Wochenausblick: Weiter im Korrekturmodus

By   /  August 21, 2017  /  Comments Off on Wochenausblick: Weiter im Korrekturmodus

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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21. August 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es mehren sich die pessimistischen Stimmen am deutschen Aktienmarkt: “Die Überhitzung an den US-Märkten ist eine ernstzunehmende Hypothek”, meint etwa Markus Reinwand von der Helaba. Trotz der Korrektur hält er deutsche Aktien nicht für attraktiv bewertet. “Zudem steht mit dem September der im langjährigen Vergleich schwächste Börsenmonat an.”

Der DAX schloss am Freitag bei 12.165 Punkten, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber der Vorwoche. Am Montagmorgen liegt der Index bei 12.100 Punkten. Für Unsicherheit hat zuletzt das politische Chaos in Washington mit dem Abgang des Chefstrategen Stephen Bannon gesorgt. Zudem distanzieren sich immer mehr Vertreter aus der Wirtschaft von Donald Trump. Ebenso belastet hat der Anschlag in Barcelona, der offenbar einen islamistischen Hintergrund hat.

Rückläufige Gewinnerwartungen

Laut Markus Wallner von der Commerzbank ist es in der nun abgelaufenen Berichtssaison für das zweite Quartal vielen Unternehmen schwergefallen, die bereits hohen Erwartungen der Analysten erneut zu übertreffen. “Dennoch waren die meisten Ergebnisse durchaus zufriedenstellend.” Zudem hätten die Ausblicke auf das Gesamtjahr das gute konjunkturelle Umfeld bestätigt. “Allerdings dürften die Gewinnerwartungen wegen des stärkeren Euro eher etwas fallen.” Darum werde sich der DAX nach der aktuellen Gegenbewegung zu den Kursverlusten im Zuge der Nordkorea-Krise zunächst einmal seitwärts bewegen.

“Polit-Risiko” Trump Für Robert Halver von der Baader Bank ist das “Polit-Risiko” in den USA grundsätzlich eine offene Flanke für die Aktienmärkte, es könne zwischenzeitlich zu Konsolidierungen führen. “Trump ist hier wie ein früher Fehler in einer Mathematikaufgabe. Er zieht sich bis unten durch”, meint Halver. Dennoch ist er zuversichtlich: Im Hinblick auf durchaus stabile Fundamentaldaten und eine besonnene Geldpolitik, die die größte Alternativanlageklasse zu Aktien – das Zinsvermögen – unattraktiv hält, dürfte sich der Aktien-Herbst wieder erholt zeigen. Halver Charttechnik mahnt

Laut Christoph Geyer von der Commerzbank wird aus charttechnischer Sicht die Lage in Deutschland und Japan zunehmend kritisch, während in den USA die übergeordneten Aufwärtstrends noch intakt seien. “Insgesamt darf aber noch immer von einer Korrekturbewegung gesprochen werden.”

Der DAX befinde sich weiterhin im Abwärtstrendkanal. Die Indikatoren hätten derzeit unterschiedliche Signale generiert: “Der MACD-Indikator hat ein Kaufsignal hinterlassen. Dagegen wurden die Kaufsignale beim Stochastik-Indikator bereits abgearbeitet.” Widersprüchliche Indikatorensignale seien selten für einen Ausbruch nach oben geeignet. “Daher ist in den kommenden Tagen eher mit einem erneuten Test der Unterstützungszone knapp unter 12.000 Punkten zu rechnen.”

Anstieg über 12.320 Punkte wichtig

Dirk Oppermann von der DZ Bank sieht noch keinen negativen Trendmarkt, obwohl im Rahmen des weiterhin intakten mittelfristigen Abwärtstrends bislang kein Befreiungsschlag gelang. “Auf Basis der Verteidigung der Intraday-Unterstützung um 12.090 Punkte am Freitag verbleiben damit durchaus fortgesetzte Stabilisierungschancen.”. Für ein deutlicheres Kurspotenzial müsse jedoch ein charttechnischer Stärkebeweis mit dem Durchbruch über den Widerstand um 12.320 Punkte gelingen. “Strategisch verbleiben daneben erhöhte Kursrisiken.”

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Mittwoch, 23. August

10.00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindex August. Die Lücke zwischen den sehr guten Stimmungsindikatoren und dem tatsächlichen Wirtschaftswachstum aus dem ersten Halbjahr dürfte sich nach Ansicht der DekaBank im August durch leichte Rückgänge bei den Einkaufsmanagerindizes verringert haben. Eine Trendwende in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Euroland sei allerdings derzeit nicht in Sicht.

Donnerstag, 24. August

Treffen der führenden Notenbanker in Jackson Hole (bis Samstag). Am Markt wird mittlerweile nicht mehr erwartet, dass EZB-Chef Mario Draghi schon jetzt das Auslaufen des Anleihekaufprogramms ankündigen wird, stark beachtet wird die Notenbanker-Konferenz dennoch.
Freitag, 25. August

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklima August. Allzeithoch oder Normalisierung? Das ist nach Ansicht der DekaBank die Frage. Die globalen Einkaufsmanagerindizes hätten zuletzt nachgegeben, und die Stimmung der deutschen Finanzmarktanalysten sei schon zum wiederholten Male gesunken. Die Analysten erwarten daher einen Rückgang des ifo-Geschäftsklimas im August.

14.30 Uhr. USA: Auftragseingänge langlebige Güter Juli. Die Commerzbank erwartet nach dem durch einen Sondereffekt getriebenen massiven Anstieg der Aufträge für dauerhafte Güter im Juni eine Korrektur.

von: Anna-Maria Borse
21. August 2017, © Deutsche Börse AG

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