Fast Food

By   /  September 19, 2017  /  Comments Off on Fast Food

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MIL OSI – Source: Bundeszentrale fur politische Bildung –

Headline: Fast Food

15.9.2017Subway, McDonald’s, Starbucks, KFC, Burger King, Pizza Hut und andere Fast-Food-Ketten fallen durch ihre weltweite Präsenz auf. An der Verbreitung ihrer Filialen wird die Globalisierung sichtbar. Für die Kritiker sind die Fast-Food-Ketten Ausdruck eines profitgetriebenen Geschäftsmodells und nicht nachhaltiger Konsummuster. Entsprechend häufig werden die Unternehmen wegen der sozialen und ökologischen Folgen, die sich mit ihnen verbinden, bemängelt. Die drei Marktführer Subway, McDonald’s und Starbucks betreiben weltweit mehr als 100.000 Filialen und jeden Tag eröffnen neue. Allein McDonald’s bedient jeden Tag 70 Millionen Kunden.
Fakten
Viele global agierende Markenkonzerne haben ihren Ursprung in den USA. Mit ihren Produkten erweitern sie nicht nur das Warenangebot in der jeweiligen Zielregion, sondern verdrängen dabei auch regionale Produkte. Zudem ist das Tragen von Nike-Schuhen, das Trinken von Coca-Cola und das Essen bei US-amerikanischen Fast-Food-Ketten immer auch ein Ausdruck des kulturellen Selbstverständnisses.
Mit rund 70 Millionen Kunden am Tag und 36.525 Restaurants in 119 Staaten/Gebieten Ende 2015 ist McDonald’s die wohl bekannteste Fast-Food-Kette der Welt. Der Konzern steht einerseits für ein profitgetriebenes Geschäftsmodell und nicht nachhaltige Konsummuster. Andererseits hat das Unternehmen im Laufe der Zeit immer wieder Anpassungen beim Aufritt, der Produktpalette und den Produktionsprozessen vorgenommen beziehungsweise diese zum Teil auch den kulturellen Gegebenheiten anpasst.
Das erste McDonald’s Restaurant wurde 1940 in Kalifornien eröffnet. In den frühen 1970er-Jahren expandierte das Unternehmen in Teile Europas und Mittelamerikas sowie nach Australien und Japan (Deutschland: 1971). In den darauffolgenden 20 Jahren wurden Westeuropa sowie Mittel- und Südamerika nahezu komplett erschlossen. In den 1990er-Jahren erfolgte die Expansion vor allem nach Asien, Osteuropa und in den Nahen Osten. Auch in Afrika begann der Konzern, erste Filialen einzurichten. Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde im Januar 1990 in Moskau die erste russische Filiale eröffnet. Obwohl McDonald’s seit Jahrzehnten international ausgerichtet ist und eng mit den Franchisenehmern zusammenarbeitet, wurde erst 2003 eine globale Werbekampagne gestartet (i’m lovin‘ it) und 2008 das Verpackungsdesign international angepasst.
In der Expansionsgeschichte von McDonald’s gibt es auch Rückschläge: Beispielsweise wurden im Zuge der weltweiten Finanzkrise Ende 2009 die McDonald’s-Filialen in Island geschlossen. Zuletzt wurden im Jahr 2013 alle Filialen in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien geschlossen – 16 Jahre nach der Eröffnung der ersten McDonald’s-Filiale im Land.
Im Jahr 2015 verzeichnete McDonald’s einen Gesamtumsatz von 25,4 Milliarden US-Dollar, 2013 lag der Umsatz noch bei 28,1 Milliarden US-Dollar. Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist die zunehmende Konkurrenz, die häufig mit gesünderen Angeboten oder zumindest mit einem entsprechenden Image Marktanteile gewinnt. Ein Mitbewerber betreibt seit Ende 2010 weltweit sogar mehr Filialen als McDonald’s: Die Fast-Food-Kette Subway.
Subway wurde 1965 in den USA gegründet und eröffnete erst 1984 eine Filiale außerhalb der USA (Bahrain). 1990 betrieb Subway 5.000 Filialen – nun auch in den Nachbarstaaten Kanada und Mexiko sowie in Puerto Rico und auf den Bahamas. In den 1990er-Jahren folgte dann die Expansion in alle Regionen der Welt, wobei in Afrika vergleichsweise wenig Subway-Filialen vorhanden sind. Allein 1995 eröffneten Filialen in Ägypten, China, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Honduras, Irland, Jamaika, Neuseeland, der Schweiz, Spanien sowie in Taiwan. 1996 folgten Dänemark, Guatemala, Kolumbien, Kuwait, Martinique, Nicaragua, die Philippinen, Singapur, Südafrika, die Türkei, Uruguay, Venezuela sowie das Vereinigte Königreich.
Trotz der Unzufriedenheit zahlreicher Franchisenehmer mit den erreichten Umsätzen und Gewinnen erhöhte sich die Zahl der Subway-Filialen zwischen 2008 und 2011 weltweit von 30.000 auf 35.000. Ende 2016 wurde mit knapp 45.000 Filialen ein neuer Höchststand erreicht. In den fünf Jahren von 2011 bis 2016 wurden somit jeden Tag mehr als fünf neue Subway-Filialen eröffnet. Einige Filialen befinden oder befanden sich an außergewöhnlichen Orten: Beispielsweise in einem von Stockwerk zu Stockwerk “wandernden” Schiffscontainer an der Ground-Zero-Baustelle in New York, auf der Rheinfähre MS Stolzenfels oder in der True Bethel Baptist Church (mit dem Pastor, der mit der Filiale lokale Jugendarbeit betreibt, als Franchisenehmer).
Die Tatsache, dass Subway mit seinem Restaurantkonzept andere Räume belegen kann als viele Konkurrenzunternehmen, ist nicht nur hinsichtlich der Wettbewerbsposition relevant, sondern hat auch eine kulturelle Bedeutung: Subway dringt in Märkte vor, die zuvor von Marken wie Coco-Cola, aber eben nicht von anderen Fast-Food-Ketten erreicht worden sind. Unmittelbar folgt daraus eine Zunahme des Konkurrenzdrucks für lokale und traditionelle Anbieter.
Ein anderes Beispiel dafür, wie ein Großunternehmen lokale Märkte beeinflussen kann, ist die Expansion der Kaffeehaus-Kette Starbucks. Bezogen auf die Anzahl der Filialen steht Starbucks nach Subway und McDonald’s an dritter Stelle. Aufgrund des abweichenden Angebots ist Starbucks gleichzeitig der größte Röster und Anbieter von Kaffeespezialitäten der Welt. Wie bei Subway erfolgte die Expansion zunächst nur langsam. Bis einschließlich 1995 war Starbucks außerhalb der USA nur in Kanada zu finden (seit 1987). Erst in den Folgejahren kamen neue Staaten hinzu.
Acht der zwölf Staaten, in denen Starbucks zwischen 1996 und 1999 Filialen eröffnete, liegen in Asien. Ab Ende der 1990er-Jahre weitete sich die Expansion auf den Nahen Osten aus. Abseits von England (1998) und entgegen der Entwicklung bei anderen Ketten wurden in den europäischen Staaten erst ab 2001 Filialen eröffnet (Deutschland: 2002). Ab 2002 kamen Staaten aus Mittel- und Südamerika hinzu, ab 2007 osteuropäische Staaten. Gleichzeitig schritt die Expansion auch in den anderen Weltregionen weiter voran.
Während Starbucks im Jahr 2000 noch 3.500 Filialen betrieb, waren es Ende 2016 mehr als 24.000. Somit wurde in den sechzehn Jahren von 2000 bis 2016 etwa alle sieben Stunden eine neue Starbucks-Filiale eröffnet – gut dreieinhalb pro Tag. Starbucks war nach eigenen Angaben Ende 2016 weltweit in 70 Staaten/Gebieten mit Filialen vertreten und erzielte im Fiskaljahr 2015 einen Gesamtumsatz von 19,2 Milliarden US-Dollar.
Kritiker bemängeln unter anderem die Gewerkschaftspolitik und die Steuermoral von Starbucks sowie die Verdrängung lokaler Betriebe (unter anderem erlaubten es die finanziellen Vorteile eines Großunternehmens, zentrale Innenstadtlagen zu belegen und so wiederum an kaufkräftige Kundschaft zu gelangen). Auch der hohe Zuckergehalt vieler Produkte sowie der Verkauf von zum Teil gentechnisch veränderter Ware (insbesondere bei Vorprodukten) gaben Anlass zur Kritik. Auf der anderen Seite wird anerkannt, dass Starbucks einen Teil des Kaffees “fair” – also unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Standards – einkauft. Allerdings wird in diesem Zusammenhang bemängelt, dass nur ein Teil des Einkaufs unabhängig zertifiziert wird. Zudem wird kritisiert, dass – entgegen dem offiziellen Anspruch des Unternehmens – bei anderen Waren (wie zum Beispiel bei der Milch oder bei den Verpackungsmaterialien) keine sozialen bzw. ökologischen Standards angewandt werden. Unabhängig von Starbucks kritisieren manche den Fairen Handel generell, da dieser ungeeignet sei, die sozialen und ökologischen Probleme in den Erzeugerländern zu lösen.
Datenquelle
McDonald’s Corporation: www.mcdonalds.com, Annual Reports, Daten zur Grafik größtenteils durch McDonald’s bestätigt; www.subway.com; Starbucks: Annual Reports, www.starbucks.com
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Weitere Informationen zu McDonald’s finden Sie hier…
Fast Food
Filialnetz von McDonald’s, Subway und Starbucks, nach Staaten, Stand: 11/2016
1
McDonald’s
Staaten
Eröffnungsjahrder ersten Filiale
Ägypten
1994
Andorra
1984
Argentinien
1986
Aruba (Krg. NL)
19851
Aserbaidschan
1999
Australien
1971
Bahamas
1975
Bahrain
1994
Belarus
1996
Belgien
1978
Bosnien und Herzegowina
2011
Brasilien
1979
Brunei Darussalam
1992
Bulgarien
1994
Chile
1990
China
1990
Costa Rica
1970
Curaçao (Krg. NL)
19741
Dänemark
1981
Deutschland
1971
Dominikanische Republik
1996
Ecuador
1997
El Salvador
1972
Estland
1995
Fidschi
1996
Finnland
1984
Frankreich
1972
Georgien
1999
Griechenland
1991
Guadeloupe (F)
19921
Guatemala
1974
Guyana
o.A.
Honduras
1995
Hongkong, China
1975
Indien
1996
Indonesien
1991
Irland
1977
Israel
1993
Italien
1985
Japan
1971
Jordanien
1996
Kanada
1967
Kasachstan
2016
Katar
1995
Kolumbien
1995
Kroatien
1996
Kuba (Guantanamo Bay)
1986
Kuwait
1994
Lettland
1994
Libanon
1998
Liechtenstein
1996
Litauen
1996
Luxemburg
1985
Macao, China
1987
Malaysia
1982
Malta
1995
Marokko
1992
Martinique (F)
19911
Mauritius
2001
Mexiko
1985
Moldau, Republik
1998
Monaco
1992
Neuseeland
1976
Nicaragua
1975
Niederlande
1971
Norwegen
1983
Oman
1994
Österreich
1977
Pakistan
1998
Panama
1971
Paraguay
1996
Peru
1996
Philippinen
1981
Polen
1992
Portugal
1991
Puerto Rico (USA)
1967
Rumänien
1995
Russland
1990
Samoa
1996
San Marino
1999
Saudi-Arabien
1993
Schweden
1973
Schweiz
1976
Serbien
1988
Singapur
1979
St. Martin (Krg. NL)
19951
Slowakei
1995
Slowenien
1993
Spanien
1981
Sri Lanka
1998
Südafrika
1995
Südkorea
1988
Suriname
1997
Taiwan
1984
Thailand
1985
Trinidad und Tobago
20112
Tschechische Republik
1992
Tunesien
2016
Türkei
1986
Ukraine
1997
Ungarn
1988
Uruguay
1991
USA
1940
Venezuela
1985
Vereinigte Arabische Emirate
1994
Vereinigtes Königreich
1974
Vietnam
2014
Zypern
1996
Subway
Staaten
Anzahl der Filialen
Eröffnungsjahrder ersten Filiale
Afghanistan
2

Ägypten
6
1995
Andorra
1

Anguilla
1

Antigua und Barbuda
3

Argentinien
199

Aruba (Krg. NL)
6

Australien
1.440

Bahamas
11
1987
Bahrain
21
1984
Barbados
3

Belgien
8

Bolivien
16

Bonaire, St. Eustatius und Saba (NL)
1

Brasilien
2.140

Britische Jungferninseln
7

Bulgarien
39

Chile
62

China
585
1995
Costa Rica
69
1995
Curaçao (Krg. NL)
9

Dänemark
3
1996
Deutschland
640

Dominica
1

Dominikanische Republik
9

Dschibuti
1

Ecuador
50
1995
El Salvador
80
1995
Estland
10

Finnland
155

Frankreich
479

Georgien
5

Grenada
3

Griechenland
6

Guam (USA)
14

Guatemala
63
1996
Honduras
27
1995
Hongkong, China
35

Indien
584

Irland
166
1995
Island
23

Insel Man (engl. Krone)
3

Italien
15

Jamaika
3
1995
Japan
422
1992
Jordanien
16

Kaimaninseln
6

Kanada
3.274
1986
Katar
27

Kenia
9

Kolumbien
381
1996
Kosovo
1

Kuwait
83
1996
Lettland
7

Libanon
8

Liechtenstein
1

Litauen
2

Luxemburg
12

Macau, China
1

Malaysia
208

Malta
6

Marshallinseln
1

Martinique (F)
2
1996
Mauritius
5

Mexiko
1.049
1990
Neuseeland
273
1995
Nicaragua
25
1996
Niederlande
184

Nördliche Marianen (USA)
3

Norwegen
45

Oman
41

Österreich
37

Pakistan
69

Panama
65

Peru
19

Philippinen
35
1996
Polen
123

Portugal
16

Puerto Rico (USA)
222
1985
Rumänien
31

Russland
621

Sambia
8

Saudi-Arabien
121
1992
Schweden
164

Schweiz
45
1995
Singapur
124
1996
St. Martin (Krg. NL)
6

Slowakei
17

Slowenien
1

Spanien
57
1995
Sri Lanka
2

St. Kitts und Nevis
1

St. Lucia
2

St. Martin (F)
1

St. Vincent und die Grenadinen
2

Südafrika
14
1996
Südkorea
207

Suriname
4

Taiwan
131
1995
Tansania
4

Thailand
67

Trinidad und Tobago
45

Tschechische Republik
20

Türkei
86
1996
Ungarn
15

Uruguay
21
1996
USA
26.757
1965
Venezuela
182
1996
Vereinigte Arabische Emirate
166

Vereinigtes Königreich
2.253
1996
Vietnam
5

Zypern
3

Starbucks
Staaten
Eröffnungsjahrder ersten Filiale
Ägypten
2006
Argentinien
2008
Aruba (Krg. NL)
2009
Australien
2000
Bahamas
2005
Bahrain
2000
Belgien
2008
Bolivien
2014
Brasilien
2006
Brunei Darussalam
2014
Bulgarien
2008
Chile
2003
China
1999
Costa Rica
2012
Curaçao (Krg. NL)
2011
Dänemark
2007
Deutschland
2002
El Salvador
2010
Finnland
2012
Frankreich
2004
Griechenland
2002
Guatemala
2011
Hongkong, China
2000
Indien
2012
Indonesien
2002
Irland
2005
Japan
1996
Jordanien
2005
Kanada
1987
Katar
2000
Kolumbien
2014
Kuwait
1999
Libanon
1999
Macau, China
2002
Malaysia
1998
Marokko
2011
Mexiko
2002
Monaco
2013
Neuseeland
1998
Niederlande
2007
Norwegen
2012
Oman
2002
Österreich
2001
Panama
2015
Peru
2003
Philippinen
1997
Polen
2009
Portugal
2008
Puerto Rico (USA)
2002
Rumänien
2007
Russland
2007
Saudi-Arabien
2000
Schweden
2010
Schweiz
2001
Singapur
1996
Spanien
2002
Südkorea
1999
Taiwan
1998
Thailand
1998
Tschechische Republik
2008
Türkei
2003
Ungarn
2010
USA
1971
Vereinigte Arabische Emirate
2000
Vereinigtes Königreich3
1998
Vietnam
2013
Zypern
2003
Quelle: www.mcdonalds.com, größtenteils durch McDonald’s Corporation bestätigt; www.subway.com; www.starbucks.com
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