Rolls-Royce
Automobile an Kunden. Dies zeigt: Unsere Marken und Modelle sind
begehrt. Allein die Marke BMW lieferte über eine Million Fahrzeuge
aus. Treiber des Wachstums sind neben dem BMW 7er vor allem die BMW X
Modelle. Vom neuen BMW 5er, inklusive Touring, Plug-In-Hybrid Variante
und der Langversion für China, erwarten wir weitere Impulse. Im Herbst
folgt die dritte Generation des sehr beliebten BMW X3 – erstmals auch
als M Performance Automobil.

MINI erzielt ebenfalls einen neuen Höchstwert für ein erstes
Halbjahr. Der neue Countryman kommt gut in den Märkten an.

Rolls-Royce blieb unter Vorjahr. Im absoluten Luxussegment sind
einige Regionen durch politische und wirtschaftliche Unsicherheiten
von einer gewissen Kaufzurückhaltung geprägt. Vor wenigen Tagen haben
wir den „Pinnacle of Luxury“, den neuen Phantom in London präsentiert.
Das Feedback war sehr positiv.

BMW Motorrad bleibt auf Wachstumskurs mit einem neuen Höchstwert bei
den Auslieferungen. Wie angekündigt, will BMW Motorrad bis 2020 mehr
als 200.000 BMW Motorräder und Scooter ausliefern. Allein in diesem
Jahr können die Fans von BMW Motorrad zwischen 14 neuen bzw.
überarbeiteten Modellen wählen. Denken Sie an die neuen R NineT
Modelle Pure und Racer.

Das Konzernergebnis vor Steuern stieg auf einen neuen Höchstwert von
über 6 Milliarden Euro. Er basiert auf der guten Geschäftsentwicklung
sowie auf positiven Bewertungseffekten aus dem ersten Quartal.

Unsere EBIT-Marge im Segment Automobile liegt seit 29 Quartalen in
unserem Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent.

Der weltweite Automobilmarkt hat im ersten Halbjahr nur leicht
zugelegt. Zudem entwickeln sich die einzelnen Märkte uneinheitlich.
Wir profitieren in diesem Umfeld von der ausgewogenen Verteilung
unseres Absatzes auf die Weltregionen Europa, Asien und Amerika. In
all diesen Regionen haben wir eine starke Vertriebs- und
Produktionsbasis aufgebaut. So sind wir nah am Kunden und ein
verlässlicher lokaler Partner.

Im ersten Halbjahr ergibt sich beim Absatz folgendes Bild: In Europa
liegen wir leicht im Plus. In China sind wir zweistellig gewachsen. In
den USA gingen unsere Verkaufszahlen in einem insgesamt rückläufigen
Marktumfeld leicht zurück.

Als weltweit tätiges Unternehmen ist die BMW Group mit zahlreichen
Herausforderungen und Risiken auf den internationalen Automobilmärkten
konfrontiert. Beispiele sind die Auswirkungen des Brexit und die
politische Lage im Mittleren Osten.

Für das Geschäftsjahr 2017 haben wir uns dennoch ambitionierte Ziele
gesetzt: Auslieferungen und Ergebnis vor Steuern im Konzern sollen
leicht steigen und jeweils neue Höchstwerte erreichen. Nach den ersten
sechs Monaten sind wir auf einem guten Weg. Als BMW Group wollen wir
das Premiumsegment wie bisher anführen und profitabel wachsen. Für uns
ist es jedoch wichtiger, in unserem Zielkorridor zu sein als beim
Volumen stark zu wachsen. Mit weiteren strategischen Entscheidungen
stärken wir unsere Innovationskraft und unser Kerngeschäft.

Damit zum zweiten Punkt: Welche konkreten Umsetzungsschritte haben
wir bei der Strategie NUMBER ONE > NEXT erreicht?

Ich habe immer wieder deutlich gemacht: Die Elektromobilität hat für
uns derzeit klare Priorität. Die Stimmung dreht weiter ins Positive.
Im ersten Halbjahr haben wir über 42.500 elektrifizierte Fahrzeuge
verkauft. Das sind rund 80 Prozent mehr Fahrzeuge als im gleichen
Zeitraum des Vorjahres. Dazu zählen die Modelle von BMW i, unsere BMW
iPerformance Fahrzeuge und der neue MINI Countryman Plug-In-Hybrid,
der seit Juni verfügbar ist. Bei Plug-In-Hybriden sind wir Marktführer
im Premiumsegment. Bei unserem rein elektrischen BMW i3 zeigt die
Absatzkurve klar nach oben. Er legte gegenüber dem vergleichbaren
Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte zu.

In unserer Branche wird derzeit viel angekündigt. Wir schaffen
Fakten. Kein etablierter Wettbewerber hat so viele elektrifizierte
Fahrzeuge auf der Straße wie wir. Aktuell bieten wir den Kunden neun
elektrifizierte Modelle. Dank der wachsenden Begehrlichkeit und
unseres breiten Angebots an elektrifizierten Antrieben bin ich
überzeugt: Wir werden in diesem Jahr 100.000 elektrifizierte Fahrzeuge
ausliefern. Dazu erweitern wir unser Angebot auf alle Marken und
Segmente. Wir starten bereits die zweite Welle der Elektrifizierung.
Den BMW i8 Roadster im nächsten Jahr haben viele Kunden reserviert.
Ich bin sicher: Auch der voll elektrische BMW X3 wird ab 2020 viele
Kunden begeistern.

Bereits 2019 beginnt im britischen Werk Oxford die Produktion des
ersten voll elektrischen MINI. Dort läuft der Großteil der MINI
3-Türer vom Band. MINI Kunden können dann zwischen drei
Antriebsvarianten wählen: Verbrenner, Plug-In-Hybrid im Countryman und
E-Antrieb im MINI Hatch.

In Deutschland ist Niederbayern mit den BMW Werken Dingolfing und
Landshut unser Kompetenzzentrum für Elektromobilität. In Dingolfing
werden wir den neuen Technologieträger iNEXT bauen. Auf der IAA werden
wir eine Überraschung präsentieren. Wir stärken den Standort
Deutschland in der wichtigen Zukunftstechnologie E-Mobilität. Unseren
Kunden weltweit wollen wir flächendeckend emotionale und nachhaltige
Mobilität bieten.

Dazu befähigen wir Schritt für Schritt unsere Standorte: Heute
produzieren wir an zehn internationalen Standorten elektrifizierte
Modelle. Künftig sollen fast all unsere Werke Verbrenner,
Plug-In-Hybride und voll elektrische Modelle auf einem Band fertigen
können. So sind wir extrem flexibel, je nachdem wie sich die Nachfrage entwickelt.

Das autonome Fahren ist unser zweites großes Gestaltungsfeld. Auch
hier kommen wir zügig voran: Seit einem Jahr kooperieren wir mit Intel
und Mobileye. Wir konnten neue namhafte Partner für unsere Plattform
gewinnen wie Delphi und Continental. Noch in diesem Jahr werden die
ersten Ingenieure der BMW Group sowie von Intel und Mobileye gemeinsam
in unseren Entwicklungscampus bei München ziehen.

Wir wollen jedem Kunden das richtige Angebot für sein individuelles
Mobilitätsbedürfnis bieten. In diesem und im nächsten Jahr bringen wir
rund 40 neue und überarbeitete Modelle auf den Markt. Wir stemmen die
größte Modelloffensive unserer Geschichte. Ein Ausblick auf die nahe
Zukunft ist das BMW 8er Concept Vehicle. Mit diesem hoch emotionalen
Fahrzeug unterstreichen wir unseren Führungsanspruch im Luxussegment.

Meine Damen und Herren,

moderne Gesellschaften brauchen Mobilität. Das Automobil ist für
viele Menschen ein unverzichtbarer Begleiter im Alltag. Es macht unser
Leben leichter und flexibler. Die Digitalisierung bietet uns neue
Möglichkeiten, die individuelle Mobilität in eine neue Dimension zu
führen: elektrisch, vernetzt und autonom. All diese Themen treiben wir
im Rahmen der Strategie NUMBER ONE > NEXT mit Hochdruck voran. Wir
vereinen dabei operative Exzellenz im Kerngeschäft, Profitabilität und
neues Denken.

Das ist unser Weg in die Zukunft.

Vielen Dank!

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