Marktstimmung: “Die Ruhe vor Jackson Hole”

By   /  August 24, 2017  /  Comments Off on Marktstimmung: “Die Ruhe vor Jackson Hole”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Marktstimmung: “Die Ruhe vor Jackson Hole”

Zusammenfassung

Es mag dem wichtigen Ereignis, der alljährlich stattfindenden Konferenz im US-amerikanischen Jackson Hole, geschuldet sein, dass sich die Investoren zuletzt zurückhaltend gezeigt haben. Interessanterweise sind es dieses Mal die Privatanleger, die dem DAX wesentlich mehr als in der Vorwoche zutrauen. Sie haben den neuerlichen vorübergehenden Abtaucher des DAX auf 12.020 Zähler zu Käufen genutzt, während bei den institutionellen Investoren genau das Gegenteil zu beobachten war.
Für Joachim Goldberg wächst damit eigentlich stimmungstechnisch nur wieder zusammen, was ohnehin zusammen gehört. Damit bleibt der gezeigte Optimismus der Investoren zwar erhalten, nimmt aber keine Größenordnung ein, die dem DAX nachhaltig schaden könnte. Um jedoch einen stärkeren Aufwärtstrend zu etablieren, bedürfte es nach wie vor frischer langfristiger Nachfrage, erklärte der Verhaltensökonom.
23. August 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die laufende Woche steht an den Finanzmärkten im Großen und Ganzen unter einem wichtigen Ereignis: Das alljährlich stattfindende Treffen führender Notenbanker, Finanzminister sowie wichtiger Persönlichkeiten aus Forschung und Wissenschaft aus aller Welt in Jackson Hole. Dabei erhoffen sich manche Akteure von den leitenden Köpfen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank, also von Mario Draghi und Janet Yellen, zumindest insgeheim neue Hinweise auf die weitere Geldpolitik in den USA und Europa. Obwohl bereits aus sogenannten Kreisen der EZB kolportiert wurde, ihr Präsident werde die Bühne in den Rocky Mountains nicht dazu nutzen, die Akteure an den Finanzmärkten auf den Ausstieg aus der ultra-lockeren Geldpolitik vorzubereiten, hält sich der Glaube an einen, wenn auch noch so kleinen, Hinweis des Mannes, der zuletzt vor drei Jahren an Ort und Stelle den Boden für die quantitativen Lockerungsmaßnahmen bereitet hatte, hartnäckig. Aber auch von Janet Yellen erhofft man sich am Freitag Andeutungen in Hinblick auf die nächsten geldpolitischen Maßnahmen der Fed. So gesehen wundert es auch nicht, dass sich die Börsianer hierzulande abwartend verhalten.
Gleichwohl, trotz dieser Ruhe vor einem möglichen Sturm, finden wir das Ergebnis der Befragung unserer mittelfristig orientierten institutionellen Investoren bemerkenswert, hat sich doch ihr Optimismus gegenüber der Vorwoche moderat zurückgebildet. So ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 4 Punkte auf einen Stand von nunmehr +7 gefallen. Diese Veränderung geht fast ausschließlich auf die Glattstellung bullisher Engagements zurück, obwohl es seit unserer vergangenen Erhebung kaum Möglichkeiten für Gewinnmitnahmen gab. Stattdessen hat der DAX ein weiteres Fußbad von knapp 2 Prozent nehmen müssen, konnte sich aber seither wieder so gut erholen, dass im Wochenvergleich gerade einmal ein Verlust von 0,2 Prozent übrig bleibt. Es handelt sich also um ein Szenario, bei dem man eher die Aufstockung bestehender Long-Engagements erwartet hätte. Stattdessen ist dem einen oder anderen Optimisten die Abwärtskorrektur des DAX möglicherweise doch zu viel geworden.
Mutige Privatanleger
Die Privatanleger haben sich indes ganz entgegengesetzt verhalten. In diesem Panel notieren wir Gewinnmitnahmen vormals bearisher Akteure, aber nicht nur das. Der Großteil dieser Marktteilnehmer hat die günstigen Einstandspreise sogar dazu genutzt, sich auf die Seite der Optimisten zu schlagen – der Börse Frankfurt Sentiment-Index ist dabei um 9 Punkte auf einen Stand von +9 gestiegen und hat damit die Stimmungslücke der Vorwoche zu den institutionellen Akteuren geschlossen.
Wie bereits bei unserer vergangenen Erhebung festgestellt, gingen wir zuletzt ohnehin nicht von hohen bullishen Engagements der institutionellen Marktteilnehmer aus. Somit bedeutet der heute zusätzlich festgestellte leichte Rückgang des Optimismus in diesem Panel eine verbesserte Position für das Börsenbarometer. Sicherlich ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index in der relativen 6-Monatsbetrachtung noch etwas freundlicher zu sehen, reflektiert aber mit hoher Wahrscheinlichkeit keine allzu großen Schieflagen im Falle neuerlicher Kursrückgänge. Stattdessen geht der DAX aus der vorübergehenden Schwächephase seit der vergangenen Erhebung gestärkt hervor. Ob es allerdings reicht, das Börsenbarometer über 12.400 Zähler zu treiben, bleibt abzuwarten. Wie gehabt, wäre für einen anhaltenden Aufwärtstrend die Mitwirkung frischen langfristigen Kapitals erforderlich.
Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von InvestorenDie Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt. Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.

Börse Frankfurt Sentiment-Index
Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutralTotal40%33%27%ggü. letzter Erhebung-4%+0%+4%DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.230 (-30 Punkte) Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +7 Punkte (Stand Vorwoche: +11 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum
Private Anleger

BullishBearishNeutralTotal42%33%25%ggü. letzter Erhebung+4%-5%+1% DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 12.230 (-30 Punkte) Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: -6 Punkte (Stand Vorwoche: -6 Punkte)

23. August 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de
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Über den Börse Frankfurt Sentiment-IndexDer Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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