Wochenausblick: Entspannung angesagt

By   /  August 14, 2017  /  Comments Off on Wochenausblick: Entspannung angesagt

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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14. August 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Im Nordkorea-Konflikt, der in den vergangenen Tagen die Börsen weltweit belastet hatte, sieht es derzeit nach einer leichten Entspannung aus. An Asiens Börsen ging es daher heute nach oben.
Der DAX notiert am Montagmittag bei 12.145 Punkten gut 1 Prozent im Plus, vergangene Woche war der Index zwischenzeitlich unter 12.000 Zähler gerutscht und bei 12.014 Zählern aus dem Handel gegangen. Auch an den US-Börsen gab es deutliche Verluste. Der Dow Jones, der am Dienstag noch ein Rekordhoch von 22.179,11 erreicht hatte, schloss am Freitag mit 21.950 deutlich tiefer.
Märkte weiter anfällig
“Auch wenn an den Finanzmärkten erste Umschichtungen in vermeintlich sichere Häfen zu beobachten waren, ist die Stimmung gemessen an den implizierten Volatilitäten von Aktien, Renten und Devisen immer noch ausgesprochen entspannt”, kommentiert Markus Reinwand von der Helaba. Vermutlich würden Parallelen zu früheren Phasen gezogen, in denen der Konflikt zu eskalieren drohte. Als Beispiele nennt er 2003, als Nordkorea aus dem Atomwaffensperrvertrag austrat und 2013, als die UN angesichts fortgesetzter Kernwaffentest die Sanktionen gegen Nordkorea verschärfte.
“Passiert ist damals nichts”, bemerkt der Analyst. Dass sich die Lage auch diesmal schnell wieder beruhigt, sei aber keine ausgemachte Sache. “Schließlich wirken die Akteure auf beiden Seiten unberechenbarer, und zumindest die Aktienmärkte sind angesichts ihrer hohen Bewertung derzeit deutlich anfälliger.”
Enttäuschung Trump
“Selbst wenn eine unbedachte, unnötige Eskalation zwischen Nordkorea und den USA ausbleibt, es bleibt die Feststellung, dass diese US-Regierung in keiner Weise tut, was Donald Trump vorher angekündigt hat”, stellt ING Markets fest. Die Gesundheitsreform sei derzeit kein Thema mehr, die Steuerreform komme “bald”, das für die US-Unternehmen nicht minder wichtige Thema Infrastruktur sei irgendwo in der Schublade verschwunden und komme “danach”.
“Stattdessen droht der, der genau das nicht tun wollte, nach Nordkorea jetzt auch Venezuela.” Das US-Wachstum bleibe weiterhin mäßig und unterdurchschnittlich. “Egal, wie lange die US-Börsen diese negative Entwicklung abzuschütteln versuchen, die faktischen Konsequenzen eines nicht nur nicht anziehenden, sondern eher nachlassenden Wachstums werden davon nicht verschwinden.” Mittelfristig habe das Lager der Bären damit die besseren Karten.

Technische Lage schwierig Das charttechnische Bild ist derzeit unklar: “Teilweise befinden sich die Indizes an wichtigen Marken, von denen aus eine Gegenbewegung gestartet werden könnte”, erklärt Christoph Geyer von der Commerzbank. Nach den jüngsten Kursverlusten sollte dies auch normalerweise auf der Tagesordnung stehen. Die Indikatoren würden andererseits wenig Grund zur Hoffnung geben. “Somit bleibt die Lage weiterhin angespannt und die Gefahr eines weiteren Rückschlags gegeben.”
Christian Schmidt von der Helaba ist etwas optimistischer, er sieht temporäre Erholungszeichen, nachdem sich der DAX in den vergangenen Tagen sukzessive der 200-Tagelinie bei 11.912 Punkten angenähert hatte und zudem kurzzeitig unter eine wichtige Strukturprojektion bei 11.964 gerutscht war. “Insbesondere die Tatsache, dass der Index am Freitag oberhalb der 12.004er Marke geschlossen hat und zudem die Oszillatoren im überverkauften Bereich verharren, lässt etwas Raum auf der Oberseite.”
Schmidt Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 15. August
8.00 Uhr. Deutschland: BIP zweites Quartal. Die DekaBank geht davon aus, dass das BIP um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Die wirtschaftliche Aktivität stehe weiter auf einem breiten Fundament: Ein kräftiges Plus bei den Einzelhandelsumsätzen lasse auf eine rege Konsumtätigkeit schließen, der Arbeitsmarkt zeige sich unverändert “bärenstark”. Auch der Export sei wohl gut gelaufen.

14.00 Uhr. USA: Einzelhandelsumsätze Juli. Laut Commerzbank sind die Einzelhandelsumsätze wieder deutlich gestiegen. Das gelte vor allem im Kerngeschäft ohne Autos, Baumaterial und Benzin nach enttäuschenden Zahlen im Mai und Juni.

Mittwoch, 16. August

11.00 Uhr. Eurozone: BIP zweites Quartal. Die Commerzbank prognostiziert für die Eurozone ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Spanien weise schon länger eine deutlich höhere Rate auf als Deutschland, im zweiten Quartal habe wohl auch Frankreich zu Deutschland aufgeschlossen haben. Nur Italien hänge wohl noch spürbar zurück.

Donnerstag, 17. August

15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion Juli. Bei der Industrieproduktion erwartet die Commerzbank einen Anstieg um 0,2 Prozent gegenüber Juni (Konsens 0,2 Prozent), getrieben von einem Zuwachs bei den Energieversorgern und dem Bergbau.
von: Anna-Maria Borse
14. August 2017, © Deutsche Börse AG

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