Fünfkampf-Olympiasiegerin Ingrid Mickler-Becker wird 75

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25.09.2017
Ingrid Mickler-Becker, die zweimalige Olympiasiegerin in der Leichtathletik, vollendet am Dienstag, dem 26. September ihr 75. Lebensjahr.

Ingrid Mickler-Becker mit ihrem Mann Friedrich J. Mickler bei der Wahl Sportler des Jahres 2011. Foto: picture-alliance

Die in Geseke im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen) geborene Ingrid Becker war 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexico-City Goldmedaillengewinnerin im Fünfkampf und wurde vier Jahre später bei den Spielen in München mit der 4×100-Meter-Staffel der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls Olympiasiegern.
Viele Ältere erinnern sich vermutlich noch gut an die knappe Minute des Finallaufes am 10. September kurz vor 16 Uhr, als das Quartett in der Reihenfolge Christiane Krause, Ingrid Mickler-Becker, Annegret Richter, Heide Rosendahl in 42,81 Sekunden einen Weltrekord aufstellte und vor der Staffel der DDR mit Renate Stecher als Schlussläuferin das Ziel erreichte.
Ingrid Mickler-Becker kam über das Turnen zur Leichtathletik. Sie startete zuerst für den VfL bzw. die Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Geseke, einer der ältesten, wenn nicht die erste LG in Deutschland, der sie auch heute noch als Vorsitzende des Fördervereins für Leichtathletik und als Ehrenbürgerin von Geseke verbunden ist. Ingrid Mickler-Becker machte zunächst eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau und arbeitete später als Angestellte in der Gemeindeverwaltung in Geseke, bevor sie über den zweiten Bildungsweg das Abitur nachholte und ein Lehramtsstudium in Mainz begann, woraufhin sie dann für den USC Mainz aktiv wurde.
Bis 1987 war sie Gymnasiallehrerin für Sport und Sozialkunde in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Anfang der 1990er Jahre war sie nach einem familiären Zwischenaufenthalt in den USA für die CDU Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie, Jugend und Sport. Danach arbeitete sie als Beraterin in der Personalentwicklung eines US-schweizerischen Unternehmens.
Ingrid Mickler-Becker, die sich heute u.a. mit Skifahren und Golfspielen fit hält, lebt mit ihrer Familie im rheinhessischen Zornheim. Zu ihren großen internationalen Erfolgen in der Leichtathletik gehören auch noch zwei Titel als Europameisterin 1971 im Weitsprung und mit der 4×100-Meter-Staffel. Im selben Jahr war sie auch Sportlerin des Jahres.
Die elfmalige Deutsche Meisterin (u.a. auch im Hochsprung), die sich bis heute u.a. für karitative Projekte engagiert, wurde 2006 in die Hall of fame des deutschen Sports aufgenommen und bereits ein Jahr vorher für ihr Lebenswerk als Sportlerin und für die Förderung des Sports von der Stiftung Deutsche Sporthilfe mit der Goldenen Sportpyramide ausgezeichnet.
Im Jahre 1977 wurde sie als persönliches Mitglied in das Nationale Olympische Komitee für Deutschland berufen: „Es war mir immer eine Freude, die großartigen Karrieren von Ingrid Mick-ler-Becker im Sport und im Beruf, aber auch ihr hohes soziales Engagement zu beobachten“, so gratuliert Walther Tröger als langjähriges IOC-Mitglied und NOK-Ehrenpräsident, der ihr bis heute freundschaftlich eng verbunden ist und sich noch gern an einen gemeinsamen Ski-Urlaub mit der Familie in der Schweiz erinnert.                                                                                                                     
(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)

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