Freiwilliges Engagement als Garant für Biodiversität in der Agrarlandschaft

By   /  September 8, 2017  /  Comments Off on Freiwilliges Engagement als Garant für Biodiversität in der Agrarlandschaft

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Freiwilliges Engagement als Garant für Biodiversität in der Agrarlandschaft

Freiwilliges
Engagement der Landwirtschaft ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Anliegen
des Natur- und Artenschutzes. Das war das Fazit einer gemeinsamen Veranstaltung
der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft (DSK) und der Bayerischen KulturlandStiftung
(BKLS), die am 5. September 2017 in Marloffstein-Atzelsberg bei Nürnberg stattfand.
Mehr als 80 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt, um über praktische
Beispiele des Vertragsnaturschutzes und der Naturschutzkompensation in der
Kulturlandschaft und über effiziente Wege zum Erhalt und zur Förderung der
Biodiversität in der Agrarlandschaft zu diskutieren, wie der Deutsche
Bauernverband (DBV) mitteilt. Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung
Kulturlandschaft, Dr. Helmut Born, konnte Vertreter des amtlichen und ehrenamtlichen
Naturschutzes, der sechs Kulturlandstiftungen in den Bundesländern, von
Kommunen und Städten, der praktischen Land- und Forstwirtschaft sowie der für
Landwirtschaft und Umwelt zuständigen Ministerien und Wissenschaft begrüßen.
Vor dem Hintergrund der in den Bundesländern bereits verabschiedeten oder zur
Verabschiedung anstehenden Kompensationsverordnungen – die bayerische
Kompensationsverordnung wurde bereits im September 2014 in Kraft gesetzt – war
das Interesse der Vertreter des Naturschutzes und der Landwirtschaft an
produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen (PIK) auf wechselnden Flächen für
Eingriffe in Natur und Landschaft besonders groß.
 
Der
Amtschef des bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr.
Christian Barth, verwies darauf, dass in Bayern PIK-Maßnahmen immer dann
Präferenz als Kompensation für Eingriffe hätten, wenn diese Eingriffe
landwirtschaftlich genutzte Flächen beträfen. Insbesondere der Geschäftsführer
der Bayerischen Kulturlandstiftung, Dominik Himmler, aber auch der
stellvertretende Abteilungsleiter im bayerischen Ministerium für Landwirtschaft
und Forsten, Anton Dippold, sowie der stellvertretende Vorsitzende des
Umweltausschusses des Bayerischen Bauernverbandes, Ludwig Bayer, machten in
ihren Beiträgen deutlich, dass bei der praktischen Umsetzung dieses Grundsatzes
noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. So würden die für den
Naturschutz und die Landwirtschaft wichtigen PIK-Maßnahmen auf wechselnden
Flächen mit einer institutionellen Absicherung noch nicht völlig gleichwertig
gesehen mit grundbuchlich abgesicherten Kompensationsflächen.
 
Private
und öffentliche Maßnahmenträger machten in der Forumsveranstaltung deutlich,
dass PIK-Maßnahmen teilweise noch Neuland sind, aber zunehmend an Attraktivität
gewinnen; dies vor allem wegen der hohen naturschutzfachlichen Wirkung bei
gleichzeitig vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Land- und Forstwirten. Dr.
Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz Bayern, beklagte zwar
die aus seiner Sicht noch zu langsame Verbesserung der Biodiversität in der
Kulturlandschaft, anerkannte aber ebenso wie Josef Steinberger,
Präsidiumsmitglied des Bayerischen Gemeindetages, die zunehmende Bereitschaft
der Bauernfamilien, konkrete Maßnahmen des Natur- und Artenschutzes auf
freiwilliger Basis mitzutragen. In diesem Sinne ist gerade auch in Bayern der
Deutsche Verband für Landschaftspflege seit Jahren engagiert. Der
Geschäftsführer des DVL, Jürgen Metzner, bekräftigte das Ziel,
Naturschutzmaßnahmen einvernehmlich zwischen Kommunen, Landwirtschaft und
Naturschutzverbänden umzusetzen.
 
In
seinem Schlusswort verdeutlichte der Vorsitzende des Stiftungsrates der DSK,
Steffen Pingen, das Kernanliegen der Kulturlandstiftungen, die Eigenart und
Vielfalt bäuerlich geprägter Kulturlandschaften, ihre nachhaltige
Nutzungsfähigkeit aber auch ihre Biotop- und Artenvielfalt zu fördern und zu
erhalten. Vor diesem Hintergrund sei es dringend geboten, dem nach wie vor mit
66 Hektar je Tag viel zu hohen Flächenverbrauch in Deutschland zu wehren und
Naturschutz- und Kompensationsmaßnahmen flächenschonend in der Kulturlandschaft
durchzuführen. Freiwillige Kooperation liefere auch dafür die besten
Ergebnisse. Er dankte allen Rednern und Diskussionsteilnehmern für ihre
Beiträge und bezeichnete dieses 3. Dialogforum der DSK als weiteren Baustein
für ein besseres Verständnis und Miteinander in der Kulturlandschaft.

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