Leistungen der Landwirte für Umwelt-, Klima- und Tierschutz sind über 5,2 Milliarden Euro wert

By   /  September 12, 2017  /  Comments Off on Leistungen der Landwirte für Umwelt-, Klima- und Tierschutz sind über 5,2 Milliarden Euro wert

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Leistungen der Landwirte für Umwelt-, Klima- und Tierschutz sind über 5,2 Milliarden Euro wert

„Die deutschen Landwirte
stehen ohne Wenn und Aber zu den hohen nationalen und europäischen Standards
für Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung. Dies gilt besonders für den
Umwelt-, Klima- und Tierschutz, aber auch für andere Bereiche. Wir müssen aber
ebenso festhalten, dass diese Standards im Vergleich zu anderen
Erzeugungsregionen zu höheren Kosten in der Landwirtschaft führen. Dafür muss
die Gemeinsame Agrarpolitik auch zukünftig eine Antwort finden.“ Das resümierte
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), als zentrales
Ergebnis der Studie „Kosten europäischer Umweltstandards und von zusätzlichen
Auflagen in der deutschen Landwirtschaft“. Die Studie beziffert diesen
Mehraufwand für europäische und nationale Auflagen auf mehr als 5,2 Milliarden
Euro.
 
Die Gemeinschaftsarbeit
von Professor Dr. Helmut Karl, Ruhr-Universität Bochum, und Dr. Steffen
Noleppa, Forschungsinstitut HFFA Research GmbH, wurde heute in Berlin
vorgestellt. Schwerpunkt ist eine umfassende Analyse der Mehrkosten und
Mindererlöse der Landwirte, um die Umweltstandards zu erfüllen, die letztlich
auch als gesellschaftlich gewünschte Leistungen zu sehen sind.
 
„Bäuerinnen und Bauern
arbeiten in offenen und zunehmend globalisierten Märkten und konkurrieren in
vielen Produktbereichen mit anderen Erzeugungsregionen. Über diese Tatsache
darf man nicht hinwegsehen. Unter diesen Bedingungen sind unsere europäischen
und deutschen Standards öffentliche Leistungen des Sektors Landwirtschaft, die
einen Wert haben müssen“, bekräftigte Rukwied und ergänzte: „Wir stehen zu
diesen Standards. In der Debatte über die zukünftige Ausrichtung der
Landwirtschaft und der europäischen Agrarpolitik müssen wir aber richtig mit
dem Argument der öffentlichen Leistungen umgehen und die gesamte Palette
solcher Leistungen einbeziehen.“
 
Analysiert wurden die
Mehrkosten und Mindererlöse der deutschen Landwirte, die durch europäische und
deutsche Umweltstandards und zusätzliche Auflagen in den Bereichen
Gewässerschutz, Düngung, Pflanzenschutz, Tierhaltung, Cross Compliance,
Greening sowie Emissionsschutz entstehen. Die jährlich deutlich mehr als 5,2
Milliarden Euro insgesamt bedeuten rund 315 Euro Mehrkosten pro Hektar oder
jährlich knapp 28.000 Euro für einen durchschnittlichen Hof im Haupterwerb bzw.
rund 400.000 Euro im Jahr für eine durchschnittliche Juristische Person, z.B.
landwirtschaftliche Genossenschaften oder Gesellschaften mit beschränkter
Haftung (GmbH).
 
„Professor Dr. Karl und Dr. Noleppa
zeigen: Die Kosten sind erheblich und stellen einen beachtlichen Posten für
jeden Betrieb dar. Die Wissenschaftler haben insgesamt vorsichtig gerechnet und
nicht alle tatsächlich relevanten Standards und Auflagen berücksichtigt“,
erklärte Rukwied. Nicht einbezogen wurden beispielsweise Arbeiten zur
Offenhaltung der Landschaft wie z.B. die Bewirtschaftung der Kulturlandschaft
auf dem Acker- und Grünland, gezielte Landschaftspflege und Beweidung. Verglichen
mit Ländern außerhalb der EU zeigt die Studie, dass Landwirte in Deutschland
zusätzliche Kosten von über 3,0 Milliarden Euro im Jahr für Standards und
Auflagen (wie z.B.
Kosten im Zuge der neuen Düngeverordnung) schultern, die es für Landwirte in
Wettbewerbsländern außerhalb der EU überhaupt nicht gibt. Darüber hinaus
entstehen den deutschen Landwirten Mehrbelastungen
in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro für Standards und Auflagen (wie z.B. für
das Nitratmanagement sowie Tiergesundheits- und Tierwohlaspekte), die in
Nicht-EU-Wettbewerbsländern i.d.R. schwächer formuliert sind bzw. zu geringeren
Kosten erfüllt werden können. Damit entstehe den
Landwirten ein erheblicher Wettbewerbsnachteil, der in der politischen
Diskussion um die EU-Agrarzahlungen berücksichtigt werden müsse.
 
Informationen und
Unterlagen zur Studie „Kosten europäischer Umweltstandards und von zusätzlichen
Auflagen in der deutschen Landwirtschaft“ sind HIER abrufbar.
 
Die Studie wurde vom DBV
initiiert und mit Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank
angefertigt.

 

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