Messungen zeigen: Kreuzfahrtschiffe auch in Arktis ohne Abgassysteme unterwegs

By   /  August 30, 2017  /  Comments Off on Messungen zeigen: Kreuzfahrtschiffe auch in Arktis ohne Abgassysteme unterwegs

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

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Schweröl stellt wachsendes Umweltrisiko dar

Der NABU hat in Reykjavik Luftschadstoffmessungen an den Kreuzfahrtterminals vorgenommen. Diese ergaben eine hohe Konzentration von ultrafeinen Partikeln, die teilweise mehr als 1.000fach über der relativ sauberen Umgebungsluft lagen.

Luftschadstoffmessungen in Reykjavik – Foto: Sönke Diesener

30. August 2017 – Luftschadstoffmessungen des NABU an den Kreuzfahrtterminals von Reykjavik auf Island zeigten hohe Konzentrationen von ultrafeinen Partikeln, die teilweise mehr als 1.000fach über der relativ sauberen Umgebungsluft lagen. Zu dieser Zeit befanden sich unter anderem das Kreuzfahrtschiff MS Deutschland, bekannt aus der Fernsehserie “Traumschiff”, sowie die AIDA Luna im dortigen Hafen. Die Messungen zeigen, dass die Kreuzfahrtschiffe auch in der sensiblen Arktis keinerlei Abgassysteme an Bord haben, was zu erheblichen Schadstoffemissionen vor Ort führt. Seit einigen Jahren erfreuen sich Kreuzfahrten im hohen Norden immer größerer Beliebtheit, so dass entsprechend auch die Umweltbelastung zunimmt.Die Verwendung von Schweröl als Schiffskraftstoff ist ein wachsendes Umweltrisiko für die Arktis. Im Falle einer Havarie gibt es in diesen Breitengraden kaum eine Möglichkeit, austretendes Schweröl einzudämmen, so dass die Folgen für die Region verheerend wären. Angesichts zunehmend eisfreier Schifffahrtrouten muss unverzüglich ein generelles Schwerölverbot in der Arktis beschlossen werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein solches Verbot bereits für die Antarktis gilt, nicht hingegen für das ebenfalls sensible Ökosystem der Arktis.

Luftschadstoffmessungen in Reykjavik – Grafik: NABU

Die gemessene Luftschadstoffbelastung mit ultrafeinen Partikeln ist alarmierend. Die natürliche Feinstaubkonzentration liegt auf Island bei gerade einmal 300 Partikeln pro Kubikzentimeter Luft. Nun wurden teilweise mehr als 400.000 Partikel pro Kubikzentimeter dokumentiert. Um die Bewohner in Hafenstädten wie Reykjavik vor solch hohen Belastungen mit Feinstaub und Stickoxiden zu schützen, müssen die Reeder schon jetzt in wirksame Abgastechnik investieren. Hier stehen die Anbieter klar in der Verantwortung. Auch aus Klimasicht ist die Reduktion von Emissionen dringend geboten, da die schwarzen Rußpartikel das Abschmelzen des Arktiseises deutlich beschleunigen.

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