Weltklasse auf der Königsposition: Handballer Hansi Schmidt wird 75

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MIL OSI – Source: DOSB –

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Weltklasse auf der Königsposition: Handballer Hansi Schmidt wird 75
23.09.2017
Der ehemalige Weltklasse-Handballspieler Hans-Günther („Hansi“) Schmidt vollendet am Sonntag, dem 24. September sein 75. Lebensjahr.

Hans Schmidt spricht in Berlin über sein Leben als Geflüchteter. Foto: picture-alliance

Sein Name wird ganz ein mit dem VfL Gummersbach in Verbindung gebracht – jener Handballverein im Oberbergischen, wo Hansi Schmidt von 1964 bis 1976 wirkte, wo er siebenmal Deutscher Meister und viermal Europapokalsieger der Landesmeister wurde.
Viele ältere Handballinteressierte erinnern sich noch heute an die großen (Final-) Spiele des VfL Gummersbach in der Dortmunder Westfalenhalle mit Hansi Schmidt vorzugsweise auf der Königsposition „Rückraum Links“ und seinen verzögerten Sprungwürfen über die gegnerische Abwehrspieler.
In 172 Bundesligaspielen warf Hansi Schmidt 1059 Tore, darunter 255 verwandelte Strafwürfe. Er wurde mehrfach als Torschützenkönig der Saison ausgezeichnet und spielte 98-mal für die bundesdeutsche Nationalmannschaft, wofür er 484 Tore erzielte. In einem Länderspiel in Dezem-ber 1970 gegen Jugoslawien steuerte er 13 (!) der insgesamt 19 deutschen Tore bei. Von 1976 bis 1986 ließ Hansi Schmidt seine Karriere u.a. beim TB Wülfrath und beim TuS Derschlag als Spielertrainer ausklingen.
Hansi Schmidt gehört zu einer deutschsprachigen Minderheit der Banater Schwaben in Rumä-nien, wo der 1,96 Meter große Athlet auf dem Gymnasium dem Sportlehrer Adam Fischer durch seine Wurfkraft nicht nur beim Handball, sondern auch beim Speerwerfen auffiel. Rumänischer Meister im Handball mit Steaua Bukarest wurde er im Jahre 1963. Kurz danach kam er im Alter von 21 Jahren in die Bundesrepublik: Er kehrte nach einem Turnier mit der rumänischen Junioren-Handballnationalmannschaft nicht mehr nach Rumänien zurück und fasste sogleich bei VfL Gummersbach sportlich Fuß.
Dennoch muss das für den jungen Hansi keine leichte Situation gewesen sein in einer völlig neuen Welt: „Jahrelang darf er nicht nach Rumänien, als Deserteur ist er zum Tode verurteilt. Doch alles wendet sich zum Besten. Der damalige Innenminister Hans Dietrich Genscher und sein Assistent Klaus Kinkel setzen sich für ihn und seine im Banat gebliebenen Eltern ein“ – so steht es jedenfalls geschrieben in dem Buch über „Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben ebneten Rumänien den Weg zum Gewinn von sieben Weltmeistertiteln“, in dem der Autor Johann Steiner 2003 Hansi Schmidt in seinem Werdegang einfühlsam porträtiert.
Hansi Schmidt hat an der damaligen Pädagogischen Hochschule Bonn studiert und unterrichtete später an der Hauptschule in Derschlag die Fächer Mathematik, Geschichte und Sport. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 war er danach in Bergneustadt tätig.
Als Pensionär half er dann noch einmal 2009 für ein Jahr an seiner alten Schule in Derschlag als Sportlehrkraft aus. Hansi Schmidt wurde u.a. mit dem Silbernen Lorbeerblatt, mit der Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen und mit der der Goldenen Stadtmedaille der Stadt Gummersbach ausgezeichnet.
                                                                                                                      (Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)

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